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Lokales Lindenthals Ortsvorsteher fordert großflächige Aufforstungen
Leipzig Lokales Lindenthals Ortsvorsteher fordert großflächige Aufforstungen
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23:00 16.01.2014
Als Vorleistung für das geplante Industriegebiet Seehausen II soll diese städtische Brachfläche am Kleingartenverein Lindenthal-West aufgeforstet werden. Momentan gleicht sie aber einem Schrottplatz. Quelle: André Kempner

Und all diese Giganten sind im Leipziger Nordraum beheimatet. Da mussten in Größenordnung Flächen versiegelt, musste eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur geschaffen werden. "Das ging und geht natürlich zu Lasten vor allem der Bürger von Lindenthal, Breitenfeld und Lützschena-Stahmeln, deren Lebensqualität durch den Lärm in der Luft, auf Straße und Schiene spürbar eingeschränkt ist", räumt Lindenthals Ortsvorsteher Thomas Kuhnert (CDU) ein. Der Ortschaftsrat der ehemals selbstständigen Gemeinde fordert deshalb, durch großflächige Aufforstungen nordwestlich von Lindenthal die Lärmwerte wenigstens etwas zu minimieren.

Zu dieser Problematik stand dem Gremium jetzt Angela Zabojnik, die zuständige Abteilungsleiterin für Flächenmanagement im Amt für Stadtgrün und Gewässer, sowie Nadine Dienel aus derselben Behörde Rede und Antwort. Angela Zabojnik räumte ein, dass es nach wie vor erhebliche Defizite an geeigneten Ausgleichsflächen gibt. Zugleich betonte sie, dass eins unumstritten ist: "Werden Flächen versiegelt, müssen anderswo Aufforstungen erfolgen, um das ökologische Gleichgewicht nicht dauerhaft zu stören." Allerdings sei es im Leipziger Norden äußerst schwierig, Kompensationsflächen zu finden.

"Es ist nicht nachvollziehbar, dass für Areale, die in unserer Kommune zugebaut werden, Ersatzpflanzungen in Brandis oder Zwenkau vorgenommen werden", kritisierte Ortschaftsratsmitglied Thomas Mädler (SPD) eine durchaus übliche Praxis. Angela Zabojnik bestätigte, dass für das Industriegebiet nördlich der Radefelder Allee als Ausgleich tatsächlich die Entsiegelung von Teilflächen des Flugplatzes Waldpolenz in Brandis erfolgt sei - und dort jetzt ein Traubeneichen-Hainbuchen-Wald stehe. Neue Wege würden beim geplanten Industriegebiet Seehausen II beschritten. Hier seien Ausgleichsmaßnahmen in Vorleistung beschlossen worden. "Auf Antrag der CDU-Stadtratsfraktion stellt die Verwaltung dafür 138 000 Euro zur Verfügung", sagte Angela Zabojnik. So soll in der "Glockentiefe" in Taucha artenreiches Grünland entstehen. "In Lindenthal böte sich die als Grabeland bekannte, rund 20 000 Quadratmeter große Fläche hinter einem Kleingartenverein an", bemerkte Nadine Dienel. "Doch hier teilen sich viele Eigentümer kleine Flecken, so dass diese Fläche nicht zur Verfügung steht."

Angela Zabojnik berichtete, dass in Leipzig aktuell rund 900 Flächen erfasst seien; davon rund 350 in Prüfung und etwas mehr als 200 als nicht geeignet eingestuft. Die Stadtverwaltung setze auf die Vorteile des Interkommunalen Brach- und Kompensations-Flächenmanagements, dem neben Leipzig weitere elf Städte und Gemeinden sowie zwei Landkreise angehören. "Nur in diesem großen Verbund, hier handelt es sich immerhin um ein Gebiet von 3964 Quadratkilometern, lassen sich leistungsfähige, dauerhaft wirksame Ausgleichsflächen finden", ist die Abteilungsleiterin überzeugt. Sie sieht die Vorteile in der Einheitlichkeit und der Erfassung von Daten. Es erleichtere auch die Inanspruchnahme von Fördermitteln. Beispielsweise gerade bei Gurken-Schumann, auf dem Areal des Plagwitzer Bahnhofes oder bei einem Vorhaben in der Fockestraße.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.01.2014

Gießler, Günther

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