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Letzte Gerüste an der Leipziger Propsteikirche fallen – Experten sollen Glockenproblem lösen

Letzte Gerüste an der Leipziger Propsteikirche fallen – Experten sollen Glockenproblem lösen

Gut einen Monat vor der Einweihung der neuen katholischen Propsteikirche in Leipzig sind die Gerüste gefallen. Am Dienstag gaben Bauarbeiter die letzten Quadratmeter der Ostfassade am Peterssteinweg frei.

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An der Ostfassade fallen die letzten Gerüste: Die katholische Propsteikirche St. Trinitatis in Leipzig steht kurz vor ihrer Fertigstellung.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Gut zu sehen ist nun auf dem Rochlitzer Porphyr auch der zwei Meter hohe Schriftzug „St. Trinitatis“. Nach wie vor Kopfzerbrechen bereitet der Kirchgemeinde allerdings ein Statikproblem: Der Turm hält dem Schwingen der kleinsten der sechs Glocken nicht stand.

Fachleute sollen noch in dieser Woche zusammen mit den Architekten nach einer Lösung suchen. Wie Pfarrer Gregor Giele LVZ-Online sagte, werde am Donnerstag mit Ergebnissen gerechnet. „Wir als Gemeinde würden uns sehr wünschen, wenn die Glocke trotzdem an ihren vorgesehenen Platz kommt“, so Giele. Zwei Optionen stehen hierfür zur Diskussion: Entweder die Glocke wird mit einem Gegenpendel versehen oder der Kirchturm wird baulich so verändert, dass er dem Geläut standhält.

„Es wird trotzdem nicht im Ohr wehtun“

Die Experten prüfen neben dem Aufwand auch die Kosten der einzelnen Optionen, erklärte Giele. Die dritte und für die Kirchgemeinde „unliebsamste Alternative“ wäre, die Glocke an einem repräsentativen Ort auszustellen. Das Original würde im Turm durch ein schwereres Exemplar ersetzt. „Der Klang wäre dann ein anderer“, erklärte Giele. „Es wird trotzdem nicht im Ohr wehtun, wenn die anderen Kirchen der Stadt erklingen“, beruhigte der Pfarrer. „Alles wird dann neu abgestimmt.“

Bei Schwingungstests Ende März war festgestellt worden, dass das Geläut Probleme am 50 Meter hohen Turm verursacht. Durch das zu schnelle Schwingen der kleinsten der sechs Glocken droht laut Statikern Einsturzgefahr. Die 1937 gegossene Glocke war aus der alten, 1954 gesprengten Propsteikirche am Dittrichring gerettet worden und sollte nun im neu errichteten Gotteshaus ihren Platz finden. An der geplanten Kirchweihe wird trotz der Probleme nicht gerüttelt. „Der 9. Mai steht“, betonte Giele. Die Glockenweihe plant die Propsteigemeinde allerdings erst Ende des Jahres, wahrscheinlich im November. „Spätestens zum Katholikentag 2016 haben wir volles Geläut“, verspricht der Pfarrer.

Umzug in die neue Kirche läuft auf Hochtouren

Im Inneren der neuen City-Kirche gegenüber des Neuen Rathauses herrscht derzeit Hochbetrieb. Der Umzug der Gemeinde ist in vollem Gange. Die Kirchenbänke sind bereits aufgebaut und werden justiert. Im Laufe des Aprils sollen auch die Kunstwerke von Jorge Pardo wie Altar, Taufstein, Lesepult und Tabernakel in das Gotteshaus kommen. Die Priestersitze befinden sich noch in der Fertigung und folgen spätestens Anfang Mai.

Auf das 22 Meter lange und 3 Meter hohe Panorama-Fenster, das der Leipziger Künstler Falk Haberkorn gestaltet, muss die Gemeinde voraussichtlich noch bis Juni warten. Aufgrund der mit Sandstrahlen eingravierten vollständigen Texte des alten und neuen Testaments würden die Scheiben aufwändig technisch geprüft, so Giele. Zur Eröffnung werde die Front zum Martin-Luther-Ring noch provisorisch verkleidet.

Die Propsteikirche St. Trinitatis ist der größte katholische Kirchenneubau in Ostdeutschland seit der Wiedervereinigung. Ein Großteil der Bausumme von rund 15 Millionen Euro war durch Spenden eingenommen worden. Die derzeit an der Emil-Fuchs-Straße beheimatete Gemeinde zieht aus ihrem von Bauschäden gezeichneten alten Gotteshaus aus.

Robert Nößler

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