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Lokales Masernausbruch in Leipzig: Fälle haben sich verdreifacht
Leipzig Lokales Masernausbruch in Leipzig: Fälle haben sich verdreifacht
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16:45 13.02.2017
Die Masernfälle in Leipzig haben sich verdreifacht. Eine Impfung schützt vor der Übertragung der Viruskrankheit. Quelle: dpa
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Leipzig

Nach dem Masern-Ausbruch in Leipzig haben sich weitere Menschen mit der gefährlichen Infektionskrankheit angesteckt. Die Fallzahlen verdreifachten sich seit dem 24. Januar. 30 Menschen seien inzwischen erkrankt, bei drei Betroffenen bestehe der dringende Verdacht einer Infektion, teilte das Gesundheitsamt am Montag mit. Laut Nils Lahl, Sachgebietsleiter für Infektionsschutz, sind auch mehrere Kleinkinder an Masern erkrankt. Sie werden wegen der Gefahr schwerer Komplikationen im Krankenhaus behandelt.

Betroffen von der Masernwelle sind drei Leipziger Schulen, eine Kindertagesstätte, mehrere Arztpraxen sowie eine Klinik. In allen Häusern wurden Impfnachweise kontrolliert, da es zu Übertragungen gekommen sein könnte. Um welche Einrichtungen es sich handelte, teilte das Gesundheitsamt mit Verweis auf den Datenschutz nicht mit. Die betroffenen Eltern seien informiert. Erstmals war die Infektion in Leipzig am 9. Januar aufgetreten.

Virus offenbar aus Rumänien eingeschleppt

Das Gesundheitsamt ermittelt unter Hochdruck, wie sich die Krankheit ausbreiten konnte. Eine vierstellige Zahl an Kontaktpersonen sei bereits überprüft worden, so Lahl. Die Behörde sprach über 100 Besuchs- oder Tätigkeitsverboten in den betroffenen Einrichtungen aus. Wer nicht immunisiert ist, darf diese vorerst nicht betreten.

„Es ist besorgniserregend, dass die Bedeutung von Infektionskrankheiten in der Bevölkerung völlig unterschätzt wird“, so der Sachgebietsleiter für Infektionsschutz gegenüber LVZ.de. Das Bewusstsein für die Gefährlichkeit von Masern sei seit 2015 „komplett aus den Köpfen raus“, bedauert er. Vor zwei Jahren gab es den letzten größeren Masern-Ausbruch in Leipzig. Damals wurden 74 Fälle in der Messestadt gezählt, in ganz Sachsen waren es mehrere hundert.

Der aktuelle Virus wurde wahrscheinlich aus Rumänien eingeschleppt, wie genau, ist noch unklar. In dem südosteuropäischen Land gab es seit September mehr als 2100 gemeldete Masern-Fälle, 13 Menschen starben an dem hochansteckenden Erreger. „Der Virus wurde ins Nationale Referenzzentrum geschickt. Es ist derselbe“, berichtete Lahl.

Gesundheitsamt rät dringend zum Impfen

Das Gesundheitsamt erneuerte seinen Impf-Appell. Es werde dringend dazu geraten, seinen Impfstatus zu überprüfen und sich gegebenenfalls noch gegen Masern impfen zu lassen. Einzigen Schutz gegen die Krankheit bieten die zweimalige Masern-Impfung oder eine bereits überstandene Erkrankung. Vor allem bei Personen, die viel Kontakt mit anderen Menschen haben – vom Lehrer bis zur Kassiererin – bestehe dringender Handlungsbedarf. Lahl appellierte auch an ambulante und stationäre Ärzte, den Impfschutz ihrer Patienten zu überprüfen.

Bei Masern handele es sich keinesfalls um eine harmlose Kinderkrankheit, betonte der Experte. Auch ungeimpfte Erwachsene können erkranken oder den Virus übertragen und so andere Personen ohne Impfschutz anstecken. Dies kann vor allem bei Kleinkindern, schwachen oder vorerkrankten Menschen, die nicht geimpft werden können, lebensgefährlich sein.


Von Robert Nößler

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