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Lichtfest Leipzig: 40 Jahre Revolutionsgeschichte unter freiem Himmel

Lichtfest Leipzig: 40 Jahre Revolutionsgeschichte unter freiem Himmel

Mit dem Lichtfest am Sonntag wird erstmals die Brücke von Leipzig nach Polen, genauer nach Danzig, geschlagen. Beide Städte verbindet eine bewegte Revolutionsgeschichte rund um den Zerfall des Ostblocks in den 1980er Jahren.

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Stellvertretende Leiterin des Polnischen Instituts Leipzig

Quelle: Polnisches Institut Leipzig

Leipzig. Doch in vielen Köpfen seien nur die Bilder der Leipziger Montagsdemonstrationen und des Mauerfalls in Berlin präsent, nicht jedoch die Leistungen der polnischen Solidarnosc-Bewegung, sagt Agnieszka Surwillo-Hahn, stellvertretende Leiterin des Polnischen Instituts in Leipzig.

Zusammen mit der Leipziger Behörde für Stasi-Unterlagen (BSTU), dem Verein Archiv Bürgerbewegung Leipzig und dem Europäischen Solidarnosc-Zentrum Danzig hat sie eine Ausstellung über die Widerstandsbewegung in Polen, Ungarn, Tschechien und der DDR nach Kriegsende organisiert. Sie soll den Besuchern den Weg zur Demokratie verdeutlichen, der mit den Leipziger Demos erst seine letzte Etappe einschlug.

Im Nikolaikirchhof werden ab 15 Uhr 24 Tafeln aufgestellt sein, die über Meilensteine der Revolution berichten. „Ich freue mich, dass wir eine Open-Air-Ausstellung an diesem historischen Ort zeigen können und hoffe, dass die Leute stehen bleiben und über das Gesehene diskutieren“, sagt Surwillo-Hahn. „Mit dieser Form der Erinnerung haben wir schon in verschiedenen polnischen Städten Erfolg gehabt. Das hat bisher in Leipzig und Deutschland überhaupt gefehlt.“

Angefangen von der Neuordnung der Welt nach der Konferenz von Jalta 1945 über die Aufstände in der DDR (1953) und Ungarn (1956) bis hin zum Prager Frühling im Jahr 1968 und dem Beginn der Solidarnosc-Bewegung 1980 werden Ereignisse des Widerstands in Wort und Bild dokumentiert. Die vom Danziger Werftarbeiter Lech Walesa im August 1980 nach einem Streik ins Leben gerufene Gewerkschaft brachte es fertig, die erste echte Interessenvertretung für Arbeiter im gesamten Ostblock zu bilden und diesen Status auch gegen das kommunistische polnische Regime zu verteidigen.

Auch vom in Polen bis 1983 verhängten Kriegsrecht und einer vorübergehenden Inhaftierung ließ sich der gelernte Elektriker nicht einschüchtern. Die Wirkung in den anderen Staaten des Warschauer Pakts (Verteidigungsbündnis des Ostblocks, Gegenstück zur NATO) war unschätzbar groß. Der Einsatz Walesas und seiner Mitstreiter bereitete den Weg zur friedlichen Revolution in Leipzig und später in Berlin.

„Die Oppositionellen in der DDR waren sehr gut über die Vorgänge in Polen informiert“, sagt Surwillo-Hahn. Heute sei das anders. „Die Kenntnis über das, was in Polen los war, ist bei den Leuten nicht sehr detailliert. Ich kann mir vorstellen, dass bei jungen Menschen das Wissen nicht so ausgeprägt ist“, meint die gebürtige Polin.

Besonders denjenigen, die die 1980er Jahre nicht miterlebt haben, will sie den Kampf für Freiheit und Demokratie näherbringen. „Für Viele sind heute diese Werte selbstverständlich. Die Ausstellung soll zeigen, dass viele Menschen über einen langen Zeitraum nicht aufgegeben haben, darum zu kämpfen.“

Fotos zur Videoperformance zum Lichtfest 2011:

Umleitungen für Straßenbahnen und Busse

Wegen des Lichtfestes am Sonntag werden die Straßenbahnlinien 4, 7, 12 und 15 von 18 bis 22 Uhr zwischen Hauptbahnhof und Johannisplatz mit Umleitung über den Georgiring und Grimmaischen Steinweg fahren. Letzterer wird stadteinwärts als Ersatzhaltestelle für den Augustusplatz genutzt. Die Buslinie 89 fährt an diesem Tag von 16.30 Uhr bis 22 Uhr in Richtung Hauptbahnhof nur bis Haltestelle Neues Rathaus und von dort zum Wilhelm-Leuschner-Platz. Von dort startet die Linie auch in Richtung Connewitzer Kreuz. Ersatzweise können zum Hauptbahnhof die Straßenbahnen 10 und 11 ab Leuschner-Platz genutzt werden.

Bei hohem Besucheraufkommen wird zudem ab 18 Uhr die Mittelfahrbahn am Augustusplatz zwischen Georgiring und Brühl gesperrt.

Sebastian Fink

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