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Lokales Linke Aktivisten benennen Straßen nach NSU-Opfern
Leipzig Lokales Linke Aktivisten benennen Straßen nach NSU-Opfern
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17:32 10.07.2018
Ein überklebtes Straßenschild am Reichsgerichtsgebäude in Leipzig erinnert an NSU-Opfer Mehmet Turgut. Quelle: André Kempner
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Leipzig/Berlin

Einen Tag vor dem Urteil im NSU-Prozess haben linke Aktivisten in Leipzig Straßen mit den Namen der Opfer des Terrornetzwerks versehen. Unter anderem gab vor dem ehemaligen Reichsgerichtsgebäude zum Beispiel eine M.-Turgut-Straße. Unbekannte hatten dazu den Namenszug der Leipziger Beethovenstraße überklebt. Auch das Schild des Simsonplatzes war später umgestaltet worden.

Auf einem Dokument erklärten die Aktivisten, dass sie so an das NSU-Opfer Mehmet Turgut aus der Türkei erinnern wollten. Der damals 25-Jährige war 2004 in einem Rostocker Döner-Imbiss erschossen worden.

Insgesamt wurden am Dienstag in mehr als 20 deutschen Städten rund 200 Straßennamen überklebt. Für die „Umbenennungen“ seien vor allem Straßen ausgesucht worden, die NS-belastete Namen trügen und die längst hätten umbenannt werden müssen, teilte die Interventionistische Linke (IL) am Dienstag mit.

Aktionen in Halle, Berlin, Leipzig

Das Bundesamt für Verfassungsschutz führt die Organisation als linksextremistisch. Nach Angaben der Verfassungsschützer will sie eine Verbindung schaffen zwischen militanten Gruppierungen und nichtgewaltorientierten Linksextremisten.

Mit der Aktion wolle man „das Ausmaß rassistischer Gewalt sichtbar machen und den Opfern des NSU und ihren Angehörigen Respekt erweisen“. Zu den Städten zählten unter anderem Berlin, Halle und Leipzig.

Die IL äußerte zudem Kritik an den Behörden und an der Bundesanwaltschaft. Diese habe die Aufklärung des Terrornetzwerks verhindert und staatliche Beteiligung vertuscht.

Zschäpe-Urteil wird erwartet

An diesem Mittwoch will das Münchner Oberlandesgericht das Urteil gegen Beate Zschäpe und vier Mitangeklagte im NSU-Prozess verkünden. Zschäpe war nach Überzeugung der Bundesanwaltschaft eines von drei Mitgliedern des „Nationalsozialistischen Untergrunds“.

Sie sei als Mittäterin für alle Verbrechen verantwortlich, die ihre beiden Komplizen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt verübt haben. Dazu gehören zehn Morde. Neun der Opfer waren Gewerbetreibende türkischer und griechischer Herkunft. Die Motive sollen Fremdenhass und Hass auf den Staat gewesen sein.

Viele Fragen offen

Mit bislang 437 Verhandlungstagen und einer Dauer von mehr als fünf Jahren war der NSU-Prozess ein Mammutprozess. Trotzdem blieben viele Fragen offen, etwa, ob zum „Nationalsozialistischen Untergrund“ noch weitere Menschen gehörten. Zudem gab es massive Vorwürfe gegen die Behörden etwa zu fehlenden Aussagegenehmigungen für Geheimdienstler und geschredderten Akten.

Von LVZ

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