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Lokales Lindenauer Frühlingserwachen - Streit um Nachbarschaftsgärten
Leipzig Lokales Lindenauer Frühlingserwachen - Streit um Nachbarschaftsgärten
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23:59 15.05.2014
Symbolbild Quelle: dpa
Lindenau

Ideen für den Erhalt der Nachbarschaftsgärten. Denn ihnen droht das Aus: Stadthäuser könnten auf der größten Fläche des Areals gebaut werden (die LVZ berichtete).

Bedroht ist das Gartenprojekt aufgrund der vereinbarten Zwischennutzung schon immer gewesen: Fünf Eigentümer - eine Aktiengesellschaft, die Stadt Leipzig und Privatpersonen - hatten die Flächen einst gestellt. 6500 Quadratmeter Brachland wurden in den vergangenen zehn Jahren begrünt. Mittlerweile beleben 80 Gärtner und eine wachsende Kinderschar das Areal. "Wir suchen eine dauerhafte Perspektive, um unser Projekt zu erhalten", sagen Karla Müller und Anna Schimkat. Diese müsse gemeinsam mit vielen Akteuren gefunden werden, so die Sprecherinnen des Vereins Nachbarschaftsgärten. Deshalb fand dieser Tage ein großes Gartengespräch statt. Mehr als 50 Interessenten kamen. Unter ihnen zahlreiche Anwohner sowie Vertreter der Leipziger Gemeinschaftsgärten Annalinde und Querbeet.

Erschienen waren aber auch Mitglieder der SPD, der Linken und von Bündnis 90/Die Grünen sowie Mitarbeiter aus Ämtern. "Es war eine sehr lebhafte Diskussion", berichten Müller und Schimkat. Tenor der Debatte: "Die Nachbarschaftsgärten müssen im Sinne aller erhalten bleiben. Leipzig braucht nicht nur Wohnraum, sondern auch Orte zum Verweilen im Grünen." Immerhin befinde sich nur wenige hundert Meter von der grünen Oase entfernt die Lützner Straße - "eine der dreckigsten Straßen Deutschlands." Einen Garten für jeden Stadtteil habe Michael Berninger von der Stiftung "Bürger für Leipzig" gefordert. Die Messestadt könne dabei Vorreiter sein, meinte Frauke Hehl, Urban-Gardening-Expertin aus Berlin. Was in der Hauptstadt gescheitert sei, könne in Leipzig funktionieren, habe sie erklärt. Für den Erhalt der Lindenauer Nachbarschaftsgärten würden sich auch Mathias Weber (SPD), Daniel von der Heide (Grüne) und Juliane Nagel (Linke) stark machen, so Vereinssprecherin Schimkat. "Alle drei Lokalpolitiker wollen mit ihren Fraktionen sprechen, um parteiübergreifend eine Anfrage an den Stadtrat auszuarbeiten." Nötig sei ein politisches Mandat, um gemeinsam mit den Gärtnern Konzepte erstellen zu können, habe Stefan Geiss vom Amt für Stadterneuerung und Wohnungsbauförderung betont.

Wie mögliche Konzepte für den Erhalt der Gärten aussehen könnten? Karla Müller und Anna Schimkat: "Umwidmung des Areals, ein Flächenerwerb, der ähnlich funktioniert wie das Vorgehen beim Miethäusersyndikat. Oder der Verein Nachbarschaftsgärten wird Pächter der Fläche."

Schon jetzt steckt die Aufbruchstimmung an: "Es ist ein schönes Gefühl, nicht mehr allein dazustehen", freuen sich die Gärtner über das Frühlingserwachen. "Jetzt haben wir eine gute Basis. Gemeinsam mit allen Akteuren wollen wir an den Stellschrauben drehen, um das grüne Projekt zu erhalten." Nachbarschaftsgärten für die Stadt von Morgen: Die Lindenauer Pioniere könnten die Vorreiter sein.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.05.2014

Ingrid Hildebrandt

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