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Lokales Maler Günter Horlbeck stiftet Gemälde für Leipzigs neue katholische Kirche
Leipzig Lokales Maler Günter Horlbeck stiftet Gemälde für Leipzigs neue katholische Kirche
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23:59 02.02.2014
"Engel über der Stadt" lautet der Titel des Gemäldes, das Künstler Günter Horlbeck (links) dem katholischen Propst Lothar Vierhock überreicht. Quelle: André Kempner

In ihrem Heim ist von beiden ein staunenswertes Lebenswerk zu sehen. Bilder, entstanden in mehr als einem halben Jahrhundert intensiven Schaffens. Einen Teil der Kunst übergab das Maler-Paar schon vor Jahren als Stiftung dem Museum für bildende Künste.

Zu Günter Horlbecks eindrucksvollsten Gemälden gehört das Bild "Engel über der Stadt". Es entstand im September/Oktober 1989. Horlbeck, geboren wie sein Maler-Kollege Wolfgang Mattheuer in Reichenbach im Vogtland, hat in seinem Leben viel mitgemacht - Krieg und Nachkriegszeit, Kunstwirren in der DDR, aber auch sehr erfüllte Jahre als freier Künstler und als Professor für Malerei an der Kunstakademie in Dresden, für die er nach 1990 vom Freistaat Sachsen zum Professor neuen Rechts berufen worden war.

Der Revolutions-Herbst in Leipzig hatte auch Horlbeck bewegt - und künstlerisch inspiriert. Er meinte, dass ein Schutzengel seinem geliebten Leipzig gut tun würde. Der Maler, damals am Dittrichring zu Hause, erinnert sich: "Unten waren die Straßen mit dem protestierenden Volk verstopft, und oben bangte ich vor meiner Staffelei: ,Schießen die?'" In dieser "Wir sind das Volk"-Stimmung entstand sein Kunstwerk "Engel über der Stadt". Horlbeck brauchte dafür keine Vorstudie, keine Skizze, er malte einfach so, angeregt von dem, was in Leipzig geschah.

Demnächst wird das Gemälde in der neuen Trinitatis-Kirche einen würdigen Platz finden. Propst Vierhock ist glücklich, dass der Künstler sein "Revolu- tionsgemälde" seiner Kirche stiftet. Als es der Pfarrer zum ersten Mal sah, war er begeistert. Vierhock: "Ich war von Anfang an verliebt in dieses Bild. Es fortan in unserer neuen Kirche zu wissen, stimmt mich sehr froh. Im Namen meiner Gemeinde danke ich Professor Horlbeck ganz herzlich."

Wo das Gemälde konkret zu finden sein wird, konnte Vierhock bei der Übergabe noch nicht sagen. Er versprach dem Gönner aber: "Es bekommt den bestmöglichen Platz."

Für Horlbeck ist es eine Genugtuung, mit diesem Gemälde im öffentlichen Raum präsent zu sein. Ihm geht es wie manch anderem aus seiner Generation: Die in aller Welt gerühmte Kunststadt Leipzig tut bekanntlich nach wie vor nicht das, was sie eigentlich tun müsste, um ihre "alten Meister" zu würdigen. Thomas Mayer

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 03.02.2014

Thomas Mayer

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