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Max-Klinger-Schule wartet seit Jahren vergeblich auf eine Sanierung

Max-Klinger-Schule wartet seit Jahren vergeblich auf eine Sanierung

Auch am Rande der Stadt wird guter Unterricht gemacht: Gleich drei von 53 Absolventen am Max-Klinger-Gymnasium in Grünau haben ein glattes Einser-Abitur hingelegt.

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Die Schüler Marc und Nadja im Chemiekabinett.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Dabei handelt es sich bei den Klinger-Gymnasiasten "um Leipzigs vergessene Schüler", wie Elternvertreter bemängeln. Denn für die Plattenbauschule aus dem 1980er-Jahren ist keine Sanierung vorgesehen.

Die Toiletten sind unansehnlich, viele Fenster lassen sich nicht öffnen, der alte Fußboden wellt sich und kann recht schnell zur Stolperfalle werden. Und in den oberen Etagen kommen die Schüler nicht nur durch den Lehrplan ins Schwitzen - im Sommer ist es heiß, dafür zieht es bei Kälte durch die undichten Fenster. Das ist Alltag in einer Schule am Rande der Stadt. Und "am Rande der Zumutbarkeit", wie Ute Werner an die LVZ schreibt, deren Sohn die Bildungsstätte besucht und die dort einst selbst Schülerin war. "Die Sanitäranlagen sind unser größtes Problem", bestätigt Zehntklässlerin Nadja Voisin, die Schülersprecherin, die gemeinsam mit Marc Püschel durch die Bildungsstätte am Miltitzer Weg führt. Dabei geht es auch in den Speiseraum und die Bibliothek, die zwar optisch recht freundlich daherkommen. Dass an vielen Stellen der Putz bröckelt, ist aber augenfällig. "Trotzdem sind wir froh: Denn nicht jede Schule hat überhaupt eine Bibliothek", sagt Marc.

Elternsprecherin Sylvia Kolbe ist enttäuscht von der Stadt. Denn bis 2016 - so weit reicht das Investitionsprogramm Schulhausbau - wird sich in der Grünauer Bildungsstätte nicht viel tun. Geplant sind lediglich überfällige Brandschutzmaßnahmen, die aber auch gestreckt werden - aus Geldmangel. "Am Zustand von Treppenaufgängen, Fenstern und Fußböden wird sich nichts ändern", vermutet sie und schenkt Versprechen vom Schuldezernat längst keinen Glauben mehr. "Angeblich fehlt immer gerade das Geld für unser Gymnasium", betont Kolbe und spricht sogar von gefährlichen Situationen.

Das will Schulleiterin Margrit Hanisch, die zwar Verständnis für die Sorgen von Eltern hat, so aber nicht stehen lassen. "Es gibt keine Gefährdung - da reagieren wir sofort", betont Hanisch. Wie in anderen Schulen wurde der Boden in der Turnhalle sofort erneuert. Gesperrt bleibt allerdings das Chemiekabinett. Dort wurde seit den 1980er-Jahren nichts investiert, auch die marode Gasleitung musste abgeklemmt werden. "Den Raum habe ich gesperrt, weil sich der Fußboden hebt und ich nicht riskieren kann, dass dort jemand hinstürzt." Es gebe aber weitere Fachkabinette. Ersatz für Chemie müsse trotzdem rasch her. Daher hat die Schulverwaltung schon geprüft, ein Kabinett in einer geschlossenen Schule auszubauen und zu reparieren. Das würde jedoch genau so viel kosten wie ein neues. "Wir haben einen Raum freigelenkt und hoffen, bald ein modernes Kabinett zu bekommen", so Hanisch.

Jetzt sind aber erst einmal Brandschutzmaßnahmen dran, die zunächst für das Haus A beginnen sollen. Eltern ärgert es, dass sich das hinzieht und die Baumaßnahmen statt in den Ferien bei laufendem Unterrichtsbetrieb stattfinden. Die Lehrer hingegen sind eher erleichtert, weil wenigstens eins der beiden Häuser bereitsteht. Bis 2016 sollen Brandschutzmaßnehmen abgeschlossen sowie Toiletten saniert sein.

Also wird die Schule keineswegs vernachlässigt? "Ich finde, alle Grünauer Schulen werden vernachlässigt - dafür sind wir nur ein Beispiel", sagt Hanisch diplomatisch. Das will Schulbürgermeister Thomas Fabian (SPD) so nicht stehen lassen: "Wir werden in den nächsten Jahren Sanierungsmaßnahmen im Klinger-Gymnasium durchführen", kündigt er auf LVZ-Nachfrage an. Bereits 2014 werde es "einen sichtbaren und spürbaren Schritt" geben. Was genau gemacht werden kann, werde derzeit geprüft.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.07.2013

Orbeck, Mathias

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