Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Letzte Hürde für Telemedizin soll fallen
Leipzig Lokales Letzte Hürde für Telemedizin soll fallen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:00 06.12.2017
Sachsens Ärztekammerpräsident Erik Bodendieck Quelle: SLÄK
Anzeige
Dresden

Die Sächsische Landesärztekammer (SLÄK) will in die Offensive gehen, um das ausschließliche Fernbehandlungsverbot zu kippen. Wie ihr Präsident Erik Bodendieck gegenüber der Leipziger Volkszeitung erklärte, hoffe er, dass bei der heutigen Vorstandssitzung der Bundesärztekammer in Berlin die Weichen dafür gestellt werden, damit dann schon im Mai der Deutsche Ärztetag darüber abstimmen kann.

Nach dem Verbot dürfen Ärztinnen und Ärzte die individuelle Behandlung, insbesondere auch Beratung, derzeit nicht ausschließlich über telemedizinische Verfahren, über Print- und Kommunikationsmedien durchführen. Der Arzt muss den Patienten zumindest einmal vorher gesehen haben.

Vieles sei derzeit telemedizinisch bereits möglich, unterstrich Bodendieck. So könne ein Patient seinem Hausarzt theoretisch per Tablet und Videosprechstunde zum Beispiel über den Verlauf seiner Hauterkrankung informieren. „Worüber wir jetzt aber reden, ist, dass ein Arzt seinen Patienten vor der Videokonsultation nicht mehr mindestens einmal persönlich gesehen haben muss.“ Diese Lockerung sei insbesondere notwendig, wenn „wir ein funktionierendes Notfallsystem hinbekommen wollen“, so der SLÄK-Präsident. Telefon- und Video-Projekte gelten als mögliche Lösung für das Problem der zunehmenden Inanspruchnahme von Notaufnahmen durch Patienten mit unkritischen Erkrankungen. Sogenannte Bagatellpatienten könnten dann bereits vorher erkannt und in die Sprechstunde ihres Hausarztes umgelenkt werden.

Bodendieck machte gleichzeitig klar: „Kommt eine Lösung in dieser Frage nicht zustande, werden einige Ärztekammern der Bundesländer einen Alleingang machen.“ Das beträfe dann auch Sachsen. „Wir würden im Juni kommenden Jahres unserer Kammerversammlung einen Vorschlag machen, die Berufsordnung dahingehend zu überarbeiten und zu ändern, das ausschließliche Fernbehandlungsverbot herauszunehmen und die Verantwortung des Arztes gleichzeitig zu stärken.“

Er persönlich favorisiere allerdings eine bundeseinheitliche Lösung. „Denn wenn diese scheitern sollte, wäre in Sachsen möglich, was in einem anderen Bundesland nicht möglich wäre. So etwas ist für Patienten schlecht, die zum Beispiel in Brandenburg leben und in Sachsen zum Arzt gehen“, sagte der Ärztekammer-Präsident. Das ausschließliche Fernbehandlungsverbot gilt derzeit als eine der größten Hemmschwellen bei der Digitalisierung der Medizin und der Nutzung der Telemedizin.

Der Deutsche Ärztetag hatte im Mai in Freiburg für eine Änderung des entsprechenden Absatzes in der Berufsordnung plädiert.

Von Roland Herold

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Für den Totschlag an seinem demenzkranken Vater in Leipzig ist ein 39 Jahre alter Mann zu zehn Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. Der Angeklagte hatte den Schwerkranken mit einem Kantholz auf Oberkörper und Kopf geschlagen.

06.12.2017

Am kommenden Mittwoch eröffnet die Robert-Koch-Klinik in Grünau eine eigene Kinderstation mit Kindernotaufnahme. Das teilte das Krankenhaus St. Georg mit, zu dem die Robert-Koch-Klinik gehört.

06.12.2017

Diesen Nikolaustag werden die Pfleger im Zoo Leipzig nicht vergessen: Am Mittwoch konnten sie im Pongoland ein Gorillababy begrüßen. Die 13-jährige Kumili hatte das Kleine in der Nacht zur Welt gebracht.

07.12.2017
Anzeige