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Lokales Mariannenpark: SV Wacker fordert von Stadt Nachzahlung für Sportplatzpflege
Leipzig Lokales Mariannenpark: SV Wacker fordert von Stadt Nachzahlung für Sportplatzpflege
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13:05 23.02.2018
Die Sportanlage im Mariannenpark. Quelle: Foto: Dirk Knofe
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Leipzig

Der Streit um die Sportanlage im Mariannenpark ist auch nach dem gescheiterten Rauswurf des Vereins SV Wacker nicht beigelegt. Nachdem die Stadt mit ihrer Räumungsklage gegen den Pächter gescheitert ist (die LVZ berichtete), pocht der Verein nun auf eine Nachzahlung von Pflegezuschüssen durch die Kommune. Es geht um mehr als 40 000 Euro. An diesem Montag wollen beide Seiten bei einem Vor-Ort-Termin die weitere Ausgestaltung des Pachtverhältnisses besprechen.

Nachzahlung für 2016 und 2017 gefordert

Die Stadt hatte Wacker im April 2017 gekündigt und eine Räumung angedroht. Begründung: Der Verein würde die Anlage nicht in Schuss halten und Verwendungsnachweise für kommunale Pflegezuschüsse schuldig bleiben. Laut Wacker-Vorstand Holger Drendel muss die Stadt 28 500 Euro im Jahr an den Verein überweisen. „Doch 2016 wurde nur die Hälfte, 2017 gar nichts mehr gezahlt“, sagt er. Nur weil der Vorstand mit privatem Geld eingesprungen sei, habe es überhaupt weitergehen können. „Andere Vereine wären längst in die Insolvenz geraten.“ Drendel erwartet daher, dass die Kommune das offene Geld nachzahlt und ab diesem Jahr wieder ihren Verpflichtungen nachkommt. „Davon werden wir dann den Platz herrichten, so gut es geht“, versichert er.

Nach den Worten des stellvertretenden Leiters des Sportamtes, Frank Dannhauer, orientiere sich der Pflegezuschuss an der Größe und Beschaffenheit des Platzes. „Demnach können für die Sportplatzanlage Mariannenpark maximal rund 30 000 Euro pro Jahr ausgezahlt werden.“

Wer kommt für neue Wasserpumpe auf?

Doch ob es allein mit dem Geld getan ist, erscheint fraglich. Eigentlich gehört eine Wasserpumpe zur Sportanlage. Doch die, so Drendel, sei verschwunden, als der FC International als zweiter Pächter in den Mariannenpark kam. „Seit 2014 konnten wir dadurch unsere Plätze nicht mehr bewässern“, berichtet der Wacker-Chef. Wasser sah der Rasen seitdem nur noch, wenn es regnete. Ob die Stadt, die Eigentümerin der Sportanlage ist, eine neue Pumpe beschafft, ist ungewiss. Etwas nebulös kündigt der Sportamtsvize gegenüber der LVZ an: „Dem Pächter ist der Weg aufgezeigt worden, wie er die Bewässerung der Rasenfelder genehmigungsrechtlich und baulich lösen könnte.“

Pachtvertrag zwischen Stadt und Wacker läuft bis 2041

Wacker ist seit 2011 Pächter der Sportanlage im Mariannenpark, zu der drei Rasengroßspielfelder, zwei Kleinfelder sowie ein Sozialgebäude mit Gaststätte gehören. Der Pachtvertrag hat eine Laufzeit von 30 Jahren, endet regulär am 30. Juni 2041. Ein vierter Fußballplatz war 2014 aus dem Vertrag herausgelöst worden. Ihn verpachtete die Stadt an den FC International, mit dem sich Drendel mittlerweile überworfen hat.

Im vergangenen Jahr war die Stadt fest entschlossen, sich von SV Wacker zu trennen. Dass sie letztlich darauf verzichtete, ein Gericht über eine Räumungsklage entscheiden zu lassen und sich stattdessen auf ein Güterichterverfahren eingelassen hat, begründet Dannhauer damit, dass man „ein langwieriges, gerichtlichen Verfahren“ vermeiden wollte. Anders ausgedrückt: Die Stadt hätte in einem Rechtsstreit keine guten Karten gehabt.

Doch wie soll es nun weitergehen? „Wir haben den Streit nicht angefangen. Wir wollten von Anfang an eine außergerichtlichen Einigung, aber die Stadt hatte daran ja kein Interesse“, beschreibt Drendel seine Sicht der Dinge. Er werde freilich die im Vergleich geschlossenen Vereinbarungen umzusetzen. Laut Sportamt muss der Verein unter anderem Einnahmen und Ausgaben sowie die Auslastung der Anlage „durch eigene Mitglieder“ nachweisen und attraktive Vereinssportangebote im Wohnquartier vorhalten. Aktuell spielen auf den Wacker-Pachtflächen nur der Rugby-Verein Leipziger Scorpions sowie die Fußballvereine BC Eintracht und FFC Wacker. SV Wacker strebt nun eine Kooperation mit LFV Sachsen Leipzig an.

Stadt will Wacker-Nachbarn FC Inter 193000 Euro für Kunstrasen geben

Für Verstimmung bei Wacker und etwas Neid sorgt indes, dass der FC International jetzt vom Sportausschuss eine städtische Förderung von 193 000 Euro für einen Kunstrasenplatz in Aussicht gestellt bekommen hat. Dabei verfügt der Verein nicht mal über ein Sanitär- und Umkleidegebäude. In den Konflikt zwischen beiden Vereinen will sich die Stadt nicht einmischen. Man respektiere die Autonomie und Selbstbestimmung des Sports, hob Dannhauer hervor. Beide Vereine seien gefordert, gegebenenfalls Kooperationskonzepte zu entwickeln. Anfangs durfte Inter das Vereinshaus von Wacker mit nutzen. Weil sich Inter aber nicht an Vereinbarungen etwa zur Reinigung der Räume gehalten habe, berichtet Drendel, wurde dem Nachbarn der Stuhl vor die Tür gestellt. „Wir setzen auf partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Vereinen“, so Dannhauer. Dass sich seine Hoffnung erfüllt, ist gegenwärtig eher unwahrscheinlich. „Wir lehnen jede Kooperation mit Inter ab“, sagt Drendel unmissverständlich. Mehr noch: Er will, dass die Pachtflächen auch sichtbar voneinander getrennt werden. Etwa durch einen Zaun. „Das fordern wir seit 2014.“

Von Klaus Staeubert

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