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Lokales Marktamt verstärkt Sicherheit auf Leipziger Weihnachtsmarkt
Leipzig Lokales Marktamt verstärkt Sicherheit auf Leipziger Weihnachtsmarkt
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21:43 20.11.2015
Keine Terrorgefahr: Die Schutzmaßnahmen werden auf dem diesjährigen Weihnachtsmarkt stark erhöht. Quelle: Andre Kempner
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Leipzig

Auf dem diesjährigen Leipziger Weihnachtsmarkt wird der Wachschutz verstärkt. Marktleiter Walter Ebert erklärte beim Pressegespräch am Freitag, dass die Sicherheit bei der Planung des Weihnachtsmarktes schon immer ein Thema gewesen sei, aber „mit dem aktuellen Hintergrund“ habe die Abteilung ein „erhöhtes Bedürfnis“ gehabt, das Sicherheitskonzept intensiv zu überarbeiten.

„Die Zivilstreifen werden verstärkt“, erläutert Ebert. Täglich sollen vier bis acht Polizisten in der Innenstadt auf- und abgehen. Am Markt werden es immer vier Uniformierte pro Schicht sein. Sogar nachts sollen, so Ebert, zwölf Polizeibeamte in allen Bereichen patrouillieren. Schließlich verlängert das Marktamt dieses Jahr erstmals die Ausschankzeiten und Wachschutz um eine Stunde am Freitag und Samstag bis 22 Uhr.

Auch der City-Tunnel wird von der Deutschen Bahn und Bundespolizei verstärkt bewacht. Die Polizisten tragen Leuchtjacken, die auch in der Nacht für die Besucher gut erkennbar sein werden. Außerdem werden zwei Rettungswagen von Freitag bis Sonntag auf dem Markt und Augustusplatz stehen, wohin sich Passanten wenden können, die sich zum Beispiel kleine Wunden zugezogen haben.

Keine Anhaltspunkte für Terrorgefahr

„Im Rahmen des Mach- und Vertretbaren“ möchte das Marktamt ein „subjektives Sicherheitsgefühl“ vermitteln. Garantien gebe es zwar nie, aber eine verschärfte Lage wolle Ebert auch nicht herbei reden: „Wir haben derzeit keine Anhaltspunkte, dass eine Terrorgefahr für den Leipziger Weihnachtsmarkt besteht“, sagt er.

Das sieht Gabriela Roth-Budig, die eine Keramikwerkstatt betreibt, ähnlich: „Leipzig ist keine Stadt, die im Blickpunkt der Terroristen ist, dann schon eher Hauptstädte.“ Seit 1992 sei Roth-Budig jedes Jahr mit ihren Waren dem Leipziger Weihnachtsmarkt vertreten. Noch nie sei etwas passiert. 

Gerade wird der Weihnachtsmarkt noch aufgebaut. Händler bringen ihre Dekoration auf den Dächern ihrer Buden an und Transporter liefern die Waren, die bald schon verkauft werden sollen.

Händlerin Annelie Berger vom Waffel- und Kräppelchenstand findet: „Schweinegrippe, Terrorgefahr – es gab doch schon immer ein Thema, warum der Weihnachtsmarkt gefährdet ist. Ich denke nicht, dass sich die Besucher davon einschüchtern lassen. Wenn die Polizei vor Jahren noch wegen Taschendieben auf dem Weihnachtsmarkt unterwegs war, ist sie es nun wegen potentieller Terrorgefahr“. Berger hofft, dass die Angst vor Terror keine Abbrüche beim Umsatz zur Folge hat.

Rucksäcke und Taschen werden nicht kontrolliert

Während in Städten wie Köln schon Sicherheitshinweise auf Zetteln verteilt oder aufgehängt werden, verzichtet Ebert in Leipzig auf solche Maßnahmen. Auch gezielte Kontrollen von Rucksäcken oder Taschen wird es beim Weihnachtsmarkt nicht geben. „Das ist ein zweischneidiges Schwert: „Wo fangen wir an, wo hören wir dann auf?“, so Ebert. Händler und Besucher seien ohnehin sensibilisiert und unterbewusst noch wachsamer, schätzt Ebert.

Und was denken die Händler darüber? Die LVZ hat nachgefragt:

Neuerungen auf dem Weihnachtsmarkt: Glühbier und Südtiroler Dorf

In diesem Jahr gibt es wieder einen riesigen Adventskalender. Der von der Leipziger Tourismus und Marketing GmbH entwickelte „größte freistehende Adventskalender“ musste 2012 nach fast 15-jährigem Einsatz aussortiert werden. Er war total verschlissen. Im verglasten Erker der Galeria Kaufhof gibt es nun einen neuen – die LVZ wird zum Kalender ein tägliches Gewinnspiel starten.

Neu wird in diesem Jahr ein „Südtiroler Dorf“ vor dem Paulinum sein. Dort gibt es Kunsthandwerk aus Südtirol, aber auch Edelbrände und diverse Schlemmereien. Wer mal etwas Neues ausprobieren möchte, für den hat Marktamtsleiter Ebert noch einen Tipp für ein besonderes Heißgetränk parat: „Erstmals wird in diesem Jahr Glüh-Bier ausgeschenkt. Wir probieren es aus und sind aufs Feedback gespannt.

Mit Volldampf wird in diesem Jahr der Weihnachtsmann anbrausen. Das ist übrigens ein „Neuer“. Die Kostümwerkstätten der Oper Leipzig haben ihm ein komplett neues Outfit „auf den Leib geschneidert“. Statt aus der Regio-Bahn steigt der Bärtige am 28. November standesgemäß aus einer unter Volldampf einfahrenden Dampflokomotive der Baureihe 52 aus. Er kommt gegen 11 Uhr auf dem Hauptbahnhof, Gleis 18, an. Kinder, die basteln wollen, sind in der  „Wichtelwerkstatt“ im Stadtbüro in der Katharinenstraße richtig. Dort kümmert sich das Netzwerk Haushalt Leipzig nachmittags um die Kleinen.

Die Stadt setzt außerdem auf viel bewährte Attraktionen wie „Alt Leipzig“ auf dem Naschmarkt, die acht Meter hohe Pyramide auf dem Nikolaikirchhof, das Märchenland am Opernbrunnen, das historische Etagenkarussell im Salzgäßchen, das Finnische Weihnachtsdorf auf dem Augustusplatz.

Mathias Orbeck

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