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Lokales Lesen unter Hammer und Sichel: Leipzigs Stadtarchiv soll in Sowjetischen Pavillon ziehen
Leipzig Lokales Lesen unter Hammer und Sichel: Leipzigs Stadtarchiv soll in Sowjetischen Pavillon ziehen
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23:59 26.06.2014
Das historische Foyer des Sowjetischen Pavillons - Hammer und Sichel an der Deckenverzierung (Bildmitte) bleiben erhalten. Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzigs Stadtarchiv mit seinen abertausenden Urkunden, Akten, Fotos und Karten soll in den Sowjetischen Pavillon umziehen. Bis kurz unter 15 Millionen Euro darf die Ertüchtigung der seit 18 Jahren leer stehenden Halle kosten, erklärte Reinhard Wölpert, stellvertretender Amtsleiter und Chef der kommunalen Entwicklungsgesellschaft LEVG, der die Alte Messe gehört.

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Neues Domizil des Leipziger Stadtarchivs soll der Russische Pavillon (Halle 12) auf der Alten Messe werden.

Für die Magazine werde im hinteren Teil des Pavillons ein moderner Neubau errichtet. "Dabei ist noch mit dem Denkmalschutz zu klären, ob wir die Schnittstelle zum historischen Foyer nach außen sichtbar machen oder hinter den alten Mauern verbergen." Ins etwa zehn Meter hohe Foyer, an dessen Deckeninstallation aus DDR-Zeiten noch Hammer und Sichel prangen, zieht der Lesesaal für die Öffentlichkeit ein.

Wölpert betonte, dass für das "Gedächtnis der Stadt" nur ein Drittel der riesigen Messehalle 12 mit ihren 20 000 Quadratmetern Fläche benötigt werde. "Nämlich der Kopfbau mit der goldenen Spitze, der sich in das Foyer und große Räume dahinter unterteilt, die dem Magazin-Neubau weichen." Der Rest der Halle 12 bleibe langfristig stehen. "Dort könnte sich später das Stadtarchiv mal erweitern. Es wäre aber ebenso Platz für mehrere Biofirmen oder Forschungseinrichtungen der Lebenswissenschaften."

Verwaltungsbürgermeister Andreas Müller (SPD) sprach von einer glücklichen Fügung. "Unser Ziel war immer, das Stadtarchiv in einer kommunalen Immobilie unterzubringen. Der Pavillon, einst eine Ausstellungshalle für Schwermaschinen, bietet mit seinen hohen Deckentraglasten, verkehrsgünstiger Lage und moderaten Kosten ideale Voraussetzungen dafür." Da die LEVG der Stadt gehört, könne das Objekt jederzeit ohne weitere Kosten direkt in kommunales Eigentum überführt werden. Müller: "Unser Investitionshaushalt ist zurzeit aber voll für Kitas, Schulen, Straßen, Brücken reserviert. Deshalb geht eine Kreditaufnahme für dieses wichtige und dringende Vorhaben nur über die LEVG."

Hauptamtsleiter Christian Aegerter verriet: "Ich hoffe, dass der etwa zwei Monate dauernde Umzug bis zum 8. Februar 2017 abgeschlossen ist. Denn dann habe ich einen runden Geburtstag und das wäre das schönste Geschenk."

Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) will möglichst viele Details im denkmalgeschützten Pavillon erhalten. "Auch Hammer und Sichel unter der Decke. Das alte Staatsratsgebäude in Berlin nutzt heute eine internationale Schule, die auch alles so wie früher gelassen hat. Die finden das fetzig. Und es gehört zu unserer Geschichte." Der heutige Standort des Stadtarchivs in der Torgauer Straße ist bereits seit 2005 zu klein.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.06.2014

Rometsch, Jens

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