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Lokales Lieber retten als nur schwimmen: Nachwuchsschwimmer Marten Pätzold
Leipzig Lokales Lieber retten als nur schwimmen: Nachwuchsschwimmer Marten Pätzold
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18:45 11.10.2018
Nachwuchs-Rettungsschwimmer Marten Pätzold trainiert für die deutschen Meisterschaften, die an diesem Wochenende in Leipzig stattfinden. Quelle: Daniel Förster/dpa
Leipzig

Im blauen Wasser der Leipziger Schwimmhalle liegt eine orangefarbene Puppe auf dem Grund. Sie ähnelt einem der Crash-Test-Dummies, die man aus Autozeitschriften kennt. Marten Pätzold, 17 Jahre jung, springt ins Wasser, nimmt die Puppe fest in den Griff und schwimmt mit ihr im Schlepptau an die Oberfläche.

Er trainiert für die Deutschen Meisterschaften im Rettungssport, die an diesem Wochenende, dem 13. und 14. Oktober, in Leipzig stattfinden. Pätzold ist einer der besten Nachwuchs-Rettungsschwimmer in Deutschland. Bei der Junioren-EM in Irland gewann er Anfang September Silber im Team und in einer Freiwasser-Disziplin.

Mindestens fünf Trainingseinheiten pro Woche

„Wassersport hat von Beginn an eine große Rolle in meinem Leben gespielt“, erzählt der blonde junge Mann, der in Markkleeberg das Gymnasium besucht. „Das fing schon mit Babyschwimmen an. Mein Vater surft viel, da waren wir auch immer viel am Wasser.“ Zwar habe er sich auch mal im Fußball ausprobiert, „aber das war nicht so meins“, sagt er und lacht. Eine Klassenkameradin habe ihn dann zum Rettungsschwimmen gebracht - und dem ist er treu geblieben.

Nachwuchs-Rettungsschwimmer Marten Pätzold trainiert für die deutschen Meisterschaften, die an diesem Wochenende in Leipzig stattfinden. Quelle: Daniel Förster/dpa

Pätzold betreibt viel Aufwand. Einmal pro Woche trainiert er das Rettungsschwimmen, vier Mal pro Woche kommt normales Schwimmtraining dazu. „Dann noch zwei bis drei Mal pro Woche Freiwasser“, sagt der 17-Jährige. Dafür ist er Mitglied in der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und in einem Leipziger Schwimmverein.

Außerdem überlegt er, jetzt noch in einen Kanuverein einzutreten, denn auch dort lerne man wichtige Dinge für das Rettungsschwimmen. Das Jonglieren mit den Trainingszeiten in den unterschiedlichen Vereinen müsse er selbst organisieren.

1200 Athelenten werden zu den Meisterschaften erwartet

Wenn man in die deutsche Spitze im Rettungssport wolle, dann müsse man das so machen, sagt sein DLRG-Trainer Ralf Hirt. Er würde sich bessere Rahmenbedingungen für das Rettungsschwimmen wünschen. Die Bundestrainerin habe die Devise ausgegeben, das Rettungsschwimmen auf dem Niveau Leistungssport sei. „Aber wenn ich gute Leute habe, versuche ich sie links und rechts an Schwimmvereine zu verkaufen, damit die auf ihre Wasserkilometer kommen“, sagt Hirt. Nur so sei Training unter Leistungsbedingungen möglich.

Zu den Deutschen Meisterschaften werden laut DLRG rund 1200 Athleten erwartet. Das seien Freizeitsportler, keine Profis, betont DLRG-Präsident Achim Haag. „Der Unterschied zum Schwimmsport ist ein deutlicher: Die Schwimmer trainieren für sich. Die Rettungsschwimmer trainieren ihre Fitness, um anderen helfen zu können, und messen sich dann im Wettkampf.“

Haag sagt allerdings auch, dass die Professionalisierung im Rettungssport voranschreite. In Kanada und den USA werde es inzwischen „profi-like“ betrieben. „Aber man muss auch mal sagen: Im Moment gelingt es uns ganz gut, da mitzuhalten.“

Pätzold tritt in vier Disziplinen an

Marten Pätzold bescheinigt sein Trainer, das Schwimmen „einfach im Gefühl“ zu haben. Wenn er früher in einen normalen Schwimmverein gegangen wäre, wäre er ein Kandidat gewesen, der auch im Deutschen Schwimm-Verband (DSV) vorne mitschwimmt, sagt Hirt. Marten selbst sagt allerdings, er sei sich nicht sicher, ob er das überhaupt gewollt hätte. „Das ist eben doch nur stur hin- und her schwimmen. Rettungsschwimmen bietet da mehr Möglichkeiten.“

Bei den Deutschen Meisterschaften tritt er in vier Disziplinen an: 200 Meter Hindernis, 50 Meter Retten, 200 Meter Retten mit Flossen und der kombinierten Rettungsübung, bei der es um Schwimmen mit und ohne Flossen und das Retten einer Puppe geht - alles gegen die Uhr.

Trotz seines Erfolgs bei der Junioren-EM ist Pätzold höchstens verhalten optimistisch für die Deutsche Meisterschaft. „In 50 Meter Retten könnte was gehen“, sagt der 1,93 Meter große Schwimmer. Aber eigentlich wäre ein Platz unter den Top Zehn schon ein Erfolg für ihn.

von LVZ/dpa

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