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Lokales Mehr Platz in Straßenbahnen: Petition fordert mehr Abstellflächen für Kinderwagen
Leipzig Lokales Mehr Platz in Straßenbahnen: Petition fordert mehr Abstellflächen für Kinderwagen
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00:34 28.06.2015
Straßenbahn in Leipzig (Archivbild) Quelle: Leipzig report
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Leipzig

„Die Tram fährt ein. Drei Waggons. Aber nur durch die mittlere Tür des letzten Waggons ist die Tram ohne fremde Hilfe mit Kinderwagen zu besteigen“, schreibt die Leipzigerin Katharina Benjamin im Internet.

„Ich stehe meistens falsch, renne dann so schnell es geht zu der einen Tür, die andere Mutti dicht hinter mir.“ Doch wenn sich die Tür öffnet sehen beide: Da drinnen stehen bereits vier Kinderwagen in dem vorgesehenen Bereich. Und die Mutti mit dem hintersten Kinderwagen will aussteigen. „Damit das funktioniert müssen zwei weitere Kinderwagen die Tram verlassen“, schildert Benjamin via Internet. „Hektik. Ein Platz wird frei, aber ich und die andere Mutter, wir wollen beide da rein. Das kann doch nicht sein, denke ich dann. Kein Platz für uns in der Straßenbahn.“

Weil die Leipzigerin mit ihrem Sohn Johan diese Situation häufig erlebt, hat sie jetzt eine Online-Petition gestartet und andere Leipziger Mütter aufgefordert, diese zu unterzeichnen. „Mehr Platz für Kinder“ ist die Petition überschrieben und im Text heißt es auch noch: „Liebe LVB, wir fordern mehr Abstellflächen für Kinderwagen und Rollstühle in der Straßenbahn!“ Denn der Alltag zwinge Mütter mit kleinen Kindern mobil und flexibel zu sein. „Dadurch sind wir auf die Straßenbahnen der LVB angewiesen.“

Bis gestern hatten 5589 Leipziger die Petition unter www.chance.org (Stichwort: LVB) unterzeichnet. Auch die „liebe LVB“ hat die Forderung schon registriert. „Wir kennen die Bedürfnisse junger Familien gut“, sagt dort Unternehmenssprecher Marc Backhaus. Beim Fahrzeugangebot habe sich die LVB „sehr frühzeitig auf die Bedürfnisse von jungen Familien, aber auch von Rollstuhlfahrern und Rollatoren-Nutzern eingestellt“. So besitzen alle neu beschafften Fahrzeuge mindestens zwei Multifunktionsflächen „für ausreichenden Raum zum Abstellen von Kinderwagen, Rollstühlen, Fahrrädern oder Rollatoren“.

Die LVB führen auch an, dass sich die Internet-Schilderung von Katharina Benjamin ausschließlich auf Tatra-Großzüge mit angehangenem Niederflurwagen bezieht, die nur über eine einzige ausgewiesene Multifunktionsfläche im Beiwagen verfügen. Weil die Tatras derzeit nach und nach ausgemustert und durch moderne Fahrzeuge mit ausreichenden Multifunktionsflächen ersetzt werden, erledige sich das Problem nach und nach von selbst. „Im laufenden Programm der Fahrzeugneubeschaffung zur Ablösung der Tatra-Wagen wird es – wie bei jedem LVB-Niederflurfahrzeug – an jeder Doppeltür eine Multifunktionsfläche geben.

Bei den neuen Leipziger Straßenbahnen sind vier Multifunktionsflächen, die teilweise etwas größer sind als beim Classic XXL, geplant. Dadurch halten wir auch in Zukunft genügend Platz vor.“ Bis alle Tatras ausgemustert sind, könne es aber in Stoßzeiten für alle Fahrgäste zu Engpässen kommen. „Wir setzen jedoch darauf, dass die Fahrgäste durch gegenseitige Rücksichtnahme, durch einen Dialog sowie durch unsere im Bedarfsfall erhöhte Taktfrequenz im Netz über den verfügbaren Raum einigen.“

Derzeit gibt es noch 112 Tatra-Bahnen bei den LVB – die letzten Bahnen sollen im Jahr 2020 ausgemustert werden. Ein Umbau der Tatra-Bahnen ist deshalb laut LVB aus Kostengründen nicht mehr vertretbar. Von den 112 Bahnen sind 82 im sogenannten Regelbetrieb, fahren also täglich. Der Rest ist eine Fahrzeugreserve, kommt aber oft bei Umleitungen und Großereignissen zum Einsatz. „Im Regelbetrieb fahren werktags durchschnittlich 36 Züge, bei denen nur der hintere Niederflurbeiwagen eine Multifunktionsfläche besitzt“, sagt Backhaus. Außer diesen Bahnen seien werktags noch 142 Niederflurzüge unterwegs, die ausreichend Abstellflächen bieten.

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