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Marathon der Stadtführer in Leipzig – eine verrückte Idee wird Wirklichkeit

Treffpunkt Leipzig Marathon der Stadtführer in Leipzig – eine verrückte Idee wird Wirklichkeit

„Ich bin total überwältigt und überglücklich, dass eine verrückte Idee Wirklichkeit geworden ist“, sagte Sonja Pfeifer-Suppee, die Chefin von Treffpunkt Leipzig. Die Gästeführer-Firma hatte zu einem Marathon gebeten, um Leipzig bei Stadtrundgängen 24 Stunden lang in all seinen Facetten zu präsentieren.

Gasteführer von Treffpunkt Leipzig bieten am Wochenende 24 Stunden lang Stadtführungen bei einem Marathon an.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Sie strahlte am Sonntag über das ganze Gesicht: „Ich bin total überwältigt und überglücklich, dass eine verrückte Idee Wirklichkeit geworden ist“, sagte Sonja Pfeifer-Suppee, die Chefin von Treffpunkt Leipzig. Die Gästeführer-Firma hatte zu einem Marathon gebeten, um Leipzig bei Stadtrundgängen 24 Stunden lang in all seinen Facetten zu präsentieren. Knapp 300 Leute nahmen das Angebot an. Lediglich der Krimi-Nachtwächter, der nachts um 3 Uhr loszog, hatte keinen zahlenden Gast. Der Rundgang fand dennoch statt, in Begleitung der Helfer, die im Vorfeld mobilisiert worden waren, damit die Gästeführer nicht alleine an der Gedenksäule auf dem Nikolaikirchhof auf Interessierte warten müssen. „Ich bin mit dem Taxi in die Stadt gefahren, damit meine Tour pünktlich startet und war total aufgeregt, ob überhaupt jemand kommt“, erzählte Daniela Rohr, die vier Uhr morgens über Meuchler, Makler und Minnesänger redete und damit Leipzig im Mittelalter vorstellte. Vier Leute waren eigens mit dem Elektroauto gekommen, um daran teilzunehmen. Sebastian Ringel ging um fünf mit den Leuten auf Katastrophentour, erzählte von Seuchen ebenso wie von DDR-Staatsratschef Walter Ulbricht, der die Paulinerkirche sprengen ließ.

Bis zuletzt bliebt es spannend wie ein Krimi, ob die Leute die Idee mit der 24-Stunden-Marathon-Stadtführung überhaupt annehmen. Dafür gab es sogar ein Kombiticket für 15 Euro, das eine Teilnahme an allen Führungen ermöglicht. Brit Winter hat sich so eine Flatrate gekauft: „Natürlich schaffe ich nicht alle, aber sieben bis acht Rundgänge habe ich mir ausgesucht. Von Bier, Kaffee, Jugendstil - es sind doch viele spannende Themen dabei“, geriet die Schleußigerin regelrecht ins Schwärmen. Zwischendurch machte sie daheim eine Pause. Doch mit dem Fahrrad sei sie schnell in der Stadt. Den Rekord hat sie allerdings nicht geschafft. Eine Frau nahm an 14 (!) Rundgängen teil. „Ohne die Aktion wäre ich vielleicht gar nicht auf die Idee gekommen, überhaupt an einer Stadtführung teilzunehmen“, sagte Bernd Wagner aus Grünau. Chefin Pfeifer-Suppee musste mit einem Mann, der Junggesellen-Abschied feierte, an der Gedenksäule auf dem Nikolaikirchhof sogar Walzer tanzen.

Von dort ging es zum Auftakt mit Hans-Weking Franke erst einmal ins unbekannte Leipzig. Das ist eine Tour, die speziell für Einheimische konzipiert ist. „Für die anderen ist ja alles unbekannt“, sagt Franke, der beispielsweise erklärte, warum an der Nikolaikirche ein Hufeisen zu sehen ist. Oder die Bronzeplastik von den „unzeitgemäßen Zeitgenossen“ in der Grimmaischen Straße, an der viele schon unbeachtet vorbeigelaufen sind und sich im Gedrängel vielleicht schon einmal den Kopf gestoßen haben. Bernd Göbel, der Bildhauer aus Halle, hat sein Kunstwerk bereits 1986 den Stadtvätern in der DDR „untergejubelt“. Ein Renner war übrigens der Rundgang in chinesischer Sprache, der 25 Leute anzog.

Für die Aktion hat das Unternehmen, das beim Marathon mit der Vielfalt unterschiedlichlicher Angebote sein Leistungsspektrum präsentieren wollte, eigens ein blaues T-Shirt mit gelbem Logo anfertigen lassen. Die Firma existiert seit 2003 und beschäftigt etwa 40 Gästeführer. Dabei wird Wert auf eine solide Ausbildung gelegt, um den Gästen wirklich Qualität zu bieten. „Ich habe das beste Team der Welt“, freute sich Pfeifer-Suppee am Sonntag. Der Erlös des Marathons kommt nun gemeinnützigen Projekten des Lions Clubs Leipzig 2000 zugute, etwa krebskranken Kindern. Ob die Aktion wiederholt wird, lässt sie offen. „Ich habe schon wieder neue Ideen“

Von Mathias Orbeck

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