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Lokales Massive Risse: Veranstaltungszentrum Anker in Leipzig gesperrt - Abriss kein Thema
Leipzig Lokales Massive Risse: Veranstaltungszentrum Anker in Leipzig gesperrt - Abriss kein Thema
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13:20 20.05.2014
Der Veranstaltungssaal des Anker ist in desolatem Zustand. Quelle: Wolfgang Zeyen
Leipzig

Der Veranstaltungssaal ist von den gravierenden Mängeln betroffen, das Betreten ist verboten. Jetzt arbeiten Fachleute mit Hochdruck an einem Sicherungskonzept.

Massive Risse traten in den Wänden des Saalbaus zutage, als alte Holzverkleidungen abmontiert wurden, erklärt Anker-Geschäftsführerin Heike Engel gegenüber LVZ-Online. „Wir waren erstmal geschockt“, sagt sie. Zwar sei der Anker nicht akut einsturzgefährdet, heißt es in einer Mitteilung des Baudezernats. Aufgrund der Vielzahl der Schäden könne das Risiko aber derzeit nicht abgeschätzt werden.

Bis zum Ende der Woche soll ein Sicherungskonzept vorliegen, so die Behörde. Erst wenn das umgesetzt wurde, dürfen Gutachter die Baustelle betreten und den Gesamtschaden erfassen und abschätzen. Dazu seien weitere entsprechende Freilegungen in dem soziokulturellen Zentrum in Möckern nötig.

Bisher 3,2 Millionen Euro für die Sanierung geplant

Bis Juni 2015 werden die Arbeiten am Anker nicht abgeschlossen sein. Quelle: Wolfgang Zeyen

Bisher ging die Stadt von Sanierungskosten in Höhe von 3,2 Millionen Euro aus. Diese Planung dürfte Makulatur sein. „Jetzt werden die Decke, Fußböden und Wände genau untersucht“, so Anker-Chefin Heike Engel. Erst dann könnten die Kosten neu erhoben und eine Erweiterungsplanung beauftragt werden. Das letzte Wort dazu wird am Ende der Stadtrat haben.

Seit den 1990er-Jahren wurden Teile des Ankers wie Dach, Lüftung und Fenster erneuert. Anfang April war die groß angelegte Sanierung des Stadtteilzentrums gestartet. Das Gebäude in der Wolffstraße sowie der Küchenanbau sollen abgerissen und neu gebaut werden. Der Saalbau sollte mit der Galerie so wieder hergestellt werden, dass 1200 Menschen dort Platz finden. Das Ende der Bauarbeiten hatten die Planer für Juni 2015 vorgesehen.

Stadtbad oder Kaserne als Interim?

Massive Schäden entdeckt: Die Sanierung des Stadtteilzentrums Anker verschiebt sich. Quelle: Wolfgang Zeyen

Für Engel heißt die neue Lage auch: In Windeseile muss ein Interim für den Anker gesucht werden. „Für 2015 haben wir schon Verträge für Veranstaltungen gemacht“, so Engel. Wenn man die nicht halten könne, „dann sind die Partner am Ende weg“, befürchtet sie. Gespräche laufen bereits, auch das ehemalige Stadtbad und die Olbricht-Kaserne stehen als Ausweichquartier zur Diskussion. In den nächsten vierzehn Tagen will die Anker-Geschäftsführerin eine Lösung unter Dach und Fach haben.

Dass nach der Entdeckung der gravierenden Bauschäden auch der Abriss des Ankers ein Thema sein könnte, glaubt Engel nicht. „Soweit sind wir noch lange, lange nicht“, sagt sie. Die Fachausschüsse der Stadt seien informiert. Der Kulturausschuss hatte bereits signalisiert, dass für den Anker nun auch die Mehrkosten gestemmt werden müssten. Auch mit Baudezernentin Dorothee Dubrau (parteilos) hat Engel am Montag gesprochen: „Ich habe große Hoffnung, dass wir das hinkriegen.“

Rückblick Neujahrssingen im Anker:

Evelyn ter Vehn

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