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Lokales Neuer Ortsvorsteher von Leipzig-Mölkau schon wieder weg
Leipzig Lokales Neuer Ortsvorsteher von Leipzig-Mölkau schon wieder weg
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10:23 09.03.2018
Marcel Rozgonyi Quelle: Foto: André Kempner
Leipzig-Mölkau

Der offizielle Grund für den Rückzug von Marcel Rozgonyi, der sich am 13. Februar als Externer – also als Nicht-Mitglied des Ortschaftsrates – um den Posten des Ortschefs beworben hatte: Der 42-Jährige, momentan noch im Amt für Migration und Ausländerrecht des Landratsamtes Nordsachsen beschäftigt, steht vor einer beruflichen Neuorientierung. Der künftige Job des früheren Fußball-Profis (Magdeburg, Schalke, Cottbus, Saarbrücken und FC Sachsen) spielt außerhalb von Leipzig. Da ist es schwer, einen Ortschaftsrat zu lenken und zu leiten.

Zwei Beschwerden – stammt eine vom Parteifreund?

Doch die Sache mit dem Stellen-Wechsel ist wohl nur die halbe Wahrheit. Rozgonyi reagiert mit seinem Rückzug auch auf den Umstand, dass wenige Tage nach dem Wahlabend bei der Landesdirektion Sachsen (LDS) zwei Beschwerden aus Mölkau eingingen. Dies enttäusche ihn schon sehr, so Rozgonyi gegenüber der Leipziger Volkszeitung. Zumal er es für sehr wahrscheinlich halte, dass unter den Absendern der Beschwerdebriefe ein Parteifreund ist. „Dass es überhaupt zum Losentscheid kam, lag ja daran, dass mir in den beiden Wahlgängen zuvor einer der drei anwesenden CDU-Ortschaftsräte seine Stimme verweigerte. Das ist keine Vertrauensbasis, auf der sich aufbauen und arbeiten lässt.“

Stadtverwaltung muss Stellung nehmen

Die Beschwerdeführer, die die Aufsichtsbehörde im Übrigen darum gebeten haben, ihre persönlichen Daten vertraulich zu behandeln, „machen Verstöße gegen landesgesetzliche und satzungsrechtliche Bestimmungen der Stadt Leipzig geltend“, teilte Landesdirektion-Pressesprecher Holm Felber am Donnerstag auf LVZ-Anfrage mit. Die Leipziger Stadtverwaltung sei „um eine Stellungnahme zum Sachverhalt und zu den Vorwürfen“ gebeten worden. Daran werde sich eine „umfassende Prüfung durch die Landesdirektion Sachsen“ anschließen.

Bürochef reagiert gelassen

Im Büro für Ratsangelegenheiten im Neuen Rathaus hat dessen Leiter Michael Leisner, der die Wahl Mitte Februar leitete, noch bis zum 14. März Zeit, sich zu erklären. Leisner ist überzeugt davon, jegliche Kritik entkräften zu können. Dass Externe zu Ortsvorstehern gewählt werden können und sodann stimmberechtigte Mitglieder des Gremiums sind, sehe die Sächsische Gemeindeordnung vor, betonte der Bürochef. Dass es nach zwei Pattsituationen keinen weiteren Wahlgang gibt, sondern das Los zwischen den Bewerbern entscheiden muss, habe er im Verlauf des Wahlprozederes für alle hörbar erläutert. Die vorbereiteten Umschläge seien von der anwesenden Stadträtin Carola Lange (Die Linke) „gut gemischt worden“. Und auch einem weiteren Beschwerde-Aspekt sieht Leisner gelassen entgegen. „Uns wird vorgeworfen, dass Wahlkabinen gefehlt hätten. Fakt ist: Jeder der fünf stimmberechtigten Ortschaftsräte hat in geheimer Wahl entscheiden können. An dem Tisch an der Wand wurde niemand gestört oder beeinflusst.“

Die nächste Wahl steht an

Unabhängig vom Ausgang des Prüfverfahrens durch die Landesdirektion: Rozgonyi ist raus, Mölkau hat nach wie vor keinen Ortsvorsteher. Die Ortschaftsräte müssen in Bälde also noch mal ran. Vize-Ortschef Uwe Kluge (Die Linke), der gegen Rozgonyi unterlegen war und am Dienstag, 13. März, ab 19 Uhr im ehemaligen Gemeindeamt (Engelsdorfer Straße 88) auch die nächste Ortschaftsratssitzung leitet, würde wieder antreten. Der CDU-Ortsverband Baalsdorf-Mölkau sucht derweil den nächsten externen Kandidaten. Vorsitzender Rolf Seidel hat schon „zwei, drei Leute im Auge“, will nun entsprechende Gespräche führen.

Von Dominic Welters

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