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Lokales Mehr Service und Komfort – ab Mitte August steht das neue Leitsystem der LVB
Leipzig Lokales Mehr Service und Komfort – ab Mitte August steht das neue Leitsystem der LVB
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18:18 27.03.2018
Die Einführung des neuen rechnergestützten Betriebsleitsystems der LVB ist fast geschafft. Quelle: Christian Modla
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Leipzig

Die technische Umrüstung der Busse und Straßenbahnen der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) auf das neue Betriebssystem „RBL 2.0“ kommt auf die Zielgerade. „Es sind bereits 120 von insgesamt 150 Straßenbahnzügen umgerüstet“, sagt Mirko Heyne, der das 9-Millionen-Euro-Projekt bei den LVB leitet.

Bei den Bussen betrage die Umstellquote 70 Prozent. „In den Sommerferien werden wir mit einem Testbetrieb beginnen“, so der 44-Jährige. Ab Mitte August werde das neue System dann komplett laufen – und den Fahrgästen deutliche Verbesserungen bringen.

Bislang haben viele Fahrgäste die Umstellung aber vor allem negativ erlebt. „Die Angaben auf den Anzeigetafeln der LVB stimmen so gut wie nie“, mailte unter anderem Wolfram Teufel aus der Straße des 18. Oktober an die LVZ. Dies komme inzwischen einer „Irreführung“ gleich. „Die Programme müssen noch einmal ordentlich überarbeitet werden, bevor man sie auf die Bürger loslässt“, fordert Teufel. „Besonders ältere Bürger aber auch Auswärtige sind total verunsichert.“

Für diese Zustände verantwortlich ist bei den LVB eben Mirko Heyne, der seit einigen Wochen die neue Software installieren lässt. Er steht auch für die Panne gerade, durch die vor Kurzem auf Anzeigetafeln eine 99-minütige Verspätung angezeigt wurde (die LVZ berichtete). „Wir waren alle davon überrascht“, gesteht er heute. „Wir haben dann die ganze Nacht durch programmiert, um diesen Fehler zu beheben. Bei einem Projekt, das das Herzstück des Unternehmens betrifft, ist das nicht immer zu vermeiden. Wir sind froh, dass die fehlerhafte Anzeige nicht über mehrerere Tage zu sehen war.“ Auch heute sei niemand vor Softwarefehlern gefeit. „Wir hoffen immer, dass es sich nur um kleine Dinge handelt, die die Fahrgäste nicht bemerken.“

Inzwischen ist die Leitstelle komplett umgestellt und jeder Fahrgast kann täglich verfolgen, wie gut die Umstellung der Fahrzeuge vorankommt. Denn an den Anzeigetafeln der Haltestellen wird für die bereits umgerüsteten Straßenbahnen und Busse angezeigt, in wie viel Minuten sie in der Haltestelle eintreffen – bei den noch nicht umgerüsteten Fahrzeugen erscheint nur die Uhrzeit, die in den Fahrplänen steht und nicht stimmen muss. „Zum Ende der Sommerferien sollte wieder für alle Linien die Echtzeitanzeige verfügbar sein“, so Heyne. „Am 30. Juni sollen alle Straßenbahnen umgebaut sein; bis Mitte August alle Busse.“

Die Umstellung der Busflotte ist für die LVB besonders wichtig. Denn sie erhält eine völlig neue Technik für den Fahrscheinverkauf. Dafür wird an den neuen Bordrechner ein Drucker angeschlossen, der die Fahrscheine von einer Rolle ausdruckt – individuell für alle Zonen vom Kurzstreckenticket bis hin zur Monatskarte. Fahrscheine, die über die Gültigkeitsdauer einer Tageskarte hinausgehen, sollen allerdings vorrangig in den Regionalverkehrsbussen der LVB angeboten werden, weil im Stadtverkehr die Zeit extrem knapp ist und die Bargeldmenge gering bleiben soll.

„Für die Einführung dieser neuen Drucker wird es einen zweiwöchigen Testbetrieb geben“, sagt Mirko Heyne. 20 Fahrer würden sich dann an dem neuen Verkaufssystem anmelden und auf unterschiedlichen Bussen die elektronischen Fahrscheine verkaufen. „Der Kunde wird in den Test einbezogen, ohne dass er es mitbekommt“, meint Heyne. Geplant sei, diese Testphase mit dem Tarifwechsel am 1. August zu starten. „Ziel ist, dass wir bis Mitte August alle Busse mit den neuen Fahrscheindruckern ausgestattet haben.“ Ebenfalls zum Bordrechner gehört ein neues Kontrollsystem, mit dem künftig Abo-Karten in allen Fahrzeugen auf ihre Gültigkeit überprüft werden können.

In den Straßenbahnen der LVB werden die neuen Drucker nicht eingeführt. Denn dort können sich die Fahrgäste wie bislang schon üblich ihre Tickets an den mobilen Automaten in den Fahrzeugen ziehen. „Natürlich gilt auch weiterhin unsere Empfehlung, sich das Ticket vor Fahrtantritt zu kaufen“, betont Unternehmenssprecher Marc Backhaus.

Wie berichtet, sollen die Monitore in den Fahrzeugen dann nicht mehr nur die Haltestellen in einer Art Perlenschnur anzeigen, sondern gleichzeitig auch noch für jede aktuell angesteuerte Haltestelle die Linien, die zum Umsteigen genutzt werden können. „Um das Umsteigen zu erleichtern, werden die Monitore die Zeit bis zur Abfahrt der anderen Linien in Minuten anzeigen“, sagt Backhaus. Später soll dahinter auch noch angezeigt werden, ob die anderen Linienfahrzeuge warten.

Ebenfalls neu ist ein Blinden-Informationssystem. Es ermöglicht, dass beim Halten einer Straßenbahn oder eines Busses in einem Haltestellenbereich an den vorderen beiden Türen über Außenlautsprecher die Liniennummer und das Fahrziel angesagt werden.

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