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Leuschnerplatz - Leipzigs Architekten fordern völlig neue Planung

Leuschnerplatz - Leipzigs Architekten fordern völlig neue Planung

Der schon länger schwelende Streit um die Zukunft des Wilhelm-Leuschner-Platzes eskaliert. Bei einem Workshop übten jetzt die wichtigsten Verbände der Leipziger Architektenschaft massive Kritik an den Plänen der Stadt, das sechs Hektar große Areal nur etwa zur Hälfte zu bebauen - dafür eine riesige Fläche als Veranstaltungsort frei zu lassen.

Leipzig. Sie forderten stattdessen ein neues Konzept, um das Quartier als lebendiges Viertel mit vielen Bewohnern zu gestalten.

Die Architekten nutzten die Bundestagung der Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung (SRL), die gestern in Leipzig stattfand, um bereits am Vortag auch mit auswärtigen Kollegen über den Leuschnerplatz zu diskutieren. Bei dem Workshop im Ring-Café, der bis zum späten Abend dauerte, erstellten sie in sechs Gruppen eigene Entwürfe zur Gestaltung der Brache. 2010 - als die Grundzüge für den aktuellen Bebauungsplanentwurf der Kommune festgezurrt wurden - hätten völlig andere Voraussetzungen als heute bestanden, begründete Wolf-Heiko Kuppardt vom Bund Deutscher Architekten (BDA) die Kritik der Fachleute. Inzwischen sei das Freiheits- und Einheitsdenkmal für diesen Standort entfallen, Leipzig erfreue sich starken Einwohnerwachstums, auch die Zukunft des Bowlingtreffs sei wieder offen. "Wir können nicht ein Sechstel der Innenstadt-Fläche preisgeben, nur weil 2010 andere Voraussetzungen herrschten", warnte Kuppardt unter viel Beifall. Statt die Hälfte des Platzes als Freifläche zu gestalten, solle "die Südvorstadt bis an den Ring herangeführt werden", pflichtete sein BDA-Kollege Uwe Brösdorf bei. "Eine Veranstaltungsfläche etwa in Größe des historischen Königsplatz-Ovals wäre wesentlich eher angemessen", betonte er. Das meinte auch Heinz-Jürgen Böhme vom Stadtforum: "Mit 1,5 Hektar war der Königsplatz etwa gleichgroß wie der Leipziger Markt. Ich wüsste nicht, für welche Veranstaltungen das zu klein sein sollte."

Ebenfalls einig waren sich die zwei Dutzend Workshop-Teilnehmer, dass der Verlauf des City-Tunnels kein Hindernis für eine Bebauung der westlichen Platzhälfte sein kann. Der Bund Deutscher Baumeister (BDB) könnte sich direkt neben dem Königsplatz-Oval für Rummel und Open-air-Veranstaltungen (das liegt vor der Stadtbibliothek) ein etwa gleichgroßes "Bürgerforum" nach Art des Berliner Sony-Centers vorstellen, erläuterte Adalbert Haberbeck: "Es hätte zwei Kerne, den Eingang zum Tunnel, gern auch eine Markthalle und eine Glashaut über alle Außenseiten." An den aktuellen Plänen, die Markthalle auf den erhalten gebliebenen Kellern wieder neu zu errichten, ließ einzig Stadtplaner Frank Dietze vom SRL ein gutes Haar: "Alles andere wäre unwirtschaftlich, würde nur die Standmieten für die Händler verteuern." Sogar Stadtplanungsamtsleiter Jochem Lunebach räumte ein, dass ihm die künftige Markthalle bislang als zu niedrig erscheine, um als Stadtkante gegenüber einer sehr großen Platzfläche zu funktionieren. Lunebach verteidigte jedoch den Riesenplatz, weil Leipzig dringend eine Entlastung für den Augustusplatz und Markt benötige. Er versprach jedoch, die Vorschläge der Architekten dem Stadtrat zur Kenntnis zu geben, bevor dieser - voraussichtlich im nächsten Frühjahr - über das weitere Vorgehen entscheidet.

Patrik Fahrenkamp, Vorstand des Investors Stadtbau AG, erklärte auf LVZ-Nachfrage, die neue Markthalle solle die Höhe des 1943 zerbombten Vorgängers von etwa zehn Metern wieder aufnehmen, oben drüber erhalte sie mindestens ein weiteres Geschoss für Wohnungen, Büros oder Veranstaltungen. Genaueres könne ein Architektenwettbewerb klären, der gegenwärtig vorbereitet wird.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.11.2014

Rometsch, Jens

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