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Lokales Mariannenpark in Leipzig soll schöner werden
Leipzig Lokales Mariannenpark in Leipzig soll schöner werden
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17:09 20.06.2016
Läufer im Mariannenpark. Bald schon soll die öffentliche Grünanlage noch attraktiver für die Leipziger werden. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Müllberge wegen fehlender Abfallbehälter, keine Toiletten, weit und breit kein Café oder Restaurant – das ist derzeit das Bild im Mariannenpark in Leipzig-Schönefeld. Gerade in der Sommerzeit ist das 22 Hektar große ehemalige Rittergut ein beliebter Erholungsort für die Leipziger. Nicht nur die Schönefelder, sondern auch Menschen aus anderen Stadtteilen kommen hierher. Doch es fehlt an allen Ecken.

Mehr Gastronomie

„Die Besucher bekommen dort keinen Kaffee, können nicht auf die Toilette oder ihren Müll anständig entsorgen“, kritisierte Anbert Maciejewski, Fraktionsgeschäftsführer der CDU im Leipziger Stadtrat. Bereits 2012 hatte daher die CDU ihren Antrag zur „Aufwertung des Mariannenparks“ in den Leipziger Stadtrat eingebracht. Um die öffentliche Grünanlage für die Parkbesucher attraktiver zu machen, schlägt sie seither eine Verbesserung der gastronomischen Versorgung vor. Danach soll der Betriebshof im Mariannenpark zur Verpachtung ausgeschrieben und gastronomisch und kulturell genutzt werden.

Lange lag das Thema brach. Nun gibt die Stadtverwaltung nach und will die Konzeption aus dem Jahr 1994 für das Kulturdenkmal Mariannenpark aktualisieren – im Rahmen einer Nutzungsanalyse sollen gastronomische Anforderungen sowie Möglichkeiten in Park und Umfeld in den Fokus genommen werden.

Neues Nutzungskonzept nächstes Jahr erwartet

Maciejewski: „Es hat einige Anläufe gebraucht, doch nun sei allen klar, dass sich was tun müsse.“ Rund 35.000 Euro wolle man in die Hand nehmen, um Papierkörbe aufzustellen, Sanitäranlagen bauen zu lassen. Um Papierkörbe aufzustellen, brauche es nicht viel Zeit und auch keine Beschlussvorlage. „Wenn alle wollen, kann das schnell gehen: innerhalb der nächsten acht Wochen“, sagte der CDU-Mann. „Für die übrige Planung des Parks samt kulturellen Events und Gastronomie müssen nun Profis ran.“ Ein Konzept könnte bereits Anfang nächstes Jahr stehen.

Tim Elschner, Stadtentwicklungs- und verwaltungspolitischer Sprecher der Grünen Fraktion kritisierte jedoch die mangelnde Einbeziehung der Bürger. Auch er ist für ein neues Nutzungskonzept. „Was allerdings nicht geht ist, dass die Aufwertung und Umgestaltung des Parks ohne ein Verfahren der Bürgerbeteiligung vorgenommen wird.“ Man wiederhole denselben Fehler wie schon bei der Neuplanung des Clara-Zetkin-Parks, erstelle ein Konzept und hole erst auf Kritik im Nachhinein die Bürger mit ins Boot. Vorstellbar sei eine Befragung von Nutzergruppen und die Durchführung einer Anwohnerwerkstatt.

15.000 Euro für Bürgerbeteiligung

Daher formulierten die Grünen einen eigenen Ergänzungsantrag. Danach soll die Verwaltung bereits im Vorfeld beauftragt werden, ein Beteiligungskonzept zu erarbeiten und für das Verfahren 15.000 Euro bereitzustellen. „Aus Erfahrungen mit anderen Bürgerbeteiligungen wissen wir, das ist der übliche Kostenrahmen.“ Elschner zufolge, sollte den Bürgern die Möglichkeit gegeben werden über die Schaffung von Sport- und Spielmöglichkeiten zu diskutierten. Ordnung und Sicherheit sollen dabei ebenso Thema sein wie die Frage, ob dort Events ausgetragen werden sollen oder wie künftig mit Lärm und Müll umgegangen wird.

CDU: Grünen-Vorschlag zu teuer

„Wir werden natürlich die Bürger bei der Parkgestaltung beteiligen und die Schönefelder und andere Gruppen fragen: Was wollt ihr?“, versicherte Maciejewski. Für eine Bürgerbeteiligung brauche es keinen extra Antrag der Grünen. Zudem sei die Summe zu hoch angesetzt. „Ich verstehe nicht, warum diese Beteiligung 15.000 Euro kosten soll. Selbst wenn zwei Bürgerveranstaltungen stattfinden, geht das billiger.“

Ein Sprecher des zuständigen Referats des Umweltdezernats Leipzig sagte zur bevorstehenden Sitzung der Ratsversammlung am 22. Juni, wo das Thema erneut auf der Tagesordnungspunkt ist: „Der Beschluss steht bereits. Jetzt kommt es auf das ’wie’ der Umsetzung an und ob für eine Bürgerbeteiligung 15.000 Euro Planungsmittel durchgesetzt werden.“ Es sei aber davon auszugehen, dass man bei der Sitzung noch vor der Sommerpause zu einem Ergebnis komme.

Von Oliver Becker

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