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Mahngebühr zu hoch - Stadtwerke gerügt

Verbraucherzentrale Mahngebühr zu hoch - Stadtwerke gerügt

Leipzigs Stadtwerke haben ihren Kunden unzulässig tief in die Taschen gegriffen. Das hat die Verbraucherzentrale Sachsen festgestellt und das stadteigene Unternehmen dafür abgemahnt.

Die Verbraucherzentrale hat Stadtwerke gerügt. (Symbolbild)

Quelle: Leipzig report

Leipzig. Betroffene Kunden haben jetzt die Möglichkeit, Geld zurückzufordern, meinen die Verbraucherschützer. Bei den überhöhten Beträgen handelt es sich um Mahngebühren, die die Stadtwerke in Rechnung stellen, wenn sie säumige Kunden an ausgebliebene Zahlungen erinnern. Das Unternehmen hatte pro Standart-Schreiben 5,50 Euro in Rechnung gestellt und damit vor allem zahlungsschwache Verbraucher zusätzlich in Bedrängnis gebracht. "Neben betroffenen Kunden hat sich auch unsere eigene Schuldnerberatung an uns gewandt", sagt Michael Hummel, Referatsleiter der Verbraucherzentrale. "Wir haben dann recherchiert und festgestellt, dass die Gebühren deutlich zu hoch sind." Eine Mahngebühr sei eine Art pauschalierte Schadenssumme, sagt Hummel. "Nur was als Schaden entsteht, darf in Rechnung gestellt werden. Also Portokosten oder Materialkosten wie Papier. Nach unserem Verständnis gilt das nicht für allgemeine Betriebskosten wie Raummiete oder Personalkosten." Die Stadtwerke hätten aber ihre eigene Kostenkalkulation nie offengelegt. Hummel: "Sie haben aber die von uns verlangte Unterlassungserklärung abgegeben und uns mitgeteilt, dass die Gebühr von 5,50 Euro auf unter 2,50 Euro gesenkt wird." Dies sei auch geschehen und seitdem habe es keine Beschwerden mehr gegeben.

"Bei Schuldnern ist es nicht ganz unwesentlich, wenn allein durch Mahngebühren ein Betrag von 22 Euro zusammenkommt, weil die Stadtwerke jede Woche ein Mahnschreiben schicken", sagt der ehemaligen Schuldnerberater Kay Görner. "Das spitzt die Situation noch weiter zu." Allerdings hätten die Stadtwerke ab und an auch schon früher aus Kulanzgründen auf Mahngebühren verzichtet.

Verbraucherschützer Hummel betont, dass betroffene Kunden jetzt die überhöhten Mahngebühren von den Stadtwerken zurückfordern können. "Wer diese unzulässig erhöhten Mahngebühren gezahlt hat, kann zumindest den Teil zurückfordern, der über den tatsächlichen Kosten liegt", sagt er. "Also die Differenz zwischen den damaligen und den jetzigen Gebühren."

Die Stadtwerke Leipzig erklärten gestern, dass sie sehr ungern Mahnschreiben verschicken. "Wir empfehlen immer, sich bei Zahlungsschwierigkeiten mit uns in Verbindung zu setzen und so Ärger und zusätzlichen Kosten aus dem Weg zu gehen", sagt Pressesprecherin Nicole Rühl. Ziel sei eine einvernehmliche Lösung zu finden - beispielsweise über Ratenzahlungsvereinbarungen. "Eine Minderheit der Kunden verursacht mit ihrem Zahlungsverhalten unverhältnismäßig hohe Kosten, die wir in der Vergangenheit in Höhe von 5,50 Euro daher auch nur auf diese umgelegt haben", so Rühl. "Vor dem Hintergrund der Aktivitäten der Verbraucherzentrale und unter Berücksichtigung der rechtlichen Rahmenbedingungen haben wir unsere Mahnentgelte auf 2,30 Euro pro Mahnung gesenkt."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.07.2015
Andreas Tappert

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