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Lokales Mahnwache zum Kamal-Prozess in Leipzig – „Rassistischer Tathintergrund verschwiegen“
Leipzig Lokales Mahnwache zum Kamal-Prozess in Leipzig – „Rassistischer Tathintergrund verschwiegen“
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12:23 17.06.2011
Stadträtin Juliane Nagel (Linke) bei der Mahnwache zum Kamal-Prozess Quelle: Christian Nitsche
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Leipzig

begonnen. Issa, Fahd, Aws, Robert und Lukai heißen die Aktivisten, sie sind Freunde des Opfers gewesen und haben noch einmal gegen den Ansatz der Staatsanwaltschaft demonstriert, die neonazistische Vorgeschichte der Täter aus der Verhandlung auszuklammern.

„Die Staatsanwaltschaft zieht sich auf den Tatvorwurf des Totschlags und der Körperverletzung zurück. Damit wird den Tätern ein bewusstes Handeln abgesprochen, der politische Hintergrund unterschlagen“, heißt es im Flugblatt, das die Aktivisten an ihrem Stand verteilen. Sie werfen den Behörden vor, dass sie die Betrunkenheit der Angeklagten Marcus E. und Daniel K. zum Zeitpunkt der Tat als Vorwand benützten, politische Motive für den Angriff völlig auszuschließen. Die Teilnehmer der Mahnwache halten das für eine Verharmlosung der Tat.

Der erste Verhandlungstag drinnen ist schnell vorbei. Das Verfahren wird nach einer etwa halben Stunde vertagt. Die rund 30 Teilnehmer der Mahnwache, unter ihnen auch die Stadträtin Juliane Nagel (Linke), stehen noch eine gute Stunde vor dem Gericht. „Der Termin heute war nicht besonders wichtig“, sagt einer der Organisatoren. „Sie haben die Anklageschrift verlesen und das war es.“ Bevor er losfährt, verspricht er: „Beim nächsten Mal werden wir mehr Leute sein.“

Clemens Haug

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