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Lokales Mehr Obdachlose, aber Caritas und Diakonie schließen "Nachtcafé"
Leipzig Lokales Mehr Obdachlose, aber Caritas und Diakonie schließen "Nachtcafé"
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23:59 18.12.2013
Leben auf der Straße: Ein Obdachloser bittet in der Petersstraße um ein Almosen. Quelle: Volkmar Heinz

Die letzte Erhebung für dieses Jahr datiert von Ende September. Danach nutzten im Sommer nur 186 Menschen die Schlafangebote. Doch die kalte Jahreszeit steht noch bevor. Und erstmals soll es da in der Ökumenischen Kontaktstube Oase für Wohnungslose kein "Nachtcafé" mehr geben.

Darauf verwiesen jetzt die Träger, Leipzigs Diakonie und Caritasverband.Jahrelang war dieses Übernachtungsangebot jeweils in der kalten Jahreszeit zusätzlich für jene eingerichtet worden, die städtische Notquartiere nicht nutzen konnten oder wollten. Es nunmehr einzustellen, darauf habe sich das für die Einrichtung zuständige Kuratorium der beiden großen Kirchenverbände geeinigt, teilte Diakonie-Sprecherin Susanne Straßberger mit. "Der Bedarf an diesen Übernachtungen ist im vergangenen Winter sehr zurückgegangen, da sich die Qualität der städtischen Häuser verbessert hat und auch genügend Schlafplätze zur Verfügung stehen", so Straßberger. Nicht zuletzt deshalb würde die Stadt auch das "Nachtcafé" nicht mehr finanziell unterstützen. Und durch den Wegfall geförderter Arbeitsplätze fehle nachts jetzt auch das nötige Personal. "Eine Betreuung ausschließlich durch Ehrenamtliche wiederum ist aus logistischen und rechtlichen Gründen nicht möglich", so Straßberger. "Wir hatten in der Wintersaison 2012/2013 in unserem ,Nachtcafé' eine Auslastung von 57 Prozent - das waren 573 Übernachtungen", verweist Oase-Leiter Christoph Köst seinerseits auf die Faktenlage. "Das Jahr zuvor lag die Auslastung noch bei 77 Prozent."

Gleichwohl sei der Tagestreff Oase auch weiterhin auf Ehrenamtler angewiesen - vor allem an den Wochenenden. Man würde sich freuen, würden sich Interessenten melden. Immerhin gab es dieser Tage schon mal ein paar Weihnachtsgeschenke für diese Leipziger Wohnungsloseneinrichtung. Zwei Mitarbeiter der Firma BioCleaning sorgten für eine Tiefenreinigung der Fußböden aller Wirtschaftsräume, desinfizierten die Nasszelle gratis. "Normalerweise kostet so ein Einsatz viele hundert Euro", sagt Straßberger. Geld, das die Oase nie aufbringen könnte. "Bei uns gehen tagsüber täglich gut 70 Leute ein und aus", so Köst. "Natürlich nutzen sie die sanitären Anlagen. Dazu gibt es Küche und Lager, wir kochen ja das Essen selbst, und eine Kleiderkammer. Wenn das alles mal im Jahr gründlichst gereinigt wird, zumal ganz ohne Chemie, ist das schon toll." Angelika Raulien

iTagestreff für Wohnungslose Oase, Nürnberger Straße 31, Telefon 0341 2682670

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 19.12.2013

Angelika Raulien

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