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Lokales Mehr Ausfälle bei den LVB – das sind die Gründe
Leipzig Lokales Mehr Ausfälle bei den LVB – das sind die Gründe
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00:21 24.04.2018
Im ersten Quartal gab es bei den Bussen und Bahnen in Leipzig so viele Ausfälle wie seit Jahren nicht mehr. Quelle: Kempner
Leipzig

 Wer in Leipzig auf Busse und Straßenbahnen angewiesen ist, hat in den vergangenen Monaten hin und wieder vergeblich gewartet. Etwa jede 250. Fahrt der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) ist im ersten Quartal 2018 ausgefallen – so viele wie seit Jahren nicht mehr. Nach eigenen Angaben musste das kommunale Nahverkehrsunternehmen 0,4 Prozent der sogenannten Umlaufstunden streichen. Dabei handelt es sich um die Gesamtleistung aller Busse und Bahnen laut den Fahrplänen.

Pro Quartal kommen die LVB auf etwa 400.000 Umlaufstunden, was 4400 Stunden am Tag entspricht. Ausgefallen sind davon also im Schnitt 18 Minuten pro Tag. Das ist etwa die Zeit, die eine Straßenbahn vom Hauptbahnhof bis zur Neuen Messe benötigt.

Eine „Extremsituation“, so heißt es bei den LVB, sei für die vielen Ausfälle im ersten Quartal verantwortlich gewesen. Was genau die Gründe dafür waren, legten die Verkehrsbetriebe nun auf Anfrage der SPD-Fraktion im Stadtrat dar:

1. Grippewelle

In Sachsen und auch in Leipzig fiel die Grippewelle in diesem Jahr besonders heftig aus. Auch bei den LVB waren deshalb viele der 1200 Fahrer zeitweise krankgeschrieben. Städte wie Plauen stellten deshalb sogar ihren Fahrplan zeitweise auf den Ferienmodus um. Bei den LVB konnte das vermieden werden. Mitarbeiter wurden zum Händewaschen aufgefordert, in den Kantinen gab es frisches Obst. Dennoch traf die „außergewöhnlich starke und lange Grippewelle“ mehr Kollegen als in den Vorjahren. Genaue Zahlen nennen die LVB zwar nicht, aber die fehlenden Fahrer machten den Verkehrsbetrieben insgesamt am meisten zu schaffen – und zogen entsprechend Fahrtausfälle nach sich.

2. RB Leipzig

Die englischen Wochen mit Bundesliga- und Europa-League-Spielen waren nicht nur für das Team von Ralph Hasenhüttl eine sportliche Herausforderung. Auch bei den LVB war im Frühjahr die Zusatzbelastung durch die Fußballspiele so hoch wie seit 25 Jahren nicht mehr. Mit dem Unterschied, dass die LVB nicht auf eine Ersatzbank zurückgreifen können. Alleine acht Heimspiele der Rasenballer in der Red-Bull-Arena mussten die Verkehrsbetriebe von Januar bis März abdecken, häufig mit 35.000 bis 40.000 Zuschauern. Hinzu kamen diverse Konzerte, Großveranstaltungen und Messen. Besonderheit war die Buchmesse Mitte März. Als der Wintereinbruch den Zugverkehr am Hauptbahnhof für zwei Tage lahmlegte, mussten die Besucher auf die Straßenbahnen ausweichen, um zur Messe und zurück zu kommen. Der Winter machte aber auch den LVB selbst zu schaffen. Zeitweise wurde deshalb am Wochenende um den 17. März der Fahrplan außer Kraft gesetzt.

3. Defekte und Unfälle

Autounfälle auf den Gleisen gibt es in Leipzig fast täglich – es ist nur ein Beispiel, warum die Fahrstrecken für Bahnen blockiert sein können. Im Winter nehmen naturgemäß auch die Unfälle zu. Wenn es dann keine Umleitungsstrecke gibt, fallen auch Fahrten aus. Technische Defekte an den eigenen Fahrzeugen führen die LVB als weiteren Grund für Ausfälle an.

LVB wollen Infos in den Apps verbessern

Ärgerlich für die Fahrgäste: Die Informationen über Ausfälle werden bislang auf den Handy-Apps der LVB eindeutig angezeigt. Im Winterchaos wurden Nutzer über easyGO zum Beispiel reguläre Abahrtszeiten versprochen, obwohl an vielen Haltestellen kaum Busse oder Bahnen fuhren. Auf dem Twitter-Kanal und der Homepage der LVB werden aktuelle Störungsmeldungen zeitnah veröffentlicht, aber diese erreichen bei Weitem nicht alle Fahrgäste. Nicht alle Haltestellen besitzen zudem eine Anzeigetafel, sogenannte Dynamischen Fahrgastanzeigen (DFI).

Die Verkehrsbetriebe wollen nun in ihren Apps bis zum Herbst nachbessern. „Um kurzfristige Störungen, Abweichungen und Ausfälle für Kunden in Zukunft auch in der Verbindungsauskunft sichtbarer und nachvollziehbarer zu machen, werden die LVB in den nächsten Monaten das bisher genutzte Auskunftssystem durch ein Neues ersetzen“, heißt es. Auch neue Digitalanzeigen sind in Planung. An den Bushaltestellen der Linien 60 und 74 an der Kreuzung Karl-Liebknecht-Straße/Kurt-Eisner-Straße sollen die nächsten im Sommer in Betrieb genommen werden.

Von Robert Nößler

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