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Lokales Lindenauer Markt: Umbau stockt, Stadträte sauer
Leipzig Lokales Lindenauer Markt: Umbau stockt, Stadträte sauer
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00:37 07.04.2018
Am Markt gilt Tempo 20 – aber andere Verbesserungen fehlen noch. Quelle: Foto: André Kempner
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Leipzig

Im Stadtrat wächst der Unmut über die zögerliche Umsetzung des neuen Verkehrskonzepts für Lindenau: Obwohl alle Ratsfraktionen im März vergangenen Jahres einmütig zahlreiche Veränderungen am Lindenauer Markt beschlossen haben, ist bislang nur wenig geschehen. Auf Nachfrage im Verkehrs- und Tiefbauamt (VTA) heißt es, dass „ab Mai“ endlich mit Detailplanungen begonnen wird. „Das ist fast ein Jahr später als zugesagt“, ärgert sich unter anderem Stadtrat Christian Schulze (SPD). Er fühle sich von der Verwaltung „verklappst“. Auch Stadtrat Daniel von der Heide (Grüne) fordert von der Behörde deutlich mehr Tempo.

„Sofortmaßnahmen“ umgesetzt

Ursprünglich hatte Amtsleiter Michael Jana im September 2017 der SPD-Fraktion schriftlich mitgeteilt, dass die Planungen noch im IV. Quartal des selben Jahres beginnen. Damals wurde auch ein Teil der vorgegebenen „Sofortmaßnahmen“ umgesetzt: Der Lindenauer Markt wurde mit Tempo-20-Schildern bestückt, um die ständig wachsenden Passantenströme besser vor dem Verkehr zu schützen. Und in der Marktstraße entstanden zeitlich befristete Parkflächen für Besucher des Westbads und anliegender Geschäfte. Auch der Gehweg am Theater der Jungen Welt wurde breiter gestaltet, damit Fußgänger dort besser über die Demmeringstraße kommen.

Doch bis heute unterblieben sind die sogenannten kurzfristigen Verbesserungen, die im Ratsbeschluss aufgelistet sind und bis spätestens Ende 2018 umgesetzt sein sollten. So die Aufwertung des Einmündungsbereichs der Goetzstraße, mit der die Durchfahrt von dort auf den nördlichen Marktbereich unterbunden werden soll, damit im Herzen von Lindenau deutlich weniger Verkehr rollt. Oder die Erweiterung der Fahrrad-Abstellanlagen vor dem Kaufland, die immer häufiger überbelegt sind. Für Schüler der Nachbarschaftsschule sollte im gleichen Zeitraum eine sichere Querung vom Linde-nauer Markt zur Odermannstraße angelegt werden – ob aufgepflastert oder markiert, sollte die Stadtverwaltung klären. „Hätte das VTA – wie zugesagt – mit den Planungen dafür im vierten Quartal 2017 begonnen, wäre das bis Ende 2018 kein Problem gewesen“, meint Stadtrat Schulze. „Jetzt ist es fraglich, ob das noch in diesem Jahr gelingt.“

Fußgängerzone geplant

Schulze fürchtet, dass dieser Zeitverzug auch die ebenfalls noch im Ratsbeschluss fixierten mittel- und langfristigen Umbauten zur Verbesserung der Verkehrssituation am Lindenauer Markt verzögern wird, die eigentlich nach 2018 zügig angegangen werden sollen. So die Umgestaltung der Nordseite des Markts zu einer Fußgängerzone und die Abpollerung der Kuhturmstraße Richtung Markt, da über diese Straße täglich immer noch deutlich über hundert Autos auf den Markt rollen. „Der Stadtteil Lindenau wird immer stärker verdichtet und die Zahl der jungen Familien mit Kindern steigt dadurch erheblich“, beschreibt Schulze die Situation. „Diese Umgestaltung ist deshalb mittelfristig unverzichtbar.“ Langfristig ist auch geplant, auf dem Lindenauer Markt die landwärtige Straßenbahn-Haltestelle in Höhe des Kauflandes zu verlegen. Dadurch soll das Umsteigen in die Bahnen der Gegenrichtung deutlich einfacher werden.

Im Rathaus war gestern niemand zu finden, der sich zu den Vorwürfen aus dem Stadtrat äußern konnte. Die Zuständigen seien im Urlaub, hieß es.

Von Andreas Tappert

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