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Lokales Mehr Käufer aus dem Umland gewünscht – Studie des Brühl-Investors zur Leipziger Innenstadt
Leipzig Lokales Mehr Käufer aus dem Umland gewünscht – Studie des Brühl-Investors zur Leipziger Innenstadt
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15:05 09.02.2012
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Leipzig

Vor allem die Besucherströme aus dem direkten Umland fallen bisher eher gering aus, erklärte Rolf Monheim, einer der beiden Autoren der Untersuchung, für die zwischen 2010 und 2011 insgesamt 1452 Passanten befragt wurden. In Nürnberg und Bremen, Leipzigs Partnern beim Stadtentwicklungsprojekt „Koopstadt“, sei der Anteil der Innenstadtkundschaft aus der Region etwa doppelt so hoch, hieß es.

Laut der vom Investor der „Höfe am Brühl“ in Auftrag gegebenen und finanzierten Studie ist gerade einmal jeder elfte Besucher in der City aus der direkten Umgebung Leipzigs – und das sowohl an den besonders umsatzstarken Wochenenden, als auch unter der Woche. Für die Händler in der Stadt dürfte dieser kleine Anteil vor allem ärgerlich sein, weil laut Monheim bei den Kunden aus Halle, Wurzen, Grimma und Co. das Portemonnaie deutlich lockerer sitze, als bei Einheimischen. Leipziger geben der Untersuchung zufolge durchschnittlich 62 Euro beim Stadtbummeln aus, Umländler 100 Euro.

Noch freigebiger sind da nur die überregionalen Gäste der Messestadt, die beim Sightseeing zwischen Thomaskirchhof, Bildermuseum und Nikolaikirche pro Person 128 Euro in die Geschäfte tragen. Wie Monheim sagte, läge der Anteil dieser Besuchergruppe am Kundenaufkommen auch erfreulich hoch, trugen die bundesweiten Werbe-Kampagnen der Kommune angesichts von über 20 Prozent Touristen an Wochenenden Früchte.

Dass Leipzig hinsichtlich seiner Einkaufsstrahlkraft auf die direkte Nachbarschaft noch Probleme hat, ist für Martin zur Nedden nicht neu. Bei der Vorstellung der Studie im Rathaus betonte der Dezernent für Stadtentwicklung die Schwierigkeiten, die Leipzig seit Anfang der 1990er Jahre durch die sich explosionsartig vermehrende Konkurrenz auf der „grünen Wiese“ entstanden sind. Mit Blick auf die Ende des Jahres eröffnenden „Höfe am Brühl“ und die künftig verbesserten Verkehrsverbindungen durch den Citytunnel könne Leipzig in diesem „Kampf“ aber erfolgreich sein, erklärte zur Nedden.

Der Bürgermeister, der unisono mit Rolf Monheim den Handel im Passagensystem als identitätsstiftend für Leipzig hervorhob, will künftig außerhalb der Stadttore noch deutlicher machen, was in der City so alles geboten werde. „Wir zielen dabei vor allem auf die nicht integrierten Zentren“, sagte zur Nedden und meinte damit etwa den Einkaufspark Nova Eventis im sachsen-anhaltischen Günthersdorf. In das gleiche Horn blies auch Kathrin Fischer, Bereichsleiterin beim Brühl-Investor mfi, die Leipzigs Mehrwerte zusammen mit der Kommune über die Stadtgrenzen hinaus bekannt machen möchte.

Zu diesen Mehrwerten gehören laut Bürgermeister, Investor und Studie neben dem Einzelhandel auch Gastronomie, Kultur, touristische Attraktionen, Erholungsangebote und Events. Leipzigs Innenstadt sei überaus multifunktional, sagte zur Nedden. Wie Rolf Monheim sagte, würden nur 34 Prozent der Passanten primär zum Einkaufen in die City kommen. Trotzdem gehen mehr als Zweidrittel nicht wieder nach Hause, ohne in einem Geschäft gewesen zu sein.

Matthias Puppe

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