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Linke zieht mit bekannten Namen in den Kommunalwahlkampf

Linke zieht mit bekannten Namen in den Kommunalwahlkampf

Die Linke setzt im bevorstehenden Kommunalwahlkampf auf politische Erfahrung. Sie schickt zwar 107 Bewerber ins Rennen um die 70 Ratsmandate. Die Spitzenkandidaten in den zehn Wahlkreisen sind aber ausnahmslos amtierende Stadträte.

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Die Linke wählte auf ihrem Parteitag in der Demmeringstraße über 100 Kandidaten für die bevorstehende Kommunalwahl.

Quelle: André Kempner

Überraschungen blieben am Sonnabend in der Stadtmission aus. Der Parteivorstand hatte bereits im Vorfeld einen einstimmigen Personalvorschlag unterbreitet, der von der Vertreterversammlung im Wesentlichen getragen wurde. Dennoch sollte der Wahlmarathon fast zehn Stunden dauern. Kein Wunder: Mit 107 Frauen und Männern, die sich alle mit einer Vorstellungsrede präsentieren konnten, geht die Linke mit so viel Manpower an den Start wie zu keiner Stadtratswahl zuvor. Folge: ein immenser Organisationsaufwand. 4760 Stimmzettel, so der Leiter der Wahlkommission, Tilman Loos, mussten gedruckt, verteilt und ausgezählt werden.

Ein Aufwand, der sich lohnen soll. "Wir wollen am 25. Mai stärkste Fraktion werden", formulierte Stadtverbandsvorsitzender Volker Külow (53) das ambitionierte Ziel der Linken. Derzeit verfügt sie über 17 Sitze, einen weniger als die CDU, die größte Fraktion.

Sören Pellmann (37), vor zwei Jahren erst an die Spitze der Linken im Stadtrat aufgerückt, warf einen kurzen Blick zurück und streichelte die Seele der Partei. "Wir sind die Fraktion", sagte der Förder- und Grundschullehrer, "die über alle Parteigrenzen hinweg den Ruf genießt, fleißig und konsequent, aber zugleich verlässlich zu sein." Die Kandidaten rief er zur Zusammenarbeit auf. "Nur als Team können wir erfolgreich sein", erklärte Pellmann. Im bevorstehenden Wahlkampf führt er die Kandidatenliste im Wahlkreis 6 (Leipzig-West) an, holte dafür 75 Prozent der Stimmen. Allerdings: Seine Vorgängerin Ilse Lauter (60), die auf der Grünau-Liste nur um Platz 2 kandidierte, hatte mit 80 Prozent deutlich bessere Sympathiewerte.

Noch mal angetreten und in ihren Wahlkreisen auf Platz 1 gesetzt sind unter anderen die langjährige Schulpolitikerin Margitta Hollick (65) und der wirtschafts- und beschäftigungspolitische Sprecher, William Grosser (66). Doch in den hinteren Reihen stehen schon einige neue Gesichter in den Startlöchern. Franziska Riekewald (33) zählt zu den Hoffnungsträgern der Partei. Die Betriebswirtin, die von 2007 bis 2009 Stadträtin in Halle war, stieg nach ihrem Umzug nach Leipzig bereits zur stellvertretenden Vorsitzenden des Stadtverbandes der hiesigen Linken auf. Als "konservative und streitfreudige Genossin, die mit Wirtschaftskompetenz ausgestattet ist und dem drögen Wirtschaftsbürgermeister Albrecht ordentlich was entgegen- zusetzen hat", beschrieb Landtagsabgeordneter und Linken-Urgestein Dietmar Pellmann (63) die zweifache Mutter.

Mit 22 Jahren gehört Ricky Burzlaff zu den jüngsten Bewerbern um ein Stadtratsmandat. In der Partei ist der Mathematikstudent allerdings kein Unbekannter. Für die Leipziger Linke leitete er bereits den Bundestagswahlkampf 2013. Und in diesem Jahr hat ihn der Stadtvorstand zum Wahlkampfleiter für die Kommunal-, Europa- und Landtagswahlen berufen. Der aktive Läufer will vor allem daran mitwirken, Leipzig als Sportstadt weiter zu entwickeln.

Das beste Wahlergebnis fuhr übrigens Steffen Wehmann (49) ein. Der Parteilose sitzt seit 2009 für die Linke als Finanzexperte im Stadtrat. Er wurde mit 90 Prozent der Stimmen auf Platz 1 im Wahlkreis 1 gesetzt. Deutlich weniger Rückenwind bekam dagegen seine Fraktionskollegin Juliane Nagel. Nach ihren auch parteiintern heftig kritisierten Aktionen gegen die Polizeipräsenz in Connewitz (die LVZ berichtete) verpasste die Parteibasis der 35-Jährigen einen Denkzettel. Unter den zehn Spitzenkandidaten schnitt sie mit nur 61 Prozent am schlechtesten ab.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 03.03.2014
Staeubert, Klaus

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