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Lokales MDR entschuldigt sich für Beitrag mit Linken-Politikerin
Leipzig Lokales MDR entschuldigt sich für Beitrag mit Linken-Politikerin
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19:41 04.09.2017
Die Leipziger Linken-Politikerin Franziska Riekewald Quelle: André Kempner
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Leipzig

Die Leipziger Linken haben sich am Montag zum Wirbel um einen Beitrag in der Sendung "Umschau" des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) geäußert. Wie berichtet, war Franziska Riekewald, Linken-Kandidatin für den Wahlkreis Leipzig-Nord, dort als „Normalverdienerin“ in Erscheinung getreten. Sie hatte von Problemen bei der Wohnungssuche berichtet. Ihrer  Familie ist die 90-Quadratmeter-Wohung im Waldstraßenviertel zu eng. Bezahlbare Alternativen vor Ort würden fehlen. Riekewalds politische Funktion wurde nicht erwähnt.

Ihr Auftritt lasse politische Mitbewerber zu Hochtouren auflaufen, so die Linken am Montag in einer Pressemitteilung. „Von verdeckter Wahlwerbung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen und mangelndem Fair Play ist die Rede. Diese absurde Darstellung weisen wir entschieden zurück“, so die Linken. "Fakt ist: Zu keinem Zeitpunkt haben wir versucht, den Eindruck zu erwecken, bei Franziska Riekewald handele es sich um eine 'normale Bürgerin'." Bereits beim Erstkontakt mit dem Sender habe sie verdeutlicht, dass sie Linken-Stadträtin und Bundestagskandidatin ist. "Wir hatten insofern auch erwartet, dass dies aus dem dann ausgestrahlten Beitrag hervorgehen würde."

Den politischen Mitbewerbern werde angeraten, sich mehr mit dem Thema des Beitrags auseinanderzusetzen. So ließe sich die notwendige Debatte zum Wohnungsmarkt versachlichen.

Der MDR schaltete sich erst am Montag via Twitter in die Debatte ein – und streute sich Asche aufs Haupt. Der Beitrag und die Auswahl der Protagonisten seien detailliert ausgewertet worden, hieß es seitens der Pressestelle des öffentlich-rechtlichen Senders. "Im Ergebnis müssen wir feststellen, dass hier die journalistischen Standards nicht eingehalten wurden. Das bedauern wir sehr." In Wahlkampfzeiten sei bei der Auswahl von Protagonisten für Beiträge zu prüfen, ob Interessenkonflikte vorliegen könnten. Des Weiteren verlautete: "Die Autoren des Beitrages gingen davon aus, dass das politische Engagement von Frau Riekewald nicht relevant sei, da sie ausschließlich als Privatperson befragt wurde. Dies war eine Fehleinschätzung."

lvz

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