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Lokales Mehr Auswahl und höhere Preise: Neues MDV-Tarifmodell gilt ab August auch in Leipzig
Leipzig Lokales Mehr Auswahl und höhere Preise: Neues MDV-Tarifmodell gilt ab August auch in Leipzig
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15:05 25.07.2012
Straßenbahnen im Tunnel auf der Jahnallee. (Archivfoto) Quelle: André Kempner
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Leipzig

Ziel der Veränderungen sind aus Unternehmenssicht eine langfristigere Bindung der Passagiere sowie mehr Auslastung von Bussen und Bahnen, sagte MDV-Geschäftsführer Steffen Lehmann am Mittwoch. Die einhergehende Preiserhöhung beim Ticketkauf sei aufgrund der wirtschaftlichen Situation notwendig: „Wir haben einen Finanzproblem im öffentlichen Nahverkehr“, erklärte Lehmann.

Am deutlichsten steigen die Preise im gut 7000 Quadratkilometer großen Verkehrsverbund wieder einmal in Leipzig. „Die Stadt hat einfach das dichteste Verkehrsnetz, bei den Leipziger Verkehrsbetrieben gibt es einen erheblichen Investitionsstau und hier müssen die größten Kürzungen durch die Kommune verkraftet werden“, erklärte Lehmann. So werden Einzelfahrkarten ab kommenden Mittwoch 20 Cent mehr kosten, bei Tageskarten werden 50 Cent aufgeschlagen. Wochenkarten kosten künftig einen Euro mehr, für Monatskarten sind zusätzliche 4,20 Euro notwendig. Im Vergleich zur Messestadt fallen die Preissteigerungen in Halle, der zweiten Großstadt innerhalb des MDV, nur halb so hoch aus.

Wie Lehmann am Mittwoch vorrechnete, haben sich die Zuschüsse durch Land und Kommunen sowie der Ausgleich für die Schülerbeförderung im vergangenen Jahrzehnt deutlich verringert. So wurde beispielsweise die Busförderung im Freistaat Sachsen von anfangs 70 Prozent auf heute 10 Prozent abgesenkt. Auf der Seite der Verkehrsunternehmen, so der MDV-Geschäftsführer, seien Einsparungen derweil kaum mehr möglich. „Wir kommen in eine Situation, wo nicht mehr viel rationalisiert werden kann“, erklärte der MDV-Chef. Darüber hinaus habe auch die Aussicht auf eine steigende Inflationsrate Anteil an den Tariferhöhungen.

Lehmann weiß, dass solch unpopuläre Maßnahmen am Fahrkartenautomaten nicht auf Gegenliebe treffen werden. Er hofft aber andererseits auch, dass seine Kunden die strukturellen Veränderungen im Ticketsystem zu schätzen lernen. „Die jetzt am meisten schimpfen sind meistens auch die, die am wenigsten damit zu tun haben“, sagte Lehmann.

Für die, die damit zu tun haben gibt es im MDV künftig flexible Monatskarten, die auch mitten im Monat noch mit vollem Leistungsumfang erworben werden können. Bei den Tagestickets kann ab 1. August die Mitfahrerzahl auf bis zu fünf aufgestockt und so bis zu 30 Prozent gespart werden. Nicht zuletzt wurde auch das bisher statische Abosystem aufgebrochen. Wer sich länger binden will, kann hier unter Basis-, Premium-, Light- und Seniorentarif mit jeweils unterschiedlichen Preis- und Leistungsumfängen auswählen.

Neu eingeführt wurde das schon seit Tagen heiß diskutierte „Extra-Ticket“ für sperrige Gepäckstücke. Entgegen mancher Irritation sollen Reisende dieses aber eher nur im Sonderfall benötigen. „Wer mit Handtasche, Koffer und Rucksack einsteigt, braucht keinen zusätzlichen Fahrschein. Nur wer mit Fahrrad, einer ganzen Kommode oder mit einem sperrigen Postzustellwagen kommt, für den ist diese Karte notwendig“, sagte Lehmann. MDV-Pressesprecher Matthias Neumann ergänzte: „Im Zweifel entscheiden wir aber immer für die Kunden.“

Überblick über das neue Tarifmodell von MDV und LVB: www.lvb.de

Matthias Puppe

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