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Lokales Luftqualität in Leipzig weiterhin kritisch - Baustelle Lützner Straße wirkt sich positiv aus
Leipzig Lokales Luftqualität in Leipzig weiterhin kritisch - Baustelle Lützner Straße wirkt sich positiv aus
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13:09 24.01.2012
Umweltzone Leipzig: Laut Bürgermeister Heiko Rosenthal ist eine Bilanz erst im Herbst 2012 sinnvoll. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Um Feinstaub-Werte zu senken, hatte die Kommune im März 2011 die Umweltzone eingeführt. Trotzdem ist insgesamt auch die Stickstoffdioxid-Belastung in der Messestadt zu hoch. Punktuell wirkte sich die Baustelle in der Lützner Straße positiv auf diesen Wert aus, teilte das Landesamt am Dienstag mit.

Im Leipziger Westen wird seit Mai 2011 gebaut, und zwar richtig: Stadt und Leipziger Verkehrsbetriebe stemmen das 40-Millionen-Euro-Projekt "Stadtbahnlinie 15". Begrünte Gleisanlagen, neue Radwege und Parkmöglichkeiten sollen dort entstehen. Außerdem werden auch Trinkwasserleitungen und ein Abwasserkanal erneuert.

Während die Leipziger an anderer Stelle Umleitungen und Staus in Kauf nehmen, wurden an der Lützner Straße die Verkehrszahlen laut Landesumweltamt um ein Drittel reduziert. Der Stickstoffdioxid-Grenzwert konnte dadurch knapp eingehalten werden. Der Jahresgrenzwert liegt bei 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft als Maß für eine Dauerbelastung. Die Experten sagen aber auch: Wenn die Baustelle weg ist, der Verkehr also wieder normal fließt an der Lützner Straße, wird der Stickstoffdioxid-Wert auch dort wieder steigen.

Rosenthal: "Ohne Umweltzone wären die Werte schlechter"

Der Feinstaub-Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft darf laut Landesumweltamt an 35 Tagen im Jahr überschritten werden. An den Messstationen Mitte und Lützner Straße wurden die Werte allerdings an 63 und 69 Tagen überschritten. "Wenn es die Umweltzone nicht gäbe, wären die Werte noch schlechter", sagte Heiko Rosenthal (Die Linke), Leipzigs Bürgermeister für Umwelt, Ordung und Sport, auf Anfrage von LVZ-Online.

Man benötige mindestens ein Jahr Beobachtungszeitraum, um die Parameter herauszufiltern, die in ungewöhnlichen Jahren die Messergebnisse beeinflussten, so Rosenthal. Das Landesumweltamt rechnet dazu unter anderem das Wetter: Lang anhaltende Trockenheit und eine Wetterlage, die den Luftaustausch erschwerte, ließ die Werte vom 17. Februar bis zum 16. März und im November 2011 deutlich ansteigen, erklärten die Experten.

Die Messtation "Am Hallischen Tor". Quelle: André Kempner

Leipzig hätte mit dem Ring eine hohe Verkehrskonzentration in der City zu verkraften, so Rosenthal. "Die Kreuzung Gerberstraße und Am Hallischen Tor ist die meistbefahrene Kreuzung in Sachsen", so Rosenthal. In Leipzig werden die Grenzwerte nach der Aufstellung des Landesumweltamtes 2011 deutlich häufiger überschritten als in Dresden, Chemnitz, Görlitz oder Zwickau. Doch auch hier stellte das Landesamt fest, dass an deutlich zu vielen Tagen dicke Luft herrscht.

Weniger krebserregende Stoffe

Trotzdem ist die Jahresbilanz nicht durchweg negativ: Während die Tagesgrenzwerte häufiger als noch 2010 überschritten wurden, sei der Jahresmittelwert von 40 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft an allen sächsischen Messstationen eingehalten worden. In Leipzig sei trotz Feinstaubbelastung die Konzentration krebsverusachender Stoffe messbar zurückgegangen, betonte Heiko Rosenthal. "Das liegt eindeutig an den Verbesserungen in der Motorisierung", verweist der Bügermeister auf die Umweltzone.

Wie Rosenthal gegenüber LVZ-Online erklärte, will die Stadt Leipzig im Herbst 2012 gemeinsam mit dem Sächsischen Landesamt für Umwelt eine belastbare erste Bilanz aus der Umweltzone ziehen.

Mehr Infos: http://www.umwelt.sachsen.de

Evelyn ter Vehn

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