Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Mehr Verletzte trotz weniger Unfällen in Leipzig – Schwerpunkte im Fokus
Leipzig Lokales Mehr Verletzte trotz weniger Unfällen in Leipzig – Schwerpunkte im Fokus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:11 14.08.2017
Unfall auf der Jahnallee in Leipzig im April 2016.   Quelle: Dirk Knofe
Anzeige
Leipzig

 Die Stadt Leipzig hat erstmals einen detaillierten Verkehrsunfallbericht vorgelegt. In enger Zusammenarbeit mit der Polizei wurden alle Unfälle im vergangenen Jahr kategorisiert, Ursachen verglichen und bei Häufungen Unfallschwerpunkte benannt. Sieben Streckenabschnitte haben die Verkehrsplaner für zeitnahe Veränderungen in den Fokus gerückt. Dazu zählen unter anderem die Einmündung Cottaweg zur Jahnallee sowie die Kreuzungen Marschner-/Käthe-Kollwitz-Straße und Bernhard-Göring-/Richard-Lehmann-Straße. Bei anderen bekannten Problemfällen, wie etwa an der Ostseite des Hauptbahnhofes, sind sinnvolle Verbesserungen aufwendig, wird eine Lösung länger dauern.

Insgesamt krachte es im vergangenen Jahr 13.758 mal auf Leipzigs Verkehrswegen – 779 weniger als noch 2012. Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) sieht das als Erfolg: „Trotz des inzwischen wesentlich größeren Verkehrsaufkommens durch Touristen und Hinzukommende, ist die Zahl der Unfälle gesunken“, so Dubrau am Montag. Dazu beigetragen hätten auch bereits in den vergangenen Jahren entschärfte Unfallschwerpunkte, wie der sanierte Kreisverkehr an der Karl-Tauchnitz-Straße oder die mit Radstreifen versehen Kreuzung Volbeding-/Zeumerstraße.

Steigende Zahl an Radfahrern in Leipzig

Weniger erfreulich ist allerdings der gleichzeitige Anstieg der Zahl der Verletzten auf 2536 Personen anno 2016, 169 mehr als vor fünf Jahren. 375 erlitten sogar schwere Verletzungen, 14 Menschen starben im vergangenen Jahr auf Leipzigs Straßen – darunter fünf Radfahrer und drei Fußgänger. Gründe für den Anstieg: Die steigende Zahl an Fahrradfahrern in Leipzig, sagt Thomas Schulze, Chef der Unfallkommission. „Es gibt zwar keine direkte Nachweisbarkeit, aber man kann das an der Statistik schon erkennen.“ Für Michael Jana, Leiter des Verkehrs- und Tiefbauamtes, ist deshalb klar, es muss noch mehr für die Sicherheit der Radfahrer getan werden. „Wir kommen mit den geplanten Maßnahmen nicht schnell genug hinterher, müssen da künftig noch nachlegen.“

Auch wenn Unfälle mit Radfahrern und Fußgängern sich in der Wahrnehmung scheinbar häufen, sind sie in der Statistik zumindest nur ein kleinerer Teil, so Dubrau am Montag. Das belegen auch die Zahlen der Polizei: Im vergangenen Jahr waren an 1262 der insgesamt 13.758 Unfälle Radfahrer beteiligt. Die meisten Unfälle passieren zwischen motorisierten Fahrzeugen. Hauptunfallursache waren zuletzt beispielsweise Fehler beim Wenden oder Rückwärtsfahren sowie ungenügender Sicherheitsabstand der Fahrzeuge.

Baubürgermeisterin Dubrau führt zudem auch eine grundsätzlich gestiegene Aggressivität auf Leipzigs Straßen an, die ihr Sorgen bereite. „Die gegenseitige Rücksichtnahme muss größer werden, um Menschenleben zu sichern“, so Dubrau. Jede Kreuzung sei eine Konfliktsituation. Immerhin: Zumindest bei der Verkehrssicherheit für Kinder klappt die Rücksichtnahme bereits gut: „Das hohe Sicherheitsniveau, das wir mittlerweile bei den Schulwegen erreicht haben, muss Vorbild sein für alle Verkehrswege in der Stadt“, so Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) am Montag.

Von Matthias Puppe

Unfallschwerpunkte

Im aktuellen Fokus des Verkehrs- und Tiefbauamtes:

Jahnallee am Cottaweg (Radfahrer auf der falschen Seite)

Käthe-Kollwitz- / Marschnerstraße (Fahren bei Rot)

Richard-Lehmann- / Bernhard-Göring-Straße (Vorfahrt missachtet)

Richard-Lehmann-Straße/An der Tabaksmühle (Vorfahrt Radfahrer missachtet)

Peterssteinweg / Straße des 17. Juni (Abbiegeunfälle bei Rechtsabbiegern)

Karl-Liebknecht-Straße/Richard-Lehmann-Straße (Linksabbieger im Gegenverkehr)

Poststraße/ Rampe zur Louise-Otto-Peters-Allee (Vorfahrtsunfälle)

Langfristige Planungen:

Ostseite des Hauptbahnhofs (Fußgänger bei Rot, anspruchsvolle Verkehrsführung)

Martin-Luther-Ring/Karl-Tauchnitz-Straße/Harkortstraße (Rechtsabbieger, Linksabbieger, Auffahrunfälle)

Friedrich-List-Platz bis Rackwitzer Straße (Auffahrunfälle durch Überlastung)

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Nach Ansicht des Bauindustrieverbandes werden in Leipzig zu wenig Wohungen neu gebaut. Den steigenden Mieten könne nur mit der Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum entgegengewirkt werden.

14.08.2017

Familie, Weggefährten und Freunde haben am Montag mit einem Trauergottesdienst in der Thomaskirche Abschied von Hinrich Lehmann-Grube genommen. Gut eine Woche nach dem Tod des 84-Jährigen würdigten viele frühere Mitstreiter die Lebensleistung des Alt-OBM.

14.08.2017

Im Rahmen des Jugendschutztages 2017 sind am Montagnachmittag Sozialarbeiter des Leipziger Jugendamtes in der Innenstadt auf Info-Mission.

14.08.2017
Anzeige