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Markkleeberg geht mit Kunst gegen Graffiti vor - Modell auch für Leipzig denkbar?

Markkleeberg geht mit Kunst gegen Graffiti vor - Modell auch für Leipzig denkbar?

Eine Seepromenade, das Rathaus, ein Schwan - die Stromkästen in der Stadt Markkleeberg südlich von Leipzig sind Hingucker. 60 der normalerweise grauen Kästen hat der Künstler Marc Knust bunt besprüht - legal und im offiziellen Auftrag.

Leipzig. Die Stadtverwaltung will mit der Kunst auf den Kästen verhindern, dass Graffiti-Sprayer illegal zur Sprühdose greifen und Krickelkrakel anbringen. Kunst gegen Graffiti - das Rezept, sagt Bauamtsmitarbeiter Thomas Kaplinski, „hat sich wirklich bewährt“. Die bemalten Flächen würden nicht beschmiert.

Markkleeberg lässt sich die Kasten-Verschönerung einiges kosten, erklärt Kaplinski, auf dessen Initiative die Aktion zurückgeht. Eine Plauderei beim Friseur hatte ihn 2007 auf die Idee gebracht. 300 bis 400 Euro gebe die Stadt pro Kasten aus. Dazu kommt die Wartung. „Ich finde, das ist eine gute Sache. Man muss sowieso was an den Kästen machen. Der Kunststoff löst sich auf. Man muss ihn versiegeln - egal wie.“

Bei den Motiven stimmen sich Stadt und Künstler ab. „Es soll das allgemeine Auge erfreuen, und es soll sich ins Stadtbild einfügen“, sagt der 30 Jahre alte Auftragsmaler Knust. Beliebt sind markante Punkte der Stadt - etwa der Kanu-Park am Markkleeberger See oder der Cospudener See. Graffiti nennt Knust seine Werke nicht, obwohl auch er sie aufsprüht. Er spricht lieber von „fotorealistischen Motiven“.

Einmal vollendet, sei die Kasten-Kunst recht haltbar, auch wenn kalte Winter und pinkelnde Hunde nicht vor ihr haltmachen. Vor allem aber stellt Knust zufrieden fest, dass „seitens der Sprüherszene eine gewisse Respektform da ist“ vor seinen Werken. „Es ist eigentlich ein ungeschriebenes Gesetz, dass man Werke von anderen nicht übermalt. Das gleiche gilt übrigens für Friedhofswände und Denkmäler.“ Ausnahmen bestätigten die Regel.

Dass das Markkleeberger Modell auch in einer Großstadt wie dem benachbarten Leipzig funktionieren könnte, hält Sebastian Drechsel von Leipziger Graffitiverein für unwahrscheinlich. „In Leipzig würde es nicht funktionieren, weil die Motive nicht der Graffitikultur angepasst sind“, sagt er. In einem schwierigen Stadtteil wie Leipzig- Grünau könne man mit dem schmucken Abbild eines Wasserturms wohl eher nicht punkten. Solche Art „Volkskunst“, die jedem gefallen solle, liefe dort Gefahr, „ausgecrossed“, also beseitigt, zu werden.

Leipzigs Ordnungsdezernent Heiko Rosenthal sagt, gelegentlich ein Trafohäuschen zu bemalen, löse das Grundproblem der Großstadt mit etwa einer halben Million Einwohnern nicht. Gemacht wird es trotzdem manchmal, aber: „Bei uns geht es eher um die Frage der schnellen Beseitigung von Graffiti“, sagt Rosenthal. Im vergangenen Jahr wurden 260 000 Euro für die Entfernung von Farbschmierereien an städtischem Eigentum aufgebracht. Der Szene in Leipzig gehören nach Angaben des Graffitivereins etwa 500 Sprüher an, von denen 100 regelmäßig etwa einmal die Woche unterwegs sind.

Birgit Zimmermann, dpa

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