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Lokales Mehr Feuerwehr-Einsätze bei XXL-Patienten
Leipzig Lokales Mehr Feuerwehr-Einsätze bei XXL-Patienten
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00:29 25.05.2018
Rettungsdienst im Einsatz: Immer häufiger muss die Feuerwehr beim Tragen von übergewichtigen Patienten helfen. Quelle: dpa
Leipzig

Die Leipziger Feuerwehr hat ein schwerwiegendes Problem. Immer öfter müssen die Kameraden die Besatzungen von Rettungswagen unterstützen, um übergewichtige Patienten aus ihren Wohnungen zu schleppen. Diese „Tragehilfen für Rettungsdienst“ haben innerhalb eines Jahres enorm zugenommen. Waren es 2016 noch 496 Fälle, musste die Feuerwehr 2017 bereits 762 mal zu XXL-Patienten ausrücken.

Ab 100 Kilogramm ein Kraftakt

„Die Besatzung eines Rettungswagens ist in der Lage, normalgewichtige, nicht gehfähige Patienten bis etwa 80 Kilogramm mit der Krankentrage zu transportieren“, erläutert Feuerwehrsprecher Joachim Petrasch. „Bei übergewichtigen Patienten ab 100 Kilogramm wird das für die Mitarbeiter des Rettungsdienstes allerdings zum sprichwörtlichen Kraftakt.“ Außerdem sei es in manchen Gebäuden gar nicht möglich, zu zweit einen liegenden Patienten auf der Krankentrage durch enge Treppenhäuser zu hieven. „In solchen Fällen kann der Rettungsdienst auch bei normalgewichtigen Personen auf die Tragehilfe durch die Feuerwehr angewiesen sein“, so Petrasch. Somit rückt schon mal ein Löschzug eigens dafür aus. Dabei müssen auch die Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehren immer häufiger anpacken. Im Jahr 2016 wurden sie allein im Rettungsdienst 61 mal in Anspruch genommen, insgesamt waren es 67 Einsätze. 2017 waren es im Rettungsdienst bereits 153 Einsätze, 159 insgesamt.

Spezieller Transporter für Übergewichtige

Der Berufsfeuerwehr steht ein spezieller Krankentransportwagen für übergewichtige Patienten (ÜKTW) zur Verfügung. Dieses Fahrzeug besitzt eine Ladebordwand, mit der die Schwerlastkrankentrage ebenerdig aufgenommen werden kann. „Außerdem lassen sich die seitlichen Begrenzungen der Trage um rund 20 Zentimeter herausziehen, um adipöse Personen beim Transport nicht einzuengen“, schildert Petrasch. Der Transporter ist auch breit genug, dass Notarzt und Rettungssanitäter die Patienten allseitig medizinisch betreuen können. Im Jahr 2017 kam der ÜKTW allein im Rettungsdienst 77 mal zum Einsatz (2016: 64). Im Krankentransport waren es 376 (2016: 386) Einsätze.

Tragetücher bei komplizierten Einsätzen

Mitunter nutzt die Feuerwehr auch Schleifkorbtragen, wie sie etwa in der Höhenrettung verwendet werden, um schwergewichtige Patienten zu transportieren. „Vor allem dann, wenn aufgrund der vom Arzt festgestellten Indikation zur Schonung des adipösen Patienten nur eine liegende Lagerung infrage kommt“, sagt Petrasch. Weil diese Tragen aber in engen Treppenhäusern oder auf schmalen Treppen in Einfamilienhäusern nicht eingesetzt werden können, verwenden Einsatzkräfte dann auch spezielle Tragetücher, so der Behördensprecher. Wie oft die Feuerwehr auf diese Technik zurückgreift, wird allerdings in der Branddirektion nicht statistisch erfasst.

Immer mehr Technische Hilfeleistungen

Die immer häufigeren Einsätze bei Übergewichtigen ließen auch die Zahl der Technischen Hilfeleistungen merklich ansteigen. 4225 solcher Einsätze hatte die Feuerwehr 2017 zu absolvieren, 3297 waren es im Jahr zuvor. Wobei das Gros der Fälle mit häufigem Starkregen im Zusammenhang steht, berichtet Petrasch. Spezielle Vorkehrungen wegen des gestiegenen Einsatzaufkommens seien aber nicht geplant, weil gerade Einsätze mit Transporten adipöser Patienten, abgesehen von Ausnahmen wie Dialysepatienten, nicht planbar sind.

Von Frank Döring

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