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Mahnmarsch für Kamal K. – 800 Teilnehmer demonstrieren friedlich durch Leipzig

Mahnmarsch für Kamal K. – 800 Teilnehmer demonstrieren friedlich durch Leipzig

Die Demonstration zum Gedenken an den vor drei Jahren ermordeten Kamal K. ist nach ersten Aussagen von Polizei und Veranstaltern friedlich zu Ende gegangen. An dem Umzug, der von der Südvorstadt in die Innenstadt, von dort aus in den Leipziger Ostern und zurück zum Augustusplatz geführt hatte, beteiligten sich nach ersten Schätzungen etwa 800 Teilnehmer.

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Rund 800 Teilnehmer nahmen an der Demonstration zum Gedenken an den vor drei Jahren von einem Rechtsextremen ermordeten Kamal K. teil, darunter auch Freunde und Familie des Mordopfers.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Stadträtin Juliane Nagel (Linke), die die Demonstration angemeldet hatte, zeigte sich besonders berührt davon, dass die Familie des Ermordeten an dem Umzug teilnahm. Die beiden Brüder und die Mutter von Kamal hätten den Teilnehmern ihren Dank dafür ausgesprochen, dass die Demonstranten die Erinnerung an die Gewalttat wach hielten.

Allerdings habe Kamals älterer Bruder Ali auch Kritik geübt. In einem Redebeitrag am Gedenkort nahe des Hauptbahnhofs habe K. die Behandlung von Migranten durch die Behörden und die Polizei kritisiert. So würden Flüchtlinge wie die Familie K. oftmals kriminalisiert, obwohl sie keinerlei Straftaten begangen hätten.

Maximilian Schmidt von der Initiative „Rassismus tötet!“ hatte vor der Demonstration betont, dass der Protestmarsch nicht nur an Kamal K. erinnern sollte. „Zugleich kritisieren wir die fehlende politische und gesellschaftliche Sensibilität im Umgang mit rechter Gewalt. Weiterhin werden Menschen aufgrund ihrer Herkunft, ihres sozialen Status oder ihrer Sexualität diskriminiert und in ihrer Unversehrtheit bedroht“, so Schmidt.

Bereits am Donnerstag war am Tatort der Ermordung vor dem Leipziger Hauptbahnhof ein Denkmal eingeweiht worden. Zusammen mit der Familie des Opfers hatten Vertreter von Stadt und Beratungsstelle für rechtsradikale Gewalt (RAA) eine Tafel entwerfen lassen. Laut der AG Erinnerungskultur der Stadt Leipzig solle das Mahnmal nur der erste Gedenkort für rechts motivierte Gewalt in der Messestadt sein. Der Tod des damals 19-jährigen Kamal K. gehört zu drei Mordfällen in Leipzig, die laut Bundesinnenministerium rechtsradikalen Hintergrund haben. Nichtstaatliche Stellen gehen allerdings noch von drei weiteren Todesfällen in Leipzig aus, die ebenfalls rechtsmotiviert waren.

Der gebürtige Iraker war in der Nacht zum 25. Oktober 2010 vor dem Hauptbahnhof von zwei Neonazis angesprochen und niedergestochen worden. Er starb wenig später an seinen schweren Stichverletzungen. Die beiden Täter wurden 2011 zu Gefängnisstrafen verurteilt, das Gericht sah es auch als erwiesen an, dass die Männer aus fremdenfeindlichen Motiven handelten. Der Haupttäter erhielt 13 Jahre Haft mit anschließender Sicherheitsverwahrung, sein Kumpan drei Jahre Freiheitsentzug.

mpu/chg

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