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Lokales Masern-Ausbruch in Leipzig: Sechs Kitas und drei Tagesmütter betreuen nur bei Impfnachweis
Leipzig Lokales Masern-Ausbruch in Leipzig: Sechs Kitas und drei Tagesmütter betreuen nur bei Impfnachweis
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12:10 25.02.2015
Masern: In der Messestadt verlangt eine Kita im Musikviertel nun einen Impfnachweis. (Symbolbild) Quelle: Achim Scheidemann
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Leipzig

Grund: Bei einem Geschwisterkind, das die Einrichtung in den vergangenen Tagen besucht hatte, wurde die hochansteckende Krankheit diagnostiziert. Jetzt bestätigte das Gesundheitsamt: In fünf weiteren Einrichtungen und bei drei Tagesmüttern wird ebenso verfahren.

„Das Vorgehen ist gesetzlich gedeckt“, betonte Nils Lahl, Sachgebietsleiter beim Gesundheitsamt. Die Behörde dürfe ein Tätigkeits- und Besuchsverbot beim Auftreten von übertragbaren Krankheiten aussprechen und auch nur selbst wieder aufheben. Geregelt sei das im Infektionsschutzgesetz.

Die Einschränkungen der kommunalen Behörde betrifft dabei nicht nur die Kinder. "Das gilt auch für Beschäftigte wie Erzieher, Lehrer, Hausmeister oder Praktikanten", ergänzte Ingrid Möller, Abteilungsleiterin Hygiene bei der kommunalen Behörde. Ein Angebot für eine Impfung werde unterbreitet.

In einem Brief des Gesundheitsamtes werden die Eltern nun aufgefordert, die Impfbücher ihrer Kinder zu prüfen und eine eventuell fehlende Masern-Schutzimpfung schnellstens nachzuholen. Eltern sollten auf typische Krankheitszeichen bei ihren Kindern achten, mahnt Amtsärztin Stephanie Walter in dem Schreiben, das der LVZ vorliegt.

In der Debatte um Masern-Impfungen sprach sich Ärztekammerpräsident Frank Ulrich Montgomery für eine Pflicht aus. Sachsen kämpft gegen den größten Ausbruch seit 1990 - 36 Menschen sind erkrankt, die meisten davon in Leipzig.

Bundesjustizminister Heiko Maas sieht eine Impflicht als das letzte Mittel, um eine Masern-Ansteckungswelle wie zur Zeit in Berlin zu stoppen. Er halte eine solche Maßnahme für „rechtlich nicht ausgeschlossen“, sagte der SPD-Politiker der Zeitung „Bild“. Sie sollte aber letztes Mittel sein. „Wer nicht impft, gefährdet unser aller Gesundheit und Leben. Wir sollten jetzt alles tun, um aufzuklären“, fügte Maas an. In Berlin hatte das Uniklinikum Charité am Dienstag den Masern-Tod eines Kleinkindes bestätigt. Der Fall und eine Masern-Welle in Berlin mit bislang mehr als 570 Erkrankten hatten eine Debatte um die Impfpflicht ausgelöst. (mit dpa)

  // Beitrag von LVZ-Online.

arau/mro

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