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Libelle schreibt Erfolgsgeschichte im Leipziger Auwald

Libelle schreibt Erfolgsgeschichte im Leipziger Auwald

Der 49-jährige Diplom-Ingenieur für Landschaftsplanung und Naturschutz Jens Kipping sich seiner Wahl schnell sicher, als er von der verantwotlichen Fachjury um seine Expertise bei der Auslese des aktuellen Leipziger Auwaldtieres gebeten wurde.

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Quelle: André Kempner

Leipzig. Der Grund: Die Grüne Keiljungfer spricht für die Wasserqualität im Naturschutzgebiet Auwald.

Als Exemplar der Unterordnung Großlibelle ist die Grüne Keiljungfer nicht nur fotogen. Libellen an sich sind auch verlässliche Gradmesser für den Zustand von Gewässern. "Die Wasserqualität in Leipzig hat sich erstaunlich verbessert", betont Jens Kipping. Eine Beobachtung, die der Hochschuldozent wiederum daran misst, dass sich die Grüne Keiljungfer heute relativ einfach mit bloßem Auge im Naturschutzgebiet Auwald entdecken lässt. "Die Art hat ein besonderes Schutzerfordernis", so Kipping, der derzeit über die Libellen-Fauna im südlichen Zentralafrika seine Doktorarbeit schreibt. Demnach hat die große Erholung Mitte der 1990er Jahre eingesetzt. Mit dem Ende der DDR ging auch die nicht eben umweltfreundliche Textilindustrie der Region den sprichwörtlichen Bach runter. Die Investitionen, die seither in die Reinhaltung der hiesigen Gewässer geflossen sind, zahlen sich mittlerweile aus.

"Libellen gab es an der Pleiße lange überhaupt nicht", erklärt Kipping, "jetzt haben wir wieder gute Bestände, teilweise sogar wieder Massenvorkommen." Dabei zählt die Libelle mit aktuell 52 existierenden Arten im Stadtgebiet noch zu den übersichtlichen Insektenpopulationen. Vergleichsweise gibt es etwa 300 Köcherfliegenarten, veranschaulicht Kipping. "Die Grüne Keiljungfer hat die DDR-Industriezeit in Refugien wie dem Spreewald überdauert", schildert der Wissenschaftler weiter. "Heute wissen wir, dass ihr optimaler Lebensraum der Mittellauf von Flüssen wie Elster und Pleiße ist." Die Art stehe als Indikator für die Gewässergüteklasse II bis III - was anhand der gängigen Einordnung zwar immer noch als kritisch belastet gilt, sich jedoch seit der Wende durchaus verbessert hat. "An der Pleiße konnte früher die Güteklasse IV gemessen werden", sagt Kipping. Mit anderen Worten: "Biologisch tot." Die Fortschritte seither hält der Libellenexperte für erstaunlich.

Wer per Kanu oder Kajak in der Wasserstadt Leipzig unterwegs ist und sein Paddel für einen Augenblick ruhig über der Oberfläche hält, kann Glück haben und zusehen, wie sich die Grüne Keiljungfer auf dem Ruder-Instrument niederlässt. Das Tier hat Kipping zufolge kein Problem mit Paddlern, ist "kein störungsempfindliches Insekt". Dafür ein ausgemachter Jäger und aggressiver Räuber, ebenso wie sämtliche ihrer Artgenossen. Die Larven der Grünen Keiljungfer leben zirka die ersten drei Jahre im Wasser und fressen dort alles, was sie überwältigen können. Hat die Larve eine Größe von rund drei Zentimetern erreicht, schlüpfen die Insekten. Eine ausgewachsene Keiljungfer bringt es auf eine Körperlänge von fünf Zentimetern sowie eine Flügelspannweite von sechs Zentimetern - und ernährt sich gemessen an ihrer Größe von allen möglichen anderen Fluginsekten wie etwa Mücken. "Dank ihrer sensorischen Fähigkeiten kann die Grüne Keiljungfer ihre Beute im Flug erfassen", illustriert Kipping, "beeindruckend!"

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.04.2014

Felix Kretz

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