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Lokales Losverfahren an Gymnasien: Leipziger Eltern streben Klage an
Leipzig Lokales Losverfahren an Gymnasien: Leipziger Eltern streben Klage an
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00:17 05.04.2017
Gehört zu den nach Anmeldezahlen beliebtesten Gymnasien in Leipzig: die Robert-Schumann-Schule in Lindenau.  Quelle: André Kempner
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Leipzig

Mit oder ohne Bildungsempfehlung: Über 1900 junge Leipziger streben in diesem Jahr aufs Gymnasium. Einige Schulen sind dabei besonders gefragt. Die Folge: Viele Eltern sind verunsichert. Denn durch den Andrang liegt es nahe, dass es für manche Sprösslinge keinen Platz auf der Wunschschule geben wird. „Wo Überbuchungen bestehen, muss in der Regel das Losverfahren in Kombination mit Integrations- und Geschwisterkindregelung entscheiden“, erläutert Roman Schulz, Sprecher der Bildungsagentur Leipzig, und ergänzt: „Eine Änderung der Erst-, Zweit- und Drittwünsche ist nicht mehr möglich, da dies zur Ungleichbehandlung aller am Verfahren angemeldeten Schüler führen würde.“

Allerdings weist Schulz darauf hin, dass die endgültigen Anmeldezahlen fürs Gymnasium erst am 11. April vorliegen. Bis spätestens dahin können sich die Eltern umentscheiden, deren Kind keine Bildungsempfehlung erhalten und eine schriftliche Leistungserhebung absolviert hat. Die konkreten Aufnahmeentscheidungen starten demnach erst nach diesem Datum.

Elternrat fordert maximale Transparenz

Speziell gegen das avisierte Losverfahren macht sich allerdings Widerstand breit. Der Elternrat der 46. Grundschule in der Saalfelder Straße kritisiert die Ausgestaltung des Prozederes. „Wir wollen keine Verdächtigungen aussprechen. Wir fragen uns allerdings, ob da wirklich alles sauber abläuft“, heißt es aus dem Gremium. Die Entscheidung über den Schulplatz sei eine wichtige Sache für die nächsten Jahre. Auf jeden Fall so wichtig, dass bei der Vergabe die größtmögliche Sicherheit herrschen und das Risiko menschlicher Fehler minimiert werden müsse.

Mithin fordern die Eltern maximale Transparenz bei der Klassenlotterie: „Wir wollen, dass nicht nur Personen losen, die mit einer Schule verbandelt sind. Sondern dass jemand daran beteiligt wird, der vollkommen unabhängig ist – jemand Externes eben, im Idealfall ein Notar. Der dürfte aber nicht zu bezahlen sein. Vorstellbar wären für uns deshalb Elternratsvertreter umliegender Schulen.“ An einer solchen Änderung scheinen Bildungsagentur und Kultusministerium dem Elternrat zufolge jedoch nicht interessiert zu sein, so dass dieser nun eine Klage gegen das Losverfahren anstrebt. Möglich sei das jedoch erst, wenn bereits ausgelost wurde. Die Eltern sind überzeugt: „Wenn wir vor Gericht gewinnen, lösen wir Krach in dieser Stadt aus. Dann müsste nämlich alles wiederholt werden.“

Rechtsanwalt Frank Selbmann von der auf Bildungsrecht spezialisierten Kanzlei Dr. Selbmann Bergert & Hägele betont, dass in den vergangenen Jahren zu fast allen Leipziger Schulen gerichtliche Entscheidungen getroffen wurden: „Ob tatsächlich Fehler in einem Vergabeverfahren zu beanstanden sind, muss aber immer im Einzelfall überprüft werden.“

„Das ist kein zwingendes Korsett“

Dirk Reelfs, Sprecher des sächsischen Kultusministeriums, teilt auf Nachfrage mit: „Wir gehen davon aus, dass die Schulleiter das Losverfahren – wie auch in den Vorjahren geschehen – verantwortungsbewusst und transparent durchführen.“ Gleichwohl räumt Reelfs ein, dass seine Behörde die Entwicklung in diesem Schuljahr genau beobachten und dann entscheiden wolle, ob es weiterer Justierungen für die Zukunft bedarf.

Dass die aktuellen Eckpunkte beim Losverfahren nur als Empfehlungen und Orientierung angedacht sind, hebt Bildungsagentur-Sprecher Roman Schulz hervor: „Das ist kein zwingendes Korsett.“ Letztlich hätten die jeweiligen Schulleiter die Entscheidungsgewalt darüber, wie gelost werde, so Schulz weiter. Den Aufnahmebescheid für die weiterführenden Schulen erhalten Eltern sachsenweit am 16. Mai. Danach existiert eine Frist von vier Wochen, in der Widerspruch eingelegt werden kann.

Von Matthias Klöppel

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