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Liebeserklärung an Kleinzschocher: Christine Arendt stellte neues Buch vor

Liebeserklärung an Kleinzschocher: Christine Arendt stellte neues Buch vor

Nein, eine richtige Insulanerin sei sie nicht geworden in den fast zweieinhalb Jahrzehnten, seit sie auf Hiddensee lebt. Und: Ja, irgendwann möchte sie schon nach Leipzig zurückkehren.

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Mädchen beim Basteln auf dem Buchstabenfest im Migranten-Mädchentreff MIO in der Konradstraße 64 in Leipzig.

Quelle: André Kempner

Christine Arendt, geboren 1954, liebt ihre Heimatstadt und ganz besonders Kleinzschocher. Dort verbrachte sie ihre Kindheit und Jugend. Und mit einem zweiten Buch möchte sie "ihrem" Ortsteil eine Liebeserklärung machen.

Als sie ihre neue Publikation "Erinnerungen an mein Kleinzschocher" im Gemeindesaal der Taborkirche vorstellte, fühlte sich das fast wie ein kleines Familientreffen an. Da war Elisabeth Hoyer, die die Autorin mit einem kleinen Blumenstrauß überraschte. "Ich habe wie die Familie von Frau Arendt im Schloßweg in Kleinzschocher gewohnt. Wir kennen uns schon eine Ewigkeit", erzählte die Seniorin. Aus Schkeuditz angereist war das Ehepaar Eichler, das 1957 in Kleinzschocher geheiratet und viele Jahre nahe der Taborkirche eine Schuhmacherwerkstatt geführt hatte. "Unsere Kinder haben in Schkeuditz gebaut, deshalb sind wir umgezogen, aber es zieht uns nach wie vor hierher", sagte Werner Eichler.

So wie diejenigen, die geblieben sind und vieles wiedererkannten, was Christine Arendt in ihrem Buch in Wort und Bild festgehalten hat. So zeigt die Autorin bei ihrer Zeitreise durch 100 Jahre Kleinzschocher Reproduktionen alter Postkarten mit ihrem Geburtshaus am Schloßweg, der heute Kantatenweg heißt. Dort wohnten ihre Großeltern, dort ist sie aufgewachsen. Sie erzählt Geschichten vom Fuhrunternehmer Felgentreff, von der Milchhandlung Geidel, von Kinderfesten im Schloßweg und in der Altranstädter Straße, aber auch von den einstigen Restaurants "Zum Goldenen Adler" an der gleichnamigen legendären Kreuzung und "Rothenburger Erker" an der Ecke Antonien-/Altranstädter Straße.

Fast in Vergessenheit geraten: Das Schloss, dessen Vorgängerbau anno 1350 erstmals erwähnt wurde und bei dem in der Liste der Besitzer auch der Leipziger Verleger von Tauchnitz festgehalten ist. Es wurde 1943 zerbombt und drei Jahre später komplett abgerissen.

Auch vom nahe gelegenen ehemals weitläufigen Rittergut sind nur noch Fragmente erhalten, da es ebenfalls den Bomben zum Opfer fiel. Nur das Wirtschaftsgebäude und das Eingangsportal sind noch erhalten. "Es wurde einst von zwei steinernen Löwen bewacht, die aber irgendwann zu Beginn des neuen Jahrtausends gestohlen wurden", bedauert Christine Arendt. Seit Jahren bemühe sie sich, die Sta- tuen an ihren alten Standort zurückzuholen. Auch in der LVZ hatte sie einen Aufruf gestartet. "Vielleicht gelingt es mir ja mit diesem Buch, ihre Fährte aufzunehmen", so die Autorin.

Christine Arendt war früher als medizinisch-technische Assistentin im Gesundheitswesen tätig, später in verschiedenen Leipziger Kulturein- richtungen und als Reiseleiterin. Seit 1990 lebt und arbeitet sie auf der Insel Hiddensee.

iChristine Arendt, "Erinnerungen an mein Kleinzschocher", Creativ Werbeagentur Kolb, 16,95 Euro, ISB-Nummer 978-3-944992-19-8

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.03.2014

Andrea Richter

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