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Mehr Autos, Einwohner, Pendler - doch Leipzig will weniger Pkw-Verkehr

Mehr Autos, Einwohner, Pendler - doch Leipzig will weniger Pkw-Verkehr

Leipzigs Verkehrspolitik steht vor einer Zäsur: Am 10. Dezember will die Stadtverwaltung den Rat über den neuen "Stadtentwicklungsplan Verkehr und öffentlicher Raum" abstimmen lassen.

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Leipzig geht der Platz für Autos aus.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Der Beschluss sieht vor, die Verkehrspolitik so zu gestalten, dass die Leipziger bis 2025 rund 75 Prozent ihrer Wege im Stadtgebiet zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen - und nur noch 25 Prozent mit dem Auto. "Langfristig wird eine weitere Steigerung angestrebt", heißt es in dem Plan. Im Jahr 2008 haben die Leipziger noch 40 Prozent ihrer werktäglichen Wege mit dem Auto zurückgelegt. Weil sich an diesem Wert nicht sehr viel geändert hat, müssten die Leipziger ihre Autofahrten in den nächsten zehn Jahren um rund ein Drittel reduzieren. Damit dies möglich wird, sind Verbesserungen im Nahverkehr und zusätzliche Radwege im Gespräch - aber auch Einschränkungen für den Autoverkehr. Erwogen werden die Reduzierung kostenloser Parkplätze, mehr Tempo-30-Zonen und veränderte Ampelschaltungen in Nebenstraßen, damit Autofahrer sie meiden.

CDU und FDP halten das Konzept für "wirklichkeitsfremd und ideologisch verbohrt". Viele Leipziger seien auf ihre Fahrzeuge angewiesen; deshalb laufe der Plan auf eine "Gängelung und Umerziehung mündiger Bürger" hinaus, heißt es. Auch die Planer der Verwaltung konstatieren in dem 94-seitigen Stadtentwicklungsplan, das Auto habe für sehr viele Bürger einen überragenden Stellenwert und es bedürfe deshalb "erheblicher Anstrengungen", um das 25-Prozent-Ziel zu erreichen.

Eine Bürgerumfrage habe 2012 ergeben, dass die Leipziger zur Arbeit und zum Einkauf etwa jeden zweiten Weg mit dem Auto zurücklegen. Bei der letzten Zählung im Jahr 2008 hätten 58 Prozent der Leipziger Haushalte über mindestens einen Pkw verfügt.

Auch der Auto-Bestand in Leipzig steige nach Jahren der Stagnation wieder leicht an. So seien nach den Unterlagen des Kraftfahrt-Bundesamtes am 1. Januar 2013 rund 230 000 Kraftfahrzeuge im Stadtgebiet zugelassen gewesen - darunter 186.000 private Pkw. Dies seien 12.800 Pkw mehr als 2003, schreiben die Experten der Stadt und betonen, dieser Motorisierungsgrad liege unter dem Durchschnitt der meisten vergleichbaren deutschen Städte. In den nächsten Jahren sei mit einem weiteren "leichten Wiederanstieg" zu rechnen.

Hauptursache des Anstiegs sei auch der Zuwachs bei der Einwohnerzahl. Er werde acht Prozent höher ausfallen, als bei der letzten Bevölkerungsvorausschätzung im Jahr 2009 angenommen.

Auch die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigen - deren Arbeitsweg die Stadtgrenze überschreitet - hat in den letzten Jahren stetig zugenommen; von 109 500 im Jahr 2002 auf 136 900 (2013). "Nur die Hälfte aller Arbeitswege in Leipzig liegt somit ausschließlich innerhalb des Stadtgebietes", geben die Planer zu bedenken. Zwei Drittel des Pendleraustausches würden mit den Städten und Landkreisen der näheren und weitere Umgebung stattfinden. Ein Drittel der Pendler lege weitere Entfernungen zurück.

Die Verkehrsexperten von CDU und FDP lesen aus diesen Zahlen heraus, dass Leipzig bis 2025 mehr und bessere Straßen benötigt - und nicht weniger. Wenn die Stadt nicht ihre Infrastruktur darauf ausrichte, werde sie im Wettbewerb der Städte zurückfallen, warnen sie. "Wir haben erwartet, dass dieser Beschluss nicht auf die Tagesordnung kommt", sagt Stadtrat Ansbert Maciejewski (CDU). "Wenn es dabei bleibt, werden wir seine Absetzung beantragen." Denn aus CDU-Sicht sollte das weit in die Zukunft reichende Papier frühestens in der übernächsten Ratssitzung vom neu gewählten Stadtrat behandelt werden. Offenbar wolle die Verwaltung das Papier nicht dem frischen Wind des neuen Stadtrates aussetzen, argwöhnt Maciejewski. "Aber über dieses Thema sollten Stadträte entscheiden, die noch viele Jahre im Amt sind."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom ..

Tappert, Andreas

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