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Lokales Lindenthal: Polizei nimmt Joint-Funde auf Kinderspielplatz ins Visier
Leipzig Lokales Lindenthal: Polizei nimmt Joint-Funde auf Kinderspielplatz ins Visier
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18:45 16.06.2017
Ursula Wötzel vom Bürgerdienst LOS findet seit einigen Wochen auf dem Spielplatz Hinterlassenschaften von Canabis-Konsumenten. Quelle: Christian Modla
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Lindenthal

Die seit Wochen auf einem Kinderspielplatz gleich hinter der Lindenthaler Grundschule immer wieder auftauchenden Joints und Cannabis-Tütchen lassen dem Ortschaftsrat keine Ruhe. Gemeinsam mit der Polizei, dem Ordnungsamt, dem Amt für Familie, Jugend und Bildung, Vertretern der Alfred-Kästner-Grundschule, des Hortes sowie der Paul-Robeson-Schule und Bildungsagentur hat sich das Mitbestimmungsgremium jetzt mit der alarmierenden Situation in der Straße Zur Lindenhöhe auseinandergesetzt. „Wehret den Anfängen“, formulierte Ortsvorsteher Thomas Hoffmann (CDU) den Anspruch der Runde.

„Wenn sich eine Anbieterszene etabliert hätte, wüssten wir das“

Polizeihauptkommissar Max Tröger vom Revier Leipzig-Nord in der Essener Straße zeigte sich verwundert darüber, dass er erst aus der Zeitung von den Funden erfahren habe. Nichtsdestotrotz reagierten die Ordnungshüter sofort, fanden aber nur Kreide in einem der Tütchen. „Wenn sich in Lindenthal eine Anbieterszene etabliert hätte, wüssten wir das garantiert“, erklärte er.

Ursula Wötzel hingegen, die Koordinatorin des Bürgerdienstes Leipziger Ortschafts-Service (LOS), belegte mit Fotodokumenten, dass nach wie vor Joints und Cannabis-Tütchen auf dem Spielplatz entsorgt werden. „Ich habe allein zwischen dem 9. Mai und dem 6. Juni in den Morgenstunden 58 Joints und neun Tütchen geborgen“, betonte die Frau vom LOS. Vorher hatte sie schon 47 Joints und 16 Tütchen in Büschen und unter Bänken entdeckt; darunter sogenannte Windmühlen, vierfach gedrehte Joints. Allerdings konnten bisher weder Drogen-Dealer noch Konsumenten auf dem Gelände gestellt werden. „Aber man kann die gefundenen Utensilien nicht wegdiskutieren, deshalb wäre es sträflich, die Situation auf dem Spielplatz unmittelbar hinter der Alfred-Kästner-Grundschule zu bagatellisieren“, warnte Ursula Wötzel.

Konsequenzen zog unterdessen der Hort. „Wir gehen mit unseren Kindern momentan nicht mehr auf diesen öffentlichen Spielplatz, auch wenn wir den immer gern genutzt haben“, teilte Hortleiterin Evelyn Hummitzsch mit. Auf dem Schulgelände sei bisher noch nichts gefunden worden, was auf Rauschmittelmissbrauch schließen lasse, hieß es weiter. Nur Müll werde über den Zaun geworfen, den der Hausmeister regelmäßig beseitige.

„Anwohner-Klagen wegen Lärm und Verschmutzung sind eingegangen“

Auch Andreas Schumann, Inspektor des Stadtordnungsdienstes, besitzt gegenwärtig keinerlei Informationen über Dealer und ihr Unwesen in Lindenthal. „Wohl sind bei uns schon Anwohner-Klagen wegen Lärm und Verschmutzung auf dem Spielplatz eingegangen“, sagte er.

Karla Schneider vom Amt für Familie, Jugend und Bildung bedauerte, dass die brisanten Funde von Joints und Cannabis-Tütchen so schnell öffentlich gemacht worden seien. „Das vertreibt die Dealer und Jugendlichen, die sich nun andere Treffpunkte suchen und sich unseren Kontakten entziehen“, erläuterte sie. Der für den Einsatz der Polizeibeamten zuständige Hauptkommissar Tröger versicherte, dass sich der Lindenthaler Kinderspielplatz in den nächsten Wochen im Visier der Ordnungshüter befinde.

Günther Giessler

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