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Max2Play schließt die Lücke zwischen Entwicklern und Kunden

Leipziger Startups Max2Play schließt die Lücke zwischen Entwicklern und Kunden

Am Anfang steht immer eine visionäre Idee. Bis sie zur Marktreife entwickelt ist, braucht es einen langen Atem, durchgearbeitete Nächte und die ständige Suche nach Finanzierungsquellen. Die LVZ stellt Gründer vor, die mit ihrem Startup auf dem Weg zum „richtigen“ Unternehmen sind, in dieser Folge: Max2Play aus der Käthe-Kollwitz-Straße.

Christian Anton (links) und Stefan Rick sind die Gründer von Max2Play. Aus Minicomputern (wie Christian Anton sie zeigt) sollen die Kunden auf spielerische Art das Maximum herausholen.
 

Quelle: André Kempner

Leipzig.  
 

Früher verschwanden viele Männer im Hobbykeller, um an ihrer Modelleisenbahn zu basteln. Heute ziehen sich viele in eine ruhige Ecke zurück, um am intelligent vernetzten Zuhause zu friemeln. Selbermachen – do it yourself – ist dabei angesagt. Das Problem daran: Die meisten Selbermacher sind zwar technikinteressiert, aber keine Experten. Sie sind letztlich überfordert und haben nicht die Zeit, um die richtigen Systeme auszuwählen und zu installieren. Denn die sind ziemlich komplex, aber wenig allgemeinverständlich.

Dem Informatiker Stefan Rick (33) ging es anfangs genauso, als er zum kleinen Preis eine Musik- und Filmanlage in seinem Haus einrichten wollte, die sich über mehrere Räume erstreckt. Doch der Bennewitzer konnte sich selbst helfen: Er entwickelte gleich selbst eine Bedienoberfläche, die für Laien leicht verständlich ist. Sie kann über eine App auf dem Smartphone oder über einen Touchscreen aufgerufen werden. Rick schließt damit quasi die Lücke zwischen der kleinen, spezialisierten Gruppe der Entwickler und der großen Gruppe der Kunden. „Die Community fand das toll, das Feedback war sehr positiv. So ist die Idee entstanden, daraus ein Geschäft zu machen.“

Max2Play heißt seine Software made in Leipzig. Sie ermöglicht es dem Anwender, das Maximum („Max“) herauszuholen, und das auf spielerische Art („Play“). Ricks Benutzer-Schnittstelle ist für interessierte Laien gemacht. Konkret für solche, die sich den preiswerten, aber sehr leistungsfähigen Minicomputer Raspberry Pi gekauft haben und damit ein Home-Entertainment-System einrichten wollen. Auf ihrem Webportal erklären die Max2Play-Gründer, was man mit diesem Minicomputer machen kann, wie alles funktioniert und was man dafür braucht. Ergänzend betreiben sie ein Forum, in dem sich die Nutzer austauschen und ihre Anregungen einbringen können. Und sie gehen noch einen Schritt weiter: Programmierer können auf der Plattform neue Entwicklungen veröffentlichen und mit anderen Leuten teilen. Wer sich am Ende doch lieber ein – preiswertes – fertiges Gerät kaufen will, das für seinen konkreten Bedarf zugeschnitten ist und bei dem er nur noch den Stecker in die Steckdose stecken muss, der wird im Max2Play-Shop fündig.

Hinter dem Leipziger Startup stecken Informatiker Stefan Rick, der die Technik entwickelt und den Support bietet, und Betriebswirtschaftler Christian Anton (35), der sich um Marketing und Vertrieb kümmert. 2015 an den Start gegangen, freuen sich die beiden über durchschnittlich 1000 Leute, die täglich auf ihrer Webseite sind. Rund 40 000 mal wurde die Software bereits heruntergeladen, ohne großartige Marketingmaßnahmen, nur durch Mundpropaganda. Neben der frei verfügbaren Version gibt es zusätzliche Anwendungen, für die eine einmalige Gebühr von 9,90 Euro anfällt. Da Max2Play von Anfang an deutsch- und englischsprachig gestartet ist, kommen die Kunden aus ganz Europa, Amerika, Japan, Australien, China oder Taiwan. Überwiegend sind es Männer zwischen 30 und 60 Jahren, wobei die Grenze nach oben durchlässig ist.

Rick und Anton haben anderthalb Jahre Entwicklungszeit in ihr Startup gesteckt, das sie ohne Kredite oder Fördermittel auf die Beine gestellt haben. Möglich wurde das, weil sie „nebenbei“ eine Agentur mit vier Mitarbeitern betreiben, die Marketing- und Entwicklungsdienstleistungen erbringt. „Aktuell suchen wir gerade händeringend technisch affine Mitarbeiter, um das Wachstum zu bewältigen“, bedauert Anton, dass die „unendlich vielen Möglichkeiten für das Projekt“ im Moment noch nicht schneller umgesetzt werden können. Ziel für die nächsten Jahre sei es, über die Bastlerszene hinaus bekannt zu werden und Max2Play- Lösungen auch in den Handel zu bringen. Dafür werden dann allerdings Investoren gebraucht.

www.max2play.com

Von Kerstin Decker

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