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Letzte Hürde für Telemedizin soll fallen

Sachsens Landesärztekammer Letzte Hürde für Telemedizin soll fallen

Bisher gilt, dass ein Arzt, der einen Patienten telemedizinisch behandeln will, vorher mindestens einmal gesehen haben muss. Die Sächsische Landesärztekammer will nun diese bürokratische Hürde kippen.

Ein Arzt fotografiert bei einem Telemedizin-Projekt für Hauterkrankungen am Universitätsklinikum in Tübingen (Baden-Württemberg) einen Leberfleck. Künftig sollen weitere Schranken für die telemedizinische Behandlung fallen.

Quelle: dpa

Dresden. Die Sächsische Landesärztekammer (SLÄK) will in die Offensive gehen, um das ausschließliche Fernbehandlungsverbot zu kippen. Wie ihr Präsident Erik Bodendieck gegenüber der Leipziger Volkszeitung erklärte, hoffe er, dass bei der heutigen Vorstandssitzung der Bundesärztekammer in Berlin die Weichen dafür gestellt werden, damit dann schon im Mai der Deutsche Ärztetag darüber abstimmen kann.

Nach dem Verbot dürfen Ärztinnen und Ärzte die individuelle Behandlung, insbesondere auch Beratung, derzeit nicht ausschließlich über telemedizinische Verfahren, über Print- und Kommunikationsmedien durchführen. Der Arzt muss den Patienten zumindest einmal vorher gesehen haben.

Vieles sei derzeit telemedizinisch bereits möglich, unterstrich Bodendieck. So könne ein Patient seinem Hausarzt theoretisch per Tablet und Videosprechstunde zum Beispiel über den Verlauf seiner Hauterkrankung informieren. „Worüber wir jetzt aber reden, ist, dass ein Arzt seinen Patienten vor der Videokonsultation nicht mehr mindestens einmal persönlich gesehen haben muss.“ Diese Lockerung sei insbesondere notwendig, wenn „wir ein funktionierendes Notfallsystem hinbekommen wollen“, so der SLÄK-Präsident. Telefon- und Video-Projekte gelten als mögliche Lösung für das Problem der zunehmenden Inanspruchnahme von Notaufnahmen durch Patienten mit unkritischen Erkrankungen. Sogenannte Bagatellpatienten könnten dann bereits vorher erkannt und in die Sprechstunde ihres Hausarztes umgelenkt werden.

Bodendieck machte gleichzeitig klar: „Kommt eine Lösung in dieser Frage nicht zustande, werden einige Ärztekammern der Bundesländer einen Alleingang machen.“ Das beträfe dann auch Sachsen. „Wir würden im Juni kommenden Jahres unserer Kammerversammlung einen Vorschlag machen, die Berufsordnung dahingehend zu überarbeiten und zu ändern, das ausschließliche Fernbehandlungsverbot herauszunehmen und die Verantwortung des Arztes gleichzeitig zu stärken.“

Er persönlich favorisiere allerdings eine bundeseinheitliche Lösung. „Denn wenn diese scheitern sollte, wäre in Sachsen möglich, was in einem anderen Bundesland nicht möglich wäre. So etwas ist für Patienten schlecht, die zum Beispiel in Brandenburg leben und in Sachsen zum Arzt gehen“, sagte der Ärztekammer-Präsident. Das ausschließliche Fernbehandlungsverbot gilt derzeit als eine der größten Hemmschwellen bei der Digitalisierung der Medizin und der Nutzung der Telemedizin.

Der Deutsche Ärztetag hatte im Mai in Freiburg für eine Änderung des entsprechenden Absatzes in der Berufsordnung plädiert.

Von Roland Herold

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