Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Mehr Umsatz, mehr Besucher: Leipzig wird zur Kongress-Stadt
Leipzig Lokales Mehr Umsatz, mehr Besucher: Leipzig wird zur Kongress-Stadt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:00 25.11.2016
Die Eröffnung der Kongresshalle am Zoo im Mai 2015 hat der Entwicklung zur Kongress-Stadt zusätzlichen Schub gegeben. Quelle: André Kempner
Anzeige
Leipzig

Das Leipziger Kongressgeschäft brummt: In den vergangenen zehn Jahren hat die Zahl der Tagungsbesucher um mehr als ein Drittel zugelegt – auf nunmehr über 180 000 Gäste (2016). Das erklärte Martin Buhl-Wagner, Geschäftsführer der Leipziger Messe GmbH, im Interview mit der Leipziger Volkszeitung. „Unser Umsatz stieg in diesem Zeitraum von unter vier Millionen Euro auf mehr als das Doppelte.“ 2014 gab es 88 Kongresse; Ende dieses Jahres werden das Congress Center Leipzig (CCL) und die Kongresshalle am Zoo auf insgesamt 170 Veranstaltungen kommen.

Im Ranking der International Congress & Convention Association (Icca) spielt Leipzig in der oberen Liga mit. Bezogen auf Europa zählt die Stadt zu den 100 beliebtesten urbanen Zielen für internationale Verbandskongresse – hinter Berlin, München und Hamburg. Neben Leipzig spielen hier auch Dresden, Düsseldorf, Köln und Frankfurt eine Rolle. Im deutschlandweiten Vergleich nimmt die Leipziger Messe nach eigenen Angaben einen Platz unter den Top Ten ein.

Zu den größten Tagungen im ersten Halbjahr 2016 zählten der Deutsche Röntgenkongress im Mai (6800 Teilnehmer), der „Leipzig Interventional Course“ für minimalinvasive Gefäßmedizin im Januar (5000 Teilnehmer), die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin im März sowie der Deutsche Anästhesie Congress im April (jeweils 3500 Teilnehmer) und der Deutsche Stiftungstag im Mai (1900 Teilnehmer).

„Leipzig hat klare Vorteile als Kongressstadt“, so Messechef Buhl-Wagner. Wegen der kurzen Wege und dem kompakten Zentrum könnten fachliche Angebote eines Kongresses gut mit der Rahmen- und Freizeitgestaltung kombiniert werden. Für zusätzlichen Schwung hat die im Mai 2015 neu eröffnete Kongresshalle am Zoo gesorgt. Mit ihr habe man eine Lücke im Tagungssegment zwischen 500 und 1000 Teilnehmern schließen können. „Es findet dadurch keine Schwächung des Kongressgeschäftes auf der Messe statt“, betonte Buhl-Wagner. „Wir gewinnen Veranstaltungen, die wir vorher nicht hatten.“

Kongressbesucher kurbeln die Wirtschaft vor Ort noch mehr an, weil sie im Schnitt drei bis vier Tage bleiben – gegenüber durchschnittlichen 1,5 Tagen bei den Messegästen. An diesem Punkt bekommen die Organisatoren der Leipziger Messe GmbH allerdings immer öfter Probleme: Die Hotelkapazitäten reichen nicht aus. „Bei vielen Kongressen kommen die Besucher mit einer gewissen Kurzfristigkeit – und dafür muss es ein Hotelangebot geben“, sagte Buhl-Wagner. „Wir bewerben uns für Veranstaltungen mit mehreren tausend Teilnehmern. Ein Kongress lässt sich nicht mehr kurzfristig in die vorhandenen Hotelkapazitäten schieben.“

Das starke Wachstum bei den Kongressen bedeute nicht, dass man sich künftig auf dieses Feld konzentriere und die Rolle der Messen abnehme, erklärte Buhl-Wagner. „Die Kongresse haben aber im Verhältnis zu den Messen an Gewicht gewonnen.“ Zudem seien sie mit der Kongresshalle näher ins Zentrum gerückt und damit stärker wahrnehmbar als vorher.

Von Björn Meine

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Leipziger Messe baut das Kongressgeschäft aus. 2014 gab es 88 Veranstaltungen; dieses Jahr über 170. Für einen Engpass beim Wachstum sorgt aber die Hotel-Situation. Messechef Martin Buhl-Wagner im Interview über Trends, Ami und die Messe der Zukunft.

28.11.2016

Leipzig platzt aus allen Nähten. Jedes Jahr lassen sich über 10 000 Menschen neu nieder; im Jahr 2030 könnte es rund 720 000 Leipziger geben. Die LVZ zeigt in einer Serie, wie Deutschlands größte Boomtown die Weichen für die Zukunft stellt. Heute: der wachsende Bedarf an Schulen.

27.11.2016

Dem Förderverein des Leipziger Wildparks droht die Auflösung. Sollte bis zum Jahresende kein neuer Vorsitzender gefunden werden, müsse der Verein innerhalb der nächsten Monate abgewickelt werden. Damit könnte der freie Eintritt im Park bald zur Diskussion stehen.

24.11.2016
Anzeige