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Lokales Matinee zum 100. Geburtstag von Robert Capa im Theater der Jungen Welt
Leipzig Lokales Matinee zum 100. Geburtstag von Robert Capa im Theater der Jungen Welt
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01:00 16.10.2013
Erinnern an Capas 100. Geburtstag: Ulf-Dietrich Braumann, Harald Alff, Thomas Panther, Meigl Hoffmann, Volker Külow (von links). Quelle: André Kempner

Vor zwei Jahren begann die kleine Gruppe, sich gegen den drohenden Abriss der Jahnallee 61 zu engagieren. In diesem Gebäude - genau gegenüber vom LVB-Straßenbahnhof Angerbrücke - hatte Capa am 18. April 1945 Fotos aufgenommen, die nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs weltweit Bekanntheit erlangten. Sie zeigten einen US-Soldaten, der bei der Befreiung Leipzigs auf dem Balkon des Hauses erschossen wurde. "Ich hatte das Bild des letzten Mannes, der starb", telegrafierte Capa ans Time-Magazin, welches die Bilder veröffentlichte. Erst durch Forschungen der Bürgerinitiative stellte sich heraus, dass der gefallene Soldat 21 Jahre alt war und Raymond J. Bowman hieß. Die Leipziger knüpften Kontakte zu Bowmans Familie - 2012 kehrte der 92 Jahre alte US-Kriegsveteran Lehman Riggs extra nach Leipzig zurück. Er war Bowmans engster Kamerad und 1945 auf dem Balkon dabei -

Bei der Matinee am Sonntag, 11 Uhr in der Etage 1 des Theaters am Lindenauer Markt, werden nun historische Filme zu Capas Wirken gezeigt. Der Begründer der Fotoagentur Magnum gilt als bedeutendster Kriegsreporter des 20. Jahrhunderts, starb 1954 in Französisch-Indochina durch eine Landmine.

Im Anschluss wird der Leipziger Künstler Thomas Pantke, der viele Capa-Fotos gesammelt hat, gewissermaßen den sagenumwobenen "Mexikanischen Koffer" öffnen. Darin fanden sich 2007 tausende Original-Negative von Capa, auch von seiner aus Leipzig stammenden Lebensgefährtin und Kollegin Gerda Taro. Drittens wird am Sonntag ein Hörspiel-Filmprojekt vorgestellt, für das Alina Cyranek und Jan Frederik Vogt eine Geldsammelkampagne bei der Internetplattform VisionBakery gestartet haben. "Wir möchten die Ereignisse des 18. April 1945 im Capa-Haus künstlerisch in Bild und Ton rekonstruieren und konservieren. Der Film soll als Grundlage zur Erinnerung und Aufklärung des Kriegsendes in Leipzig dienen", erklärt sie. "Er soll zur Reflexion in Bildungseinrichtungen - Schulen und Museen - anregen und die Ereignisse vor dem Vergessen bewahren." 5035,50 Euro für 16-Millimeter-Material, Sprecher, Technik sollen bis Ende dieses Monats zusammenkommen. 922,50 Euro davon sind schon da.

"Wir freuen uns, dass die LS Immobiliengruppe die Sanierung des Gebäudes für 2014 angekündigt hat", so Ulf-Dietrich Braumann, Vorsitzender der Bürgerinitiative. Bei der Matinee sei auch noch ein Werkstattgespräch zu der Frage geplant, wie vor Ort dauerhaft an die Entstehung der berühmten Antikriegsfotos erinnert werden kann.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.10.2013

Jens Rometsch

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