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Magistrale im Wandel - Arbeit am neuen Image der Georg-Schumann-Straße in Leipzig

Magistrale im Wandel - Arbeit am neuen Image der Georg-Schumann-Straße in Leipzig

Die Georg-Schumann-Straße ist schon lange ein Sorgenkind der Stadtentwickler. Nach der Wende wurde sie durch das stark angestiegene Verkehrsaufkommen, den Wegfall von Geschäften, die Errichtung neuer Shopping-Malls gebeutelt.

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Der Anfang ist gemacht: Der Wochenmarkt am neu gestalteten Huygensplatz lockt jetzt dienstags und donnerstags Kunden an.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Lange Zeit ging es abwärts mit der Zahl der Anwohner und der vermieteten Geschäftsflächen. Seit 2009 macht sich das Magistralenmanagement für die Entwicklung und Wiederbelebung der Meile stark.

"Die Fortschritte, die wir machen, sind klein, aber messbar", sagt Jochen Gauly, verantwortlich für Stadtraum, Verkehr und Eigentümerberatung beim Magistralenmanagement. "Anfang 2013 betrug der Leerstand bei den Geschäftsräumen 50 Prozent, zu Beginn dieses Jahres waren es 42 Prozent." Sechs Häuser wurden in diesem Zeitraum entlang der Straße saniert. Im vergangenen Jahr hatte das Magistralenmanagement zu allen Besitzern der zirka 70 unsanierten oder teilsanierten Häuser Kontakt aufgenommen. "Mit einigen stehen wir seitdem in regelmäßigem Austausch. Andere haben uns mitgeteilt, dass sie kein Interesse an unseren Angeboten haben. Und wieder andere haben gar nicht reagiert. Da wissen wir nicht, ob die überhaupt noch existieren", sagt der 46-Jährige. Zudem sei das Klientel der Hauseigentümer sehr unterschiedlich. "Manche Leute gehen mit kleinem Geld kleine Schritte, um ihr Wohneigentum zu sanieren. Dann gibt es Investoren, die große Projekte stemmen. Und es gibt Spekulanten, die Häuser kaufen, nichts daran tun und sie in zehn Jahren mit Gewinn verkaufen möchten." Die Stadtverwaltung könne nur eingreifen, wenn von Gebäuden Gefahr ausgehe.

Weil nicht alles auf einmal gemacht werden kann, wird im Rahmen eines "Perlenschnurkonzepts" an der Verbesserung der Infrastruktur auf der 4,3 Kilometer langen Trasse gearbeitet. So wurde der Huygensplatz 2013 erneuert. Am Möckernschen Markt laufen die Bauarbeiten gerade an. Der Renftplatz wird umgestaltet, sobald die Sanierung des Ankers beendet ist. Die Areale am Chausseehaus und am Wahrener Rathaus sollen folgen. Im Herbst werden auch noch Bäume gepflanzt, was das Lebensgefühl an der Magistrale verbessern soll. Im Rahmen eines Projektes wurden die Flächen dafür ausgesucht. "Auch damit wird sichtbar, dass es hier vorwärts geht", sagt Hansgeorg Herold (71) vom Bürgerverein Gohlis.

Aber auch Hauseigentümer ziehen mit. Bei Steffen Mildner zum Beispiel wollte ein Gebrauchtwaren-Händler einziehen. Er entschied sich aber für die Eröffnung einer Galerie in seinen Geschäftsräumen. "Ich wollte einen klaren Akzent in die andere Richtung setzen", sagt Mildner. Allerdings sei er sich im Klaren: "Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer." Der Kampf gegen den Leerstand in der Straße müsse weitergeführt werden. "Ich hoffe, dass die Stadtverwaltung die positive Entwicklung nicht zum Anlass nimmt, sich nun zurückzulehnen."

Ein Ort der Begegnung ist bereits die von evangelisch-lutherischer und katholischer Kirche getragene "Lebenslust" am Wahrener Rathaus. Seit 2010 gibt es dort Angebote wie Krabbelgruppe, Seniorenfrühstück, Geburtstagfeiern für Alleinstehende, Lese- und Spielecken. Das Nachbarschaftszentrum "Die Tür" an der Ecke zur Wiederitzscher Straße wiederum bietet in seinen Räumen Gelegenheit zur Begegnung und zum Kleidertausch sowie einen kleinen Kreativmarkt, der Basteleien von Hobbykünstlern anbietet. "Wir wollen ein Treffpunkt für Jung und Alt, mit kreativen, sportlichen und musikalischen Angeboten sein", sagt Kerstin Sommerfeld vom Leitungsteam des Nachbarschaftszentrums. Ein guter Kontakt habe sich bereits zwischen den Mitarbeitern und den Familien im Flüchtlingshaus in der Georg-Schumann-Straße entwickelt. "Einige der Bewohner waren schon zum Frühstück bei uns. Und die Kinder kommen ab und zu mit der Sozialarbeiterin zum Basteln, darüber freuen wir uns sehr", erzählt die 46-jährige ehrenamtliche Nachbarschaftshelferin.

Es ist nicht zu übersehen: Die Georg-Schumann-Straße wandelt sich. Da sind zwar noch immer die Häuserzeilen, in denen sich Döner-Laden, Asia-Imbiss, Fingernagel-Studio sowie An- und Verkauf aneinanderreihen; wo nur das Erdgeschoss durch die Geschäfte genutzt wird, alle Etagen darüber jedoch leer stehen. Sie dominierten lange Zeit das Antlitz der Meile. Aber es gibt durchaus auch wieder Schmuckstücke, viele kleine Leuchttürme zwischen Chausseehaus und Wahrener Rathaus.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 23.04.2014

Katrin Kleinod

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