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Leuschnerplatz: Wird aus ihm "Markt der Möglichkeiten"?

Leuschnerplatz: Wird aus ihm "Markt der Möglichkeiten"?

Die Stadt Leipzig sieht den Wilhelm-Leuschner-Platz nicht mehr als möglichen Standort für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal. "Wir beschäftigen uns von Amtswegen nicht mehr mit dieser Option", erklärte Roland Quester, Sprecher im Baudezernat, gestern auf LVZ-Anfrage.

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Der Wilhelm-Leuschner-Platz als Rummelplatz - auch das gab es schon. Zum Beispiel im Juni 2004 beim Leipziger Stadtfest.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Aus und vorbei. Nach dem Abbruch des künstlerischen Wettbewerbs für das Denkmal sei dieser Standort verbrannt - obwohl ein neuer Wettbewerb weiter angestrebt wird.

Damit wächst freilich auch die Angst, dass die 1943 durch Bomben entstandene Brachfläche zurück in einen Dämmerzustand fällt. Die Fraktion der Grünen hat soeben einen Antrag in die Ratsversammlung eingebracht, laut dem der Leuschnerplatz bis zur endgültigen Bebauung nun als "Stadtbühne und Markt der Möglichkeiten" dienen soll. "Anknüpfend an die aktuelle Nutzung als Herbstsalon könnten hier Theateraufführungen und Konzerte, Märkte und Firmenpräsentationen stattfinden", heißt es in dem Antrag. "Auch wäre Platz für Sportturniere, Schlittschuhlaufen auf Spritzeis, Streetball oder einen Skaterparcours."

Der vorhandene Parkplatz bliebe erhalten. Nahe dem Peterssteinweg würde aber ein Gastronomie-Angebot mit Sitzgelegenheiten "den Aufenthaltswert erheblich heben". Die Verwaltung solle deshalb bis Ende 2014 ein Konzept erarbeiten, wie zumindest Teile des Areals für zeitlich befristete Nutzungen vergeben werden können. Damit würde "auch eine Entlastung der City von Großveranstaltungen erreicht".

Wie berichtet, hatten jüngst schon andere Parteien Zwischennutzungen gefordert. Die Liberalen schlugen vor, Teile des 4,2 Hektar großen Areals aufzuschottern, zu vermieten und als Parkplatz zu nutzen - etwa für Busse. Die Piraten hingegen plädierten für einen Streetart-Park mit legalen Wänden für Graffiti, Freiräumen für Gemeinschaftsgärten, Spielplätze - ähnlich dem Tempelhofer Feld in Berlin.

Den Grünen sei es wichtig, dass nun erstmals die Bürger die riesige Fläche direkt neben der City in Besitz nehmen können, erläuterte Fraktionschefin Katharina Krefft auf Nachfrage. Seit etlichen Jahren werde über das Wiederauferstehen von Bowlingtreff und Markthalle debattiert, ohne dass bislang etwas Handfestes herauskam. Nicht nur zum 1000. Geburtstag der Stadt im kommenden Jahr oder zum Deutschen Katholikentag 2016 würden mehr Veranstaltungsflächen unter freiem Himmel benötigt. "Leipzig wächst. Dadurch entsteht ein zusätzlicher Bedarf an Freiräumen für Vereine, Initiativen, kreative Leute." Sie selbst etwa gehöre zu den Organisatoren des 1. Leipziger Frauenfestivals, das 2015 auf dem Leuschnerplatz über die Bühne gehen soll. "Für die City hatten wir keine Erlaubnis bekommen. Für den Leuschnerplatz liegt sie jetzt vor."

Historisch diente das Königsplatz-Oval (vor der heutigen Stadtbibliothek) schon immer für Wochenmärkte, Jahrmärkte und Pferderennen. Die Kleinmesse nutzte dieses Areal bis zum Umzug an den Cottaweg 1907. Nach der Jahrtausendwende wurden bei Großbaustellen in der City mehrfach Teile des Stadtfestes auf den Leuschnerplatz verlegt.

Erst im März 2014 formulierten Architekten, Stadtplaner und Künstler bei einem Kolloquium Thesen für eine bürgerfreundliche Gestaltung des Geländes. Die Fachleute plädierten ebenfalls für Zwischennutzungen, um den Platz nach über 60 Jahren Tristesse zurück ins Bewusstsein der Einwohner zu holen. Thomas Nabert von Pro Leipzig schlug dabei einen Biergarten vor: "Am Panoramahaus an der Nordseite des Platzes befand sich einst Leipzigs zweitgrößter Biergarten mit 3000 Plätzen. So was fehlt heute in der City", sagte er.

Für den 14. November planen die Architekten nun einen Anschluss-Workshop. Man wolle Einfluss auf das laufende Bebauungsplan-Verfahren nehmen, erklärte Ronald Wanderer, sächsischer Landeschef im mitveranstaltenden Bund Deutscher Architekten (BDA). Immerhin: Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) nimmt die kündigte soeben an, der aktuelle Entwurf für den Bebauungsplan werde noch um einen "Gestaltungskodex" ergänzt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.10.2014
Jens Rometsch

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