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00:31 14.05.2018
Jürgen Schrödl leitet seit einem Jahr das Buddehaus. Benannt ist das soziokulturelle Zentrum in der vom Unternehmer Adolf Bleichert 1890/91 erbauten Villa in der Lützowstraße 19 nach Heinrich Budde. Der Ingenieur in Bleicherts Drahtseilwerken war 1944 von den Nazis hingerichtet worden. Quelle: Foto: Andrè Kempner
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Gohlis

Seit das Buddehaus in Gohlis zu neuem Leben erwachte, ist ordentlich wieder was los in den altehrwürdigen Räumen der Villa Hilda, die 1890 als Wohnhaus erbaut und seit 1956 als Kulturhaus genutzt wird. Seit Januar 2017 ist der Verein Fairbund Betreiber des Buddehauses in der Lützowstraße 19. Die Angebote für alle Altersgruppen haben sich seither vervielfacht. Die Veranstaltungen reißen nicht ab, eine löst die andere ab. Neben Konzerten und Puppentheater werden Dokumentarfilme und Ausstellungen gezeigt. Es wird zum Tanztee geladen, zu Vorträgen und Lesungen. Das Programm in dem soziokulturellen Zentrum wird von Monat zu Monat umfangreicher. „Und es ist ganz bewusst bunt gewürfelt“, betont Hausleiter Jürgen Schrödl.

Neue Veranstaltungsreihen

So wurden unterschiedliche Reihen ins Leben gerufen wie Salonkonzert und Theatercafé, Sonntagsfilm oder „Für die Familie“. Richtig eingeschlagen hat die Reihe „Klezmer with friends“. Der Klarinettist Giuseppe Sciarratta von Klezmer Muskelkater lädt Kollegen ein, um mit ihnen im Buddehaus zu musizieren. „Er holt die besten Musiker ran“, schwärmt Schrödl. Diese Abende in kleiner Clubatmosphäre im Saal locken immer mehr Zuhörer an. Ebenfalls sehr gut laufen Angebote für junge Familien wie die Babykonzerte, die sich drei Musikerinnen ausgedacht haben. „Die Pianistin Karine Terterian aus Gohlis kam zu uns und fragte, ob wir das anbieten könnten“, sagt Schrödl. „Mir gefiel das, wir haben es ausprobiert, und es hat funktioniert.“ Am 17. Juni wird es sogar ein Babykonzert im Skulpturengarten geben. Auf ähnliche Weise kam der „Philosophische Salon“ zustande. Der Philosoph Jirko Krauß hatte die Idee. Dabei geht es um den Austausch zu drängenden Fragen der Zeit. Die Teilnahme an den Salonabenden ist für alle Interessierten offen und setzt kein Philosophiestudium voraus. Am 30. Mai geht es um „Streit und Streiten in aufgeregten Zeiten.“

Kleinkunst in Wohnzimmeratmosphäre

Fairbund folge dem Konzept, für alle Altersgruppen da und nah zu sein. Und: „Wir sind für Vieles offen und wollen was ausprobieren.“ Das Grundprinzip sei Offenheit. Dabei sieht Schrödl im Stadtteil Gohlis das „Budde“ mit seiner Kleinkunst in Wohnzimmeratmosphäre zwischen „Anker“ und Geyserhaus angesiedelt. Und er unterstreicht, dass neben neuen Reihen Bewährtes fortgesetzt wird. Das betrifft vor allem den Gohliser Kunstmarkt, das Bildhauer Pleinair sowie den Gohliser Kunstsommer. Die Formate mit wachsender Anziehungskraft wurden vor mehr als fünf Jahren von Uta Schlenzig und ihren Mitstreitern eingeführt, die 2014 den Gohliser Verein zur Förderung von Kunst und Kultur (KuK) gründeten. Der betreut seitdem die Kulturschiene und wartete mit dem neuen Format „Kultur im Dialog“ auf, das im Juni und im Herbst seine Fortsetzung findet. Mitte Mai startet das 6. Bildhauer Pleinair.

Besucher sehen Gesamtkunstwerk

„Mit dem KuK Verein arbeiten wir gut zusammen“, der sei total wichtig, betont der Hausleiter, der auf die inhaltlichen Säulen Kreativitätswerkstatt, Skulpturengarten, Biergarten und Haupthaus verweist. Das ganze Ensemble mit Villa Hilda, Gartenhaus und dem großen Freigelände samt neuem Spielplatz soll von den Besuchern als Gesamtwerk wahrgenommen werden. Es komme darauf an, dass das vielfältige Angebot von den Menschen angenommen und genutzt werde. „Die Leute sollen sich doch wohlfühlen, egal, wer was verantwortet und initiiert hat.“ Dabei ist nichts in Stein gemeißelt. Was nicht funktioniert, wird abgesetzt. Die Macher probieren weiterhin aus, experimentieren und bilanzieren, was wie gut läuft oder auch nicht. „Wir stehen ja noch ganz am Anfang“, sagt Schrödl, „aber ich glaube, dass wir ganz viel richtig gemacht haben.“

www.budde-haus.de

Von Marianne H.-Stars

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