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Lokales Mattheuer und Tübke bekommen eigene Straßen in Leipzig – neuer Name für Schletterplatz
Leipzig Lokales Mattheuer und Tübke bekommen eigene Straßen in Leipzig – neuer Name für Schletterplatz
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16:42 05.04.2011
Nach Werner Tübke (links) und Wolfgang Mattheuer sollen zwei Straßen in Leipzig benannt werden. Quelle: Kempnerdpa
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Leipzig

Wie die Stadtverwaltung am Dienstag mitteilte, sollen zwei neu entstehende Straßen im Bebauungsgebiet „Tirolerweg“ im Stadtteil Probstheida künftig die Namen

Mattheuerbogen

und

Tübkebogen

tragen. Mattheuer (1927-2004) und Tübke (1929-2004) gehörten neben den noch lebenden Künstlern Bernhard Heisig und Heinz Zander zu den Hauptvertretern der Leipziger Schule, die die moderne Malerei in den 70er- und 80er-Jahren entscheidend prägten.

„In diesem Quartier sind bereits viele Straßen und Wege nach Künstlern benannt. Für uns war das der Anlass, auch Tübke und Mattheuer dort unterzubringen“, erklärt Ruth Schmidt, die Leiterin des Amts für Statistik und Wahlen, gegenüber LVZ-Online. Es sind die ersten Straßen in Leipzig, die nach den beiden Malern benannt werden. Da sie Teil eines Neubauviertels werden sollen, könne sich die Vergabe der ersten Adressen jedoch noch etwas hinziehen. „Erst wenn dort die ersten Häuser gebaut werden, wird es auch die neuen Straßen geben“, so Schmidt.

Schletterplatz soll künftig Gaudigplatz heißen

Umbenannt werden soll nach den Plänen der Stadtverwaltung der

Schletterplatz

im Leipziger Süden. Die Fläche zwischen Riemann- und Emilienstraße, an der sich auch die Peterskirche befindet, könnte künftig den Namen

Gaudigplatz

tragen. Damit werde dem Reformpädagogen Friedrich Eduard Hugo Gaudig (1860-1923) gedacht, der unter anderem das Lehrerinnenseminar am Schletterplatz leitete. „Es ist sehr selten, einen Platz nach einer Persönlichkeit benennen zu können, die auch direkt vor Ort gewirkt hat“, betont Amtsleiterin Schmidt. Der Vorschlag zur Umbenennung kam vom angrenzenden Evangelischen Schulzentrum, in dem Gaudig einst seine Lehrmethoden entwickelte, sowie vom Leipziger Schulmuseum.

Der Schletterplatz in Leipzig: Nach den Plänen der Stadtverwaltung soll die Fläche an der Peterskirche künftig Gaudigplatz heißen. Quelle: André Kempner

Die Mitglieder der Peterskirchgemeinde haben bereits ihr Einverständnis zur Umbenennung des historischen Platzes gegeben. Er trug bereits vor dem Bau des Gotteshauses im 19. Jahrhundert seinen Namen, einen offiziellen Beschluss darüber gab es jedoch nie. „Schletterplatz ist eigentlich eine Volksmundbezeichnung“, berichtet Schmidt und verweist auf die angrenzende Schletterstraße, an die sich der Name – ähnlich wie bei der Wiedebach- und der Steinstraße – anlehnt. Ob die Fläche tatsächlich umbenannt wird, sei jedoch noch nicht beschlossen. „Vielleicht entwickelt sich auch eine offene Diskussion in der Bevölkerung darüber und der Stadtrat entscheidet, dass der Schletterplatz erhalten bleiben soll“, so Schmidt. Stimmt die Ratsversammlung zu, könnte der neue Namen jedoch ein halbes Jahr später in Kraft treten.

Neuer Weg für Jazzpianistin Jutta Hipp

Laut aktueller Planung sind in diesem Jahr insgesamt fünf Neubenennungen und 18 Umbenennungen von Leipziger Straßen vorgesehen. So soll es in Meusdorf künftig einen

Jutta-Hipp-Weg

geben. Nach der Leipziger Jazzpianistin, Malerin und Designerin (1925-2003) wird ein Teil des

Logauweges

benannt. An zwei Opfer des Nationalsozialismus erinnern künftig der

Popitzweg

und der

Hausdorffweg

in einem an der Olbrichtstraße entstehenden Wohngebiet. Die

Eggebrechtstraße

im Zentrum-Südost trägt künftig den Namen

Landsteinerstraße

nach dem Mediziner und Entdecker der Blutgruppen Karl Landsteiner (1868-1943).

Weitere neue Straßen rund um das Neubaugebiet „Tirolerweg“ sollen die Namen

Kegelweg

(nach dem bekannten Dirigenten Herbert Kegel, 1920-1990),

Brunsweg

(nach der Schriftstellerin Marianne Bruns, 1897-1994),

Johnsonweg

(nach dem Schriftsteller Uwe Johnson, 1934-1984) und

Walterweg

(nach dem Leipziger Fotografen Hermann Walter, 1838-1909) erhalten. „Die Namen der Künstler werden sich gut in das Bild der bisherigen Straßen vor Ort einpassen“, ist Ruth Schmidt überzeugt.

Robert Nößler

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