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MDV will ab August Fahrpreise anheben

MDV will ab August Fahrpreise anheben

Das Fahren mit den öffentlichen Bussen und Bahnen könnte zum 1. August teurer werden. Der Mitteldeutsche Verkehrsverbund (MDV) - zu dem auch die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) gehören - will dann vor allem seine Stammkunden etwas stärker zur Kasse bitten: Wochen-, Monats- und Abokartenbesitzer sollen pro Einzonenfahrt 1,5 Cent mehr entrichten; wer regelmäßig durch mehrere MDV-Zonen unterwegs ist, soll pro durchfahrener Zone jeweils einen weiteren Cent mehr pro Fahrt zahlen, so der Plan.

In der MDV-Zentrale wird diese Erhöhung als "absolut moderat" bezeichnet. Die Preisanpassung betrage nur zwei Prozent und entspreche damit der Inflationsrate, die die Europäische Zentralbank prognostiziert habe, heißt es. "Nutzer von Einzel- und Tageskarten bekommen ihre Tickets auch künftig zu den heute gültigen Preisen", sagt MDV-Geschäftsführer Steffen Lehmann und begründet dies mit dem Ziel, mehr Fahrgäste in Busse und Bahnen zu locken. Zudem würden zum zweiten Mal in Folge Kinderfahrkarten bei einem Tarifwechsel preislich unverändert bleiben. "Unser Tarif bleibt damit familienfreundlich und sozial verträglich", meint er.

Mit den neuen Preisen sind längst nicht alle der 27 Unternehmen des MDV-Verbundes glücklich. Dem Vernehmen nach haben einige von ihnen vor einer Woche auf der entscheidenden MDV-Aufsichtsratssitzung für eine Tarifanhebung von sechs bis acht Prozent plädiert, um den jährlich um ein bis zwei Prozent schrumpfenden Gesamtmarkt sowie den möglichen Anstieg der Energie- und Kraftstoffkosten besser verkraften zu können. Durchgesetzt hat sich allerdings jene Fraktion im Aufsichtsrat, die die Fahrgäste auf keinen Fall verprellen will. Ihre Argumentation: Die Wirtschaftskrise und der allgemeine Kaufkraftschwund belasten die Haushalte im MDV-Gebiet bereits so extrem, dass die über der Inflationsrate liegenden Mehrkosten von den Mitgliedsunternehmen geschultert werden müssten. "Am Ende gab es für die jetzt geplante moderate Anhebung eine ganz breite Mehrheit im Aufsichtsrat", sagt Geschäftsführer Lehmann.

Intern umstritten war auch, ob man die Mehrkosten auf alle Kundengruppen gleichmäßig verteilt oder vor allem die Stammkunden zur Kasse bittet, die schon die letzte Erhöhung vor einem Jahr schultern mussten. Am Ende traf es erneut die Vielfahrer. "Rund zwei Drittel unserer Fahrgäste sind regelmäßige Nutzer, die fast täglich die öffentlichen Verkehrsmittel in Anspruch nehmen", verteidigt Lehmann diese Entscheidung. "Für sie halten unsere Verbundunternehmen über 700 Busse, knapp 200 Straßenbahnen sowie mehr als 100 Eisenbahnzüge und Triebwagen betriebsbereit." Deshalb halte er es für vertretbar, diese Gruppe stärker zu belasten. Für die Nicht- oder Gelegenheitsnutzer müssten dagegen Anreize geschaffen werden, das System Nahverkehr auszuprobieren. "Wir wollen die Preisschwelle für diese Gruppe nicht erhöhen."

Der MDV hebt deshalb den Preis seiner Wochenkarten um 30 Cent an, die Monatskarten werden einen Euro teurer, die Jahreskarten zehn Euro und die Abonnements 85 Cent.

Eine Ausnahme bilden die Einzel- und Vier-Fahrtenkarten für die Kurzstrecke: Sie werden stattliche zehn Cent je Fahrt teurer und belasten auch die Gelegenheitsfahrer. "Dieses Angebot haben wir im vergangenen Jahr nicht angehoben", begründet Lehmann diesen Schritt. Da rund fünf Prozent aller MDV-Kunden dieses Ticketsegment nutzen, verdiene der MDV jetzt durch diese Anhebung "etwas".

Auch wer bei seiner Fahrt über mehrere Zonen pendelt, muss tiefer in die Tasche greifen. "Wer zwischen Leipzig und Halle unterwegs ist, muss ungefähr 5,5 Cent pro Fahrt mehr einplanen", sagt Lehmann. Insgesamt steigere der MDV mit den neuen Preisen seine jährlichen Erlöse um rund zwei Millionen Euro - dies entspricht einem durchschnittlichen Einnahmezuwachs von knapp 1,5 Prozent.

Die neuen Preise müssen noch bei den Genehmigungsbehörden eingereicht werden. Der Aufsichtsrat der LVB stimmte den Plänen gestern Abend auf seiner Sitzung zu, wie ein Sprecher gegenüber der LVZ erklärte.

Andreas Tappert

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