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Lokales Maria und Josef im Hasenstall - Erste Baalsdorfer Krippenwanderung begeistert
Leipzig Lokales Maria und Josef im Hasenstall - Erste Baalsdorfer Krippenwanderung begeistert
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23:59 28.12.2014
Lindela Sommer (M.) vom Linke-Hof hat die Krippe gebaut und erklärt sie. Quelle: Wolfgang Zeyen

Heiter-besinnlicher Auftakt für die erste Baalsdorfer Krippenwanderung, zu der die Puppenspielerin Rosi Lampe und die Musikerin Jana Stefanek am Samstag geladen haben. Mehr als 60 Besucher aus Leipzig, dem Umland und sogar aus Berlin sind in das Gemeindehaus am Dorfanger gekommen; denn bevor es in die Höfe und Häuser geht, stimmen die Künstlerinnen mit Liedern und Worten auf die Baalsdorfer Krippenschätze ein.

Rosi Lampe nimmt Jung und Alt mit auf eine Reise in andere Länder: "Weihnachtskrippen gibt es auf der ganzen Welt. In Schweden heißt sie krubba, bei unseren französischen Nachbarn crèche, in Böhmen nennt man die Krippe maly betlém." Interessantes, Spannendes, Liebenswertes und Skurriles hat Rosi Lampe auch in dem "Krippenbüchlein" von Kurt Kusenberg gefunden. Die Engelsdorferin erzählt von der ersten bekundeten Krippe in einem Gotteshaus (1562 in Prags Jesuitenkirche), berichtet von der Hauskrippe der Herzogin von Amalfi, die 167 Figuren hatte und von den wandernden Schnitzkünstlern, die Fürsten, Klöster, Kirchen, aber auch reiche Privatleute für sich arbeiten ließen.

Doch auch bei weniger begüterten Menschen wurde die "Lust am Spielen und Basteln" verführerisch angesprochen: Freudig bezog man das fromme Geschehen in die heimatliche Landschaft ein. Unbedenklich stellte man ägyptische Tempel neben gotische Burgen, Romanisches neben Römisches: Die bastelnden Erzähler übersprangen Raum und Zeit." Keck stelle das Volksdrama den Scherz neben das Heilige - man könne dies auch die Shakespearsche Art nennen. Wann die allerallererste Krippe entstand? Schwer zu sagen: "Die Krippe bedarf eines Stammbaums nicht; irgendwann erfand jemand sie und fortan war sie da."

Und das mittlerweile aus den verschiedensten Materialien. Gefilzt, getöpfert, gesägt - aufgebaut, lautet das Motto in Baalsdorf. Erste Station der Wanderer: Der Linke-Hof in der Brandiser Straße. Hier haben Marie, Josef und das Jesuskind in einem ehemaligen Kaninchenstall ihre Heimat gefunden. Die einzelnen Figuren filzte Bio-Landwirtin Lindela Sommer, als ihre Kinder noch kleiner waren. Natürlich wurde die Legende ein bisschen frei interpretiert; wie sich das für eine ländliche Szenerie auch gehört: Kuh statt Ochs - Bauern statt Hirten dürfen bestaunt werden. Eine getöpferte Krippe von Lindelas Vater wartet in der Küche auf die gespannten Wanderer. Vor lebensgroßen Figuren stehen sie hier. Schon seit acht Jahren sorgen sie in der Adventszeit für Hingucker. "Autos halten an, Spaziergänger zücken die Kamera, Kinder kommen immer wieder", erzählt Andreas Stefanek, der Schöpfer der Krippe. "Nächstes Jahr werden weitere Laubsägefiguren hinzukommen", verspricht der Baalsdorfer. "Das Sperrholz ist schon da." Das Geschehen um das Kind in der Krippe findet im Haus seine Fortsetzung: Es liegt nicht nur am Punsch, das den Besuchern dort warm ums Herz wird: Im abendlichen Dämmerschein locken die verschiedensten Krippen zum Näherkommen. "Schaut euch die Personen an", zeigt Stefanek auf eine seines Vaters Willi; wie gemalt erscheinen die Gesichter der Gipsfiguren. Aus Olivenholz sind jene Krippen, die Sohn Andreas von einer Pilgerreise aus Bethlehem mitgebracht hat. Stefanek: "Ob klein oder groß - sie alle erinnern an die Weihnachtsbotschaft und erzählen von der Vision einer friedlichen Welt."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.12.2014

Ingrid Hildebrandt

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