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Marx und Nuschke - DDR-Straßennamen teils noch präsent - 64 Umbenennungen in Leipzig

Marx und Nuschke - DDR-Straßennamen teils noch präsent - 64 Umbenennungen in Leipzig

Otto-Nuschke-Straße, Karl-Marx-Straße und Straße der Nationen - auch 20 Jahre nach der deutschen Einheit lebt die DDR in einigen Straßennamen Sachsens noch fort.

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Das Areal vor dem Bundesverwaltungsgericht wurde in Simsonplatz umbenannt, nach dem ersten Präsidenten des Reichsgerichts. In der DDR hieß die Fläche Georgi-Dimitroff-Platz.

Quelle: André Kempner

Allerdings sind große Vorbilder wie Ernst-Thälmann oder Wilhelm Pieck nach 1990 rasch aus dem Straßenbild verschwunden. Nach der Wende galten sie nicht mehr als zeitgemäß, weil sie für ein altes Regime standen. Ob Platz der Deutsch-Sowjetischen-Freundschaft oder Pionierplatz - meist wurden die alten schrittweise durch neue Namen ersetzt, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa ergab.

Vielerorts besannen sich die Städte nach der Wende auf die Zeit vor der sozialistischen Regierung. So gab es allein in Leipzig aus politischem Grund 64 Straßen-Umbenennungen. „Als erstes wurde am 3. Oktober 1990 aus dem Karl-Marx-Platz wieder der Augustusplatz“, erklärte der Leiter der Bibliothek des Stadtgeschichtlichen Museums, Marko Kuhn. Einige Umbenennungen sorgten für heftige Diskussionen.

So hieß bis 1997 die Fläche vor dem heutigen Bundesverwaltungsgericht „Georgi-Dimitroff-Platz“, der dann in „Simsonplatz“ umbenannt wurde. Gegner argumentierten, dass Dimitroff und der Reichstagsbrandprozess untrennbar mit der Geschichte der Stadt verbunden seien. Befürworter kritisierten hingegen die übertriebene Instrumentalisierung Dimitroffs zu DDR-Zeiten. Bis auf einige weniger verfängliche Straßenbezeichnungen wie Johannes-R.-Becher- oder Willi-Bredel-Straße gebe es heute kaum noch Straßennamen in Leipzig, die explizit auf eine DDR-Vergangenheit hinweisen, so Kuhn.

Seit 1990 erhielten in Dresden rund 190 Straßen einen neuen Namen. „Beliebt war zu DDR-Zeiten vor allem die Benennung nach Widerstandskämpfern“, so eine Mitarbeiterin des Stadtarchivs Dresden. Nach der Wende wurde etwa aus der Georgi-Dimitroff-Brücke wieder die Augustusbrücke, aus dem Karl-Marx-Platz der Palaisplatz. Heute finden sich DDR-Straßennamen vor allem noch in den Neubaugebieten der Stadt, die in den 70er und 80er Jahren entstanden sind. Allerdings weniger in Form von kommunistischen Vorbildern als vielmehr von Blumen und Künstlernamen.

In Radebeul bei Dresden liegt gleich neben der August-Bebel- Straße auch heute noch die Karl-Marx-Straße. In Zittau dagegen wurde die DDR nach 1990 schnell aus dem Straßenbild getilgt: Insgesamt 23 Straßenzüge erhielten neue Namen. So wurde aus dem Ernst-Thälmann- der Theaterring, aus der Straße der Roten Armee der Töpferberg. Bereits im Dezember 1990 änderte Hoyerswerda historisch belastete Straßennamen. „Von 126 Straßen waren 43 Personen oder Ereignisse einseitig kommunistischer Weltansicht gewidmet“, wie die Stadtverwaltung mitteilte. Zwar heißt die nach Karl Liebknecht benannte Straße noch immer so. Die Wilhelm-Pieck-Straße - nach dem ersten Präsidenten der DDR - erhielt aber eine neue Bezeichnung.

dpa

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